Der Bahnhof Hamburg-Elbbrücken gilt als gelungenes Beispiel moderner Verkehrsarchitektur: eine transparente Stahl- und Glaskonstruktion, die das aufstrebende Quartier im Osten der HafenCity markieren soll. Doch trotz städtebaulicher Qualität bleibt der Verkehrsknotenpunkt unter seiner möglichen Frequentierung. Ein Umstand, der eng mit der Verzögerung des benachbarten Elbtowers verknüpft ist.

Mit seiner transparenten Stahl-Glas-Architektur zählt der Bahnhof Elbbrücken zu den markantesten Verkehrsbauten Hamburgs. Doch ohne den fertigen Elbtower bleibt die Station bislang deutlich unter ihren Möglichkeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Der Bahnhof Hamburg Elbbrücken gehört zu den markantesten Verkehrsbauwerken der Hansestadt. Als östliches Tor zur HafenCity verbindet er U- und S-Bahn an einem Ort, der städtebaulich noch im Werden ist. Architektonisch überzeugt die Station mit einer transparenten, fast schwebenden Konstruktion; funktional jedoch wartet sie bis heute auf jenen urbanen Alltag, für den sie entworfen wurde.
Bahnhof Elbbrücken: Eleganter Verkehrsknotenpunkt am Rand der Hamburger HafenCity
Der Bahnhof liegt dort, wo sich Infrastruktur, Hafenlandschaft und neue Stadtquartiere überlagern. Hier treffen die Linien der Hamburger U-Bahn und S-Bahn aufeinander, verbunden durch einen markanten Skywalk über der Straße.
Gedacht ist die Station als leistungsfähiger Umsteigepunkt für Pendlerinnen und Pendler, Beschäftigte und Besucherinnen der östlichen HafenCity. In der Praxis bleibt die Frequentierung bislang jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Transparente und leichte Architektur von gmp Architekten
Entworfen wurde der Bahnhof vom renommierten Büro gmp Architekten, das den internationalen Wettbewerb für sich entschied. gmp Architekten haben unter anderem auch den Berliner Hauptbahnhof entworfen. Der Entwurf setzt auf eine offene Stahl-Glas-Konstruktion, die bewusst auf Schwere verzichtet.
Die filigranen Tragwerke, großzügigen Verglasungen und klaren Linien lassen viel Tageslicht in die Bahnsteighallen und erzeugen eine hohe räumliche Qualität. Die Architektur greift Motive der umgebenden Brückenbauwerke auf und übersetzt sie in eine zeitgemäße Verkehrsstation mit industriellem Charakter.
Hamburg Elbbrücken: Der Elbtower als fehlender Impulsgeber
So überzeugend die Gestaltung ist, so deutlich zeigt sich das strukturelle Problem des Standorts: Rund um den Bahnhof fehlt bislang das urbane Leben. Der öffentliche Raum wirkt weitläufig, teilweise unvollendet, die erhoffte Dichte an Arbeitsplätzen, Wohnungen und Nutzungen ist noch nicht entstanden. Damit bleibt auch der Bahnhof unter seinen Möglichkeiten; ein architektonisches Versprechen, das auf seine Einlösung wartet.
Zentral für die Entwicklung des Standorts ist der benachbarte Elbtower. Der geplante Hochhauskomplex sollte als Landmarke, Arbeitsort und Frequenzbringer fungieren und dem Bahnhof jene Nutzung bescheren, für die er konzipiert wurde.
Warten auf den urbanen Alltag in der östlichen Hafencity
Die Verzögerungen beim Bau wirken sich jedoch unmittelbar auf das Umfeld aus: Ohne Elbtower fehlt der große Anziehungspunkt, der den Bahnhof aus seiner derzeitigen Randlage holen würde.
Der Bahnhof Hamburg Elbbrücken ist damit ein Bauwerk zwischen Anspruch und Realität. Architektonisch gehört er zu den gelungensten Verkehrsbauten der Stadt, städtebaulich jedoch bleibt er vorerst ein Solitär. Sollte der Elbtower eines Tages vollendet werden, dürfte sich das ändern. Dann könnte die Station endlich das leisten, was ihre Architektur längst verspricht.
Quellen: Deutsche Bahn AG, hamburg.de, Wikipedia, gmp Architekten
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