Berlin registrierte 2025 deutlich weniger Geflüchtete: knapp 15.000. Dennoch bleibt die Unterbringung angespannt. Anfang 2026 leben rund 38.000 Menschen in Gemeinschafts- und Notunterkünften, während neue Plätze nur einen Teil des Bedarfs decken.

Die Berliner Unterbringungspolitik verändert sich seit einigen Jahren schrittweise. Ein zentraler Schritt war die Schließung der Container‑Gemeinschaftsunterkunft Alfred‑Randt‑Straße, die nach über zehn Jahren Betrieb abgebaut wird. / © Foto: IMAGO / Jürgen Heinrich
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, Kasa Fue, CC BY-SA 4.0
Die aktuellen Zahlen des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) zeigen, dass Berlin 2025 deutlich weniger Geflüchtete aufgenommen hat als im Jahr davor. Insgesamt wurden knapp 15.000 Personen registriert, rund 30 Prozent weniger als 2024, insbesondere aufgrund rückläufiger Asylanträge. Im Herbst 2025 gab es einen moderaten Anstieg junger Geflüchteter aus der Ukraine, was die Gesamtzahl leicht anhob.
Hohe Auslastung der Unterkünfte zu Jahresbeginn 2026
Berlin verteilt Geflüchtete weiterhin auf Gemeinschafts- und Notunterkünfte, deren Betrieb zentral vom LAF gesteuert wird. Doch trotz der gesunkenen Zugänge im Vorjahr ist die Auslastung der Berliner Unterkünfte nach wie vor hoch.
Im Januar 2026 bringt das LAF rund 38.000 geflüchtete Menschen unter, verteilt über das gesamte Stadtgebiet. Davon leben etwa 33.000 Menschen in regulären landeseigenen Unterkünften, während weitere 5.000 Personen in nicht-regulärer Unterbringung verbleiben: 480 im Ankunftszentrum, 1.347 in der Notunterkunft Tempelhof und rund 3.300 in Hostels oder Hotels.
Planen und Bauen: Zwei Unterkünfte in Kreuzberg schließen, (Wieder-)eröffnung neuer Unterkünfte geplant
Die Aussetzung des Wohncontainerprogramms (WCD 2.0) begrenzt den Ausbau regulärer Unterkünfte für 2026. Zwar entstehen 1.166 neue Plätze, gleichzeitig fallen 820 Plätze durch notwendige Standortschließungen weg, sodass ein Nettozuwachs von lediglich 346 regulären Plätzen verbleibt. Dem steht ein anhaltender Bedarf von rund 5.000 Menschen gegenüber, die weiterhin auf Notunterkünfte oder Hotels angewiesen sind.
Im Detail werden zwei Unterkünfte in Kreuzberg aufgrund auslaufender Verträge geschlossen (ehem. Hostel am Warschauer Platz und Tempohome Alte Jakobstr.). Neu entsteht eine Unterkunft in der Hasenheide mit 921 Plätzen ab Oktober. Das Tempohome in der Finckensteinallee soll nach längerer Sanierung 2026 wieder öffnen. Die im Januar 2026 wiedereröffnete Notunterkunft im Terminal C des ehemaligen Flughafens Tegel wird von 500 auf 1.000 Plätze aufgestockt und dient unabhängig vom neuen GEAS-Ankunftszentrum als Aufnahmeeinrichtung.
Quellen: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF)
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