Eine vermüllte Fläche in Köpenick könnte wieder Kleingärten erhalten. Das Land Berlin soll das private Grundstück an der Friedrichshagener Straße kaufen.

Straßenschild Friedrichshagener Straße in Köpenick mit Blick auf Bäume und Umgebung nahe der Kleingärtenfläche.

Das Straßenschild der Friedrichshagener Straße in Köpenick markiert die Lage der ehemaligen Kleingärten nahe der Alten Erpe. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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An der Friedrichshagener Straße in Köpenick liegt seit Monaten eine große, weitgehend geräumte Gartenfläche brach. Wo früher Parzellen und Lauben standen, blieb nach dem Abriss viel Müll zurück. Dort, wo wenige hundert Meter weiter Kinder spielen, ist ein Ort der Verwahrlosung entstanden. Nun zeichnet sich erstmals eine konkrete Idee für die weitere Nutzung des privaten Grundstücks ab.

  • Bezirk: Treptow-Köpenick
  • Adresse: Friedrichshagener Straße 56, 12555 Berlin
  • Ehemalige Nutzung: private Kleingartenanlage Mühlenfließ
  • Frühere Zahl der Parzellen: 21
  • Aktueller Zustand: ehemalige Lauben abgerissen, Beräumung des Grundstücks nicht abgeschlossen
Zaun mit dahinter liegendem Bauschutt und Holzresten auf ehemaliger Kleingartenanlage in Köpenick Friedrichshagener Straße.

Hinter einem Zaun stapeln sich Holzreste und Abbruchmaterial auf dem Gelände der Kleingärten in Köpenick. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Die Geschichte des Grundstücks reicht deutlich weiter zurück als die aktuelle Vermüllung. Der private Teil der KGA Mühlenfließ an der Friedrichshagener Straße 56 umfasste laut Berliner Kleingartenentwicklungsplan 21 Parzellen auf 8.736 Quadratmetern. Die Fläche gehört nicht dem Land Berlin. Im Kleingartenentwicklungsplan ist sie der Entwicklungskategorie 2 zugeordnet und als private Fläche auf einer im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Grünfläche verzeichnet.

Die bisherigen Pächter mussten das Grundstück schon Jahre vor dem Abriss verlassen. Wie das Bezirksamt im Oktober 2025 auf eine Schriftliche Anfrage mitteilte, hatten die privaten Eigentümer die Verträge gekündigt. Nach einem Gerichtsurteil mussten die Kleingärtnerinnen und Kleingärtner die Fläche bereits 2020 räumen. Sie erhielten nach Angaben des Bezirksamts eine Entschädigung, von der Kosten für den Abriss der Baulichkeiten abgezogen wurden. Die Lauben standen allerdings noch Jahre später auf dem Grundstück.

Kleingärten in Köpenick: 2025 lebten sechs Menschen auf dem Gelände

Was folgte, war nicht viel schöner. Mitte 2025 hielten sich dort Menschen zu Wohnzwecken auf, die sonst keine Unterkunft hatten. Drogen und Alkohol, das ließen die Hinterlassenschaften vermuten, waren dort wohl an der Tagesordnung.

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Am 2. Juli 2025 erreichte das Ordnungsamt eine Beschwerde aus der Nachbarschaft. Die Bauaufsicht übernahm den Vorgang und besichtigte das Grundstück am 11. September 2025. Dabei ermittelte sie auch die Eigentumsverhältnisse: Laut Bezirksamt gehören Grundstücksanteile einer Privatperson und einer juristischen Person.

Am 15. Oktober folgte eine gemeinsame Begehung von Fachämtern, Polizei und Eigentümerschaft. Die Behörden wollten unter anderem Feuerstellen und mögliche baurechtswidrige Zustände prüfen. Dabei trafen sie sechs Menschen an, darunter eine minderjährige Person. Die Eigentümer erklärten nach Angaben des Bezirksamts, dass sie den Aufenthalt nicht erlaubt hätten. Zudem hatten sie wegen Hausfriedensbruchs Anzeige erstattet. Beschwerden aus der Nachbarschaft bezogen sich damals unter anderem auf Lärm, Müllablagerungen und mutmaßlich unrechtmäßige Wasserentnahmen.

Bauschutt und Müll auf brachliegender Kleingartenfläche in Köpenick an der Friedrichshagener Straße nahe Alte Erpe.

Auf dem Gelände der ehemaligen Kleingärten in Köpenick liegen Bauschutt und verpackte Abfälle nahe der Friedrichshagener Straße. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Friedrichshagener Straße: Nach dem Abriss blieb der Müll

Später verschwanden die verbliebenen Lauben. Nach Angaben des Bezirksamts, die ENTWICKLUNGSSTADT im Frühjahr 2026 erhielt, begannen die Abriss- und Beräumungsarbeiten im Dezember 2025. Allerdings führte der Rückbau nicht zu einem vollständig geräumten Grundstück. Holz, Bau- und Abbruchmaterial sowie weitere Abfälle blieben auf der Fläche zurück.

Das Umwelt- und Naturschutzamt forderte die Verantwortlichen deshalb auf, die Abfälle ordnungsgemäß zu beseitigen. Grundlage war § 28 Absatz 1 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Eine dafür gesetzte Frist bis Ende März 2026 verstrich nach Angaben des Bezirksamts ohne ausreichendes Ergebnis. Daraufhin leitete die Behörde ein Verwaltungsverfahren ein.

Müllhalde in Köpenick: Bezirksamt erhöht den Druck auf die Eigentümer

Inzwischen gibt es nach Darstellung von Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) Bewegung auf dem Gelände. Igel erklärte gemeinsam mit Paul Bahlmann, dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick, die Situation beschäftige den Bezirk schon länger.

Nun gibt es einen neuen Plan: Oliver Igel erklärt, den Eigentümern sei angeboten worden, dass das Land Berlin das Grundstück erwirbt. Nach einem Ankauf könnten dort nach seiner Vorstellung wieder Kleingärten entstehen. Gemeinsam mit Paul Bahlmann wirbt Igel dafür, die derzeit brachliegende und vermüllte Fläche dauerhaft als grünen Ort zu entwickeln.

Brachfläche mit Bauschutt vor Wohngebäuden in Köpenick nahe Friedrichshagener Straße und ehemaliger Kleingartenanlage.

Auf dem Gelände in der Friedrichshagener Straße in Köpenick liegt eine große Menge an Bau- und Abbruchmaterial – im Hintergrund sieht man angrenzende Wohnhäuser. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Kleingärten an der Friedrichshagener Straße: Ein Kauf ist noch nicht beschlossen

Damit würde die Nutzung wieder stärker an die planungsrechtliche Vorgabe für das Grundstück anknüpfen. Auch der Kleingartenentwicklungsplan spricht dafür: Private Kleingartenflächen der Entwicklungskategorie 2 sollen nach Angaben des Bezirksamts grundsätzlich dauerhaft erhalten bleiben. Zugleich hatte die Verwaltung bislang kaum Möglichkeiten, die frühere Nutzung zu sichern, weil das Grundstück privaten Eigentümern gehört.

Für Treptow-Köpenick wäre dies zugleich eine Möglichkeit, die seit Jahren offene Frage nach der Zukunft des Grundstücks zu klären. Ob daraus tatsächlich eine neue Kleingartenanlage wird, hängt zunächst davon ab, ob die Eigentümer und das Land Berlin bei einem möglichen Verkauf zusammenkommen. Bis dahin bleibt vor allem die vollständige Beräumung der heutigen Müllfläche Aufgabe der Eigentümerschaft.

Ehemalige KGA Mühlenfließ
Auf der privaten ehemaligen Kleingartenfläche in Köpenick sollen nach einem Vorschlag des Bezirks wieder Kleingärten entstehen, falls das Land Berlin das Grundstück erwerben kann.

 

Quellen: Bezirksamt Treptow-Köpenick, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Oliver Igel und Paul Bahlmann (Instagram)

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4 Kommentare

  1. Jörn Hentze 29. August 2026 at 10:28 - Reply

    Die gekündigten Pächter haben keine Entschädigung erhalten. Sie mussten für die Kosten (Abriss Gebäude sowie die gesamte Entsorgung bis zum letzten Stein) selbst bezahlen. Das waren für viele Pächter mehrere tausend Euro.
    Der Vertragspartner für die Pächter, war der Zwischenpächter, der „Bezirksverband der Gartenfreunde Köpenick“ des Bundeskleingartenverband. Dieser hat die Pächter voll im Stich gelassen, obwohl dieser für diese Kündigung die Ursache war.
    Der Grund war Urkundenfälschung.
    Die Menschen, welche zwischenzeitlich auf dem Grundstück hausten, waren Zigeuner, welche auch zur Vermüllung stark beigetragen haben.

  2. Henry 30. August 2026 at 07:24 - Reply

    Begeistert wenn es wieder Gärten werden würde!
    Mit Vorstand und Verein gibt’s wieder Ordnung und Sauberkeit.
    Pacht sollte Bezahlbar bleiben.

  3. OS 30. August 2026 at 17:08 - Reply

    Wieso Kleingärten, die nur einer kleinen Zahl von Menschen etwas bringen und nicht stattdessen eine (ordentliche) Grünfläche für alle?

  4. Mario willkomm 3. September 2026 at 16:09 - Reply

    Hallo guten Tag es sollte eine Fläche werden die für alle da ist insbesondere für Kinder und Familien alt wie jung wie ein kleines Dorf wo alle was machen können naturbelassen. Mfg

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