Am Brebacher Weg in Biesdorf prüft die GESOBAU rund 100 Wohnungen im früheren Psychiatriegebäude Haus 41. Eine Machbarkeitsstudie soll im September vorliegen.
Haus 41: Rund 100 Wohnungen in Biesdorf geprüft
© Titelbild: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0
Seit Jahren steht Haus 41 am Brebacher Weg in Biesdorf leer. Mehrere Anläufe für eine neue Nutzung blieben ohne sichtbares Ergebnis. Nun hat sich eine entscheidende Voraussetzung geändert: Das ehemalige Psychiatriegebäude gehört seit April 2026 der GESOBAU. Und erstmals nennt das landeseigene Unternehmen eine konkrete Größenordnung für eine mögliche Wohnnutzung.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Adresse: Brebacher Weg 15, Haus 41, 12683 Berlin
- Projektstatus: Machbarkeitsstudie läuft
- Geprüfte Nutzung: rund 100 Wohnungen
- Zielgruppen: unter anderem Studierende, Auszubildende, Menschen in Not und Beschäftigte im Pflegebereich
Die GESOBAU lässt derzeit untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen sich das ehemalige Psychiatriegebäude umbauen und sanieren lässt. Dabei geht es laut der jüngsten Antwort des Senats nicht nur um die bauliche Substanz. Die Machbarkeitsstudie untersucht auch technische und wirtschaftliche Voraussetzungen. Ihr Abschluss ist für Ende September 2026 vorgesehen. Erst danach sollen die weiteren Planungs- und Abstimmungsverfahren folgen.
Haus 41 in Biesdorf: GESOBAU prüft rund 100 Wohnungen
Nach aktuellem Arbeitsstand untersucht das Unternehmen, ob in Haus 41 rund 100 Wohneinheiten entstehen können. Fest beschlossen ist diese Zahl allerdings noch nicht. Wie viele Wohnungen tatsächlich möglich sind und wie das Gebäude genau genutzt wird, soll sich erst nach Abschluss der weiteren Planung zeigen.
Klarer ist bereits die langfristige Perspektive. Die GESOBAU will Haus 41 nach einer möglichen Sanierung im eigenen Bestand behalten, vermieten und bewirtschaften. Die Wohnnutzung soll sich nach dem Beschluss der Senatskommission Wohnungsbau vom 16. Juli 2024 insbesondere an Menschen richten, die Unterstützung auf dem Wohnungsmarkt benötigen. Genannt werden Studierende, Auszubildende, Menschen in Not sowie Beschäftigte im Pflegebereich. Wie die Wohnungen zwischen diesen Gruppen verteilt würden, steht noch nicht fest.
Biesdorf: Vom Psychiatriegebäude zur Unterkunft für Geflüchtete
Haus 41 hat bereits mehrere Nutzungsphasen hinter sich. Das Gebäude gehörte zum früheren Krankenhauskomplex am Brebacher Weg und diente als Psychiatriegebäude. Später nutzte Berlin den Bau zur Unterbringung geflüchteter Menschen. Nach Angaben des Bezirksamts nahm die damalige Notunterkunft am 23. Dezember 2015 ihren Betrieb auf. Als Betreiber fungierte die Volkssolidarität. Für die Unterkunft waren damals 387 Plätze ausgewiesen.
Später fungierte Haus 41 als Erstaufnahmeeinrichtung. Schon damals bereitete der Zustand des Gebäudes Probleme. In einer bezirklichen Stellungnahme aus dem Jahr 2020 hieß es, dass der Bau für die dauerhafte Unterbringung vieler Menschen nicht ausreichend ausgestattet sei. Eine Sanierung hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach verzögert. Als Gründe führte der Bezirk unter anderem schwierige Abstimmungen, Probleme bei Vergabeverfahren sowie Engpässe bei Gewerken und Materialien an.

Das Klinikareal am Brebacher Weg in Biesdorf. Auf dem Gelände befindet sich auch das ehemalige Psychiatriegebäude Haus 41, dessen Umbau zu rund 100 Wohnungen geprüft wird. / © Foto: Wikimedia Commons, Singlespeedfahrer, CC0
Brebacher Weg: Eigentumsfrage bremste Planung lange aus
Seit 2021 steht das Gebäude leer. Zwischenzeitlich galt Haus 41 erneut als möglicher Standort für eine Gemeinschaftsunterkunft. 2022 teilte der Senat mit, dass eine umfassende Sanierung eine Unterbringung von rund 400 Menschen ermöglichen könnte. Geprüft wurde damals sogar ein Neubau anstelle des alten Klinikgebäudes. Doch die Planungen sind inzwischen überholt.
Mit dem Eigentumsübergang zum 1. April 2026 hat sich die Situation geändert. Einen Termin für den Baubeginn oder die Fertigstellung der möglichen Wohnungen nennt die GESOBAU aber ausdrücklich noch nicht. Auch belastbare Angaben zu Baukosten gibt es nicht.
Auch weitere Wohngebäude am Standort sollen saniert werden
Dafür liefert die aktuelle parlamentarische Anfrage auch neue Informationen zu weiteren Gebäuden am Standort. Die einzeln stehenden Wohnhäuser am Parkplatz sollen ebenfalls saniert werden. Dabei will die GESOBAU vor allem Maßnahmen für den Klimaschutz sowie Arbeiten aufgrund brandschutzrechtlicher Anforderungen umsetzen. Nach aktuellem Stand sollen diese Arbeiten 2027 beginnen. Erweiterungen der Gebäude am Parkplatz plant das Unternehmen derzeit nicht.
Damit zeichnet sich am Brebacher Weg erstmals seit längerer Zeit eine konkretere Perspektive ab.
Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26803, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, Marzahn-Hellersdorf LIVE, Die Hellersdorfer
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