Mit dem Start des Wettbewerbs für den Luisenblock Ost II beginnt ein zentraler Abschnitt der Weiterentwicklung des Berliner Regierungsviertels. Auf einem der letzten großen innerstädtischen Areale sollen neue Bürobauten für den Deutschen Bundestag, Flächen für ver.di und benötigter Wohnraum entstehen. Der Wettbewerb soll nun klären, wie ein gemischtes, zukunftsfähiges Quartier an der Spree aussehen kann.

Luisenblock Ost 1

Der Luisenblock wurde nach dem Wettbewerb 2009 in zwei Bereiche geteilt: den westlichen Luisenblock Ost 1 und den östlichen Luisenblock Ost 2. Für den ersten Teil liegen bereits Entwürfe vor, die mit transparenter Architektur eine enge Verbindung zwischen den Sitzungssälen und dem Parlamentsviertel herstellen. / © Visualisierung: Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek

© Visualisierung Titelbild: Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek

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Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat gemeinsam mit Bund und Bundesamt für Bauwesen den städtebaulichen Realisierungswettbewerb für den Luisenblock Ost II gestartet. Das Gebiet liegt zwischen Schiffbauerdamm und Bahnhof Friedrichstraße, angrenzend an das bereits geplante Bundestagsprojekt Luisenblock Ost I. Damit rückt einer der letzten unbebauten Bereiche im Regierungsviertel in den Fokus. Der Wettbewerb soll Entwürfe hervorbringen, die den Ort städtebaulich neu ordnen und gleichzeitig den besonderen Anforderungen in der Berliner Mitte gerecht werden.

Dabei geht es um mehr als ein einzelnes Bauvorhaben. Das Gebiet bildet eine wichtige Lücke im übergeordneten Konzept des „Bandes des Bundes“, das seit den 1990er-Jahren das Parlamentsviertel strukturiert. Die Senatsbaudirektorin Petra Kahlfeldt erklärte, der Luisenblock Ost biete die Chance, ein Quartier zu entwickeln, das Wohnen, Arbeiten und Regierungsfunktionen verbindet. Sie betonte, der Wettbewerb sei ein entscheidender Schritt, um die Berliner Mitte weiter zu komplettieren.

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Luisenblock Ost II: Fachbüros entwickeln Konzepte für ein neues Spreequartier

Der Wettbewerb ist offen, anonym und interdisziplinär. Architektur-, Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüros sind eingeladen, bis April 2026 ihre Arbeiten einzureichen. Im Juni soll ein Preisgericht über die besten Vorschläge entscheiden, die anschließend öffentlich ausgestellt werden. Damit folgt das Verfahren den Vorgaben der Richtlinie für Planungswettbewerbe und will eine breite fachliche Beteiligung ermöglichen.

Im Zentrum steht die Frage, wie ein gemischtes Quartier aussehen kann, das die Anforderungen des Bundestags, sozial orientierten Wohnraums und eines öffentlichen Uferraums miteinander verbindet. Das Bebauungskonzept soll die Spree stärker erlebbar machen und einen durchgehenden, lebendigen Promenadenraum schaffen. Ergänzende Nutzungen wie nicht störendes Gewerbe und Dienstleistungen sollen die Erdgeschosse beleben.

Nutzungskonzept für Bundestag, Wohnen und ver.di: Umfangreiche Flächen am Luisenblock Ost II geplant

Der neue Luisenblock Ost II wird große Bauvolumen aufnehmen müssen. Insgesamt sind rund 64.800 Quadratmeter Bruttogrundfläche vorgesehen, davon etwa 29.500 Quadratmeter für den Bundestag. Weitere Flächen entfallen auf Büros der ver.di-Vermögensverwaltung, auf Wohnungsbau und auf wohnbegleitende Einrichtungen. Auch die Stadtbahnbögen sollen in ein neues Nutzungskonzept einbezogen werden.

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Gleichzeitig sollen ökologische Anforderungen eine zentrale Rolle spielen. Die Konzepte müssen klimaresiliente Freiräume, hitzeangepasste Gebäudestrukturen und Elemente des Schwammstadt-Prinzips integrieren. Auch die Lage zwischen Spree und Stadtbahn erfordert Lösungen für Lärmschutz und robuste städtebauliche Strukturen. Damit soll der Wettbewerb zu einem Schlüsselprojekt für klimaorientierte Stadtentwicklung im Regierungsviertel werden.

Neubau für den Bundestag: Wie der Luisenblock Ost I das Regierungsviertel erweitert

Parallel läuft die Planung für den westlich angrenzenden Luisenblock Ost I, wo ein neues Bürogebäude für den Deutschen Bundestag entstehen soll. Der Entwurf des Büros Atelier Kempe Thill Thörner Kaczmarek sieht transparente Fassaden, Holzhybridbauweise und einen direkten Bezug zum umgebenden Parlamentsviertel vor. Die Fertigstellung ist für 2034 vorgesehen. Beide Teilprojekte bilden zusammen die Erweiterung des „Bandes des Bundes“ entlang der Spree.

Durch die Verzahnung beider Wettbewerbe und Bauabschnitte entsteht in der Berliner Mitte ein neues politisches und urbanes Zentrum, das Arbeitsplätze, Stadtleben und öffentliche Räume verbindet. Bis zur Realisierung wird jedoch noch ein komplexes Verfahren folgen, das in einem Bebauungsplan münden soll.

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Quellen: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Berlin Bauboom, Architektur Urbanistik Berlin

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