Das Bezirksamt Berlin‑Mitte startet am 10. Juli 2025 den Abriss des mehr als sieben Jahre gesperrten Wohnhauses in der Burgsdorfstraße 1. Nach Verzögerungen besteht nun Aussicht auf die Freigabe der Straße und potenzielle Nachnutzung des Grundstücks.

Das Wohnhaus Burgsdorfstraße 1 stand jahrelang leer und verfiel zusehends. Bereits 2004 wurde ein Seitenflügel gesperrt, 2017 bestätigte ein Gutachten die Einsturzgefahr des gesamten Gebäudes. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Das Bezirksamt Mitte hat die Räumung des einsturzgefährdeten Wohnhauses in der Burgsdorfstraße 1 per Ersatzvornahme durch eine Fachfirma veranlasst. Die Abrissarbeiten sollen am 10. Juli 2025 beginnen und etwa acht Wochen in Anspruch nehmen. Derzeit laufen erste vorbereitende Maßnahmen: Die Straße ist gesperrt, vor dem Gebäude finden Arbeiten statt.
Ein Bagger ist bislang nicht im Einsatz, der eigentliche Rückbau hat noch nicht sichtbar begonnen. Bisher war die Straße bereits seit 2017 wegen Sicherungsmaßnahmen eingeschränkt. Nun verspricht der geplante Abriss, die seit Jahren andauernde Sperrung endlich aufzuheben.
Lange Sperrung belastete Anwohnende und umliegende Betriebe in Wedding erheblich
Laut Bezirksstadtrat Ephraim Gothe habe die Sperrung über Jahre hinweg den Alltag der Anwohnenden erheblich beeinträchtigt. Auch das benachbarte Prime Time Theater und umliegende Geschäfte klagten über Umsatzeinbußen, wie die Berliner Morgenpost berichtet.
Der Intendant des Theaters beschrieb die Situation als „Katastrophe“ für das Gewerbe und begrüßte den nun anstehenden Abriss. Zudem berichtete er laut Berliner Morgenpost von Rattenbefall im leerstehenden Gebäude.
Bezirk Mitte lässt abrissreifes Wohnhaus auf eigene Kosten entfernen — Eigentümerin kam Sanierungspflicht nicht nach
Der Abriss erfolgt, weil die Eigentümerin trotz mehrfacher Aufforderung nicht saniert hat. Ein zunächst eingeleitetes Verfahren scheiterte an verfahrensrechtlichen Fehlern. Danach ergriff der Bezirk die Ersatzvornahme und trägt die Kosten vorerst selbst. Der sofortige Beginn der Abbrucharbeiten erfolgte nach einem positiv beschiedenen Bau- und Abrissantrag.
Das Bezirksamt bat um Verständnis für mögliche Unannehmlichkeiten wegen Baulärm und Schmutz. Zudem habe das Bezirksamt im Vorfeld Anwohnende und Gewerbetreibende über Ablauf und Sicherheitsvorkehrungen informiert. So fanden Begehungen statt, um Lärm- und Staubelastung möglichst gering zu halten. Der Theaterintendant lobte laut Berliner Morgenpost die Abstimmung mit dem Amt und zeigte sich zuversichtlich, dass die Abläufe verträglich gestaltet werden.
Rückbau der Sperrung ermöglicht städtebauliche Neuordnung im Umfeld Leopoldplatz
Nach dem Abriss fallen auch die provisorische Brandschutzmauer mit Graffiti sowie Sperrungen weg. Der Intendant hofft nun auf sozialen Wohnungsbau an diesem Standort. Das Bezirksamt hat noch keine konkreten Pläne zur künftigen Nutzung bekannt gegeben. Allerdings weist die zentrale Lage nahe Leopoldplatz und Müllerstraße auf ein gutes Potenzial für Neubebauung hin.
Mit dem Abriss der Burgsdorfstraße 1 endet eine langjährige städtebauliche und sicherheitspolitische Belastung für das Quartier. Die Öffnung der Straße bietet Raum für neue städtebauliche Lösungen, deren konkrete Umsetzung aber weiterhin unklar ist. Der Bezirk betont, dass mögliche Belastungen minimiert werden sollen und prüft nun Nachnutzungskonzepte.
Quellen: Bezirksamt Mitte, Tagesschau, Berliner Morgenpost
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.




