Die Langzeit-Baustelle auf der Seestraße in Berlin-Wedding sorgt weiter für Stau und blockierte Querungen. Eine Schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus zeigt, wie lange die Arbeiten noch dauern, welche Probleme bekannt sind und welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden.
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Die Dauer-Baustelle auf der Seestraße in Wedding im Bezirk Berlin-Mitte bleibt noch mehrere Monate ein Thema für Anwohner, Pendler und Eltern. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Schriftliche Anfrage der SPD-Abgeordneten Mathias Schulz und Dr. Maja Lasić hervor. Anlass waren Hinweise auf regelmäßige Rückstaus und blockierte Querungsstellen. Nach Darstellung der Fragesteller betrifft das vor allem Fußgänger, darunter Kinder auf Schul- und Kitawegen.
Nach Angaben des Senats gilt die aktuelle baustellenbedingte Verkehrsführung seit dem 18. August 2025. Bereits seit dem 14. August 2025 stehen dort Bussonderfahrstreifen und Sondersignale am Knoten Seestraße / Genter Straße / Cornelius-Fredericks-Straße.
Baustelle Seestraße in Wedding bis August 2026 geplant
Die Berliner Wasserbetriebe tragen als Bauherr die Verantwortung für Planung und Durchführung der Maßnahme. Es werden Wasserrohre ausgetauscht. Laut Senat läuft derzeit der zweite Bauabschnitt in diesem Bereich. Die Bauzeit wurde hierfür bis zum 7. August 2026 festgelegt.
Ursprünglich war das Gesamtprojekt nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe auf 21 Monate angelegt. Der erste Bauabschnitt wurde schon 2023 abgeschlossen. Im zweiten Abschnitt kam es Anfang 2026 wegen außergewöhnlich niedriger Temperaturen zu einer rund siebenwöchigen Unterbrechung. Trotzdem rechnen die Wasserbetriebe weiter mit einem planmäßigen Abschluss im August 2026. Ein früheres Bauende hält der Senat derzeit jedoch nicht für realistisch.
Seestraße in Wedding: Beschwerden und neue Ampelsteuerung
Die Baustelle in der Seestraße bleibt also ein Dauerthema für alle Verkehrs-Teilnehmenden. Der Senat bestätigt, dass es im vorgelagerten Bereich der Maßnahme regelmäßig zu Rückstau kommt, besonders in den Hauptverkehrszeiten. Das betrifft auch die Knotenpunkte an der Antwerpener Straße und an der Genter Straße. Hier werden regelmäßig Einfahrten und Gehbereiche für den Fuß- und Radverkehr blockiert.
Immer wieder kommt auch zu Unfällen. Im Abschnitt Seestraße zwischen Oudenarder Straße und Müllerstraße registrierte die Berliner Polizei zwischen dem 14. August 2025 und dem 31. Januar 2026 insgesamt 19 Verkehrsunfälle. An der Kreuzung Seestraße / Müllerstraße erfasste die Polizei im selben Zeitraum 30 Unfälle, darunter einen Unfall mit Schwerverletzten und vier mit Leichtverletzten. Häufige Ursachen waren ungenügender Sicherheitsabstand, Fehler beim Fahrstreifenwechsel und andere Fahrfehler.
Neue Steuerung der Ampel an Baustelle in der Seestraße
Im März wurde deshalb eine verkehrsabhängige Steuerung der Ampelanlage an der Kreuzung Seestraße / Müllerstraße in Betrieb genommen. Danach habe sich die Verkehrssituation vor Ort laut Senat deutlich verbessert.
Weitere kurzfristige Maßnahmen prüft die Zentrale Straßenverkehrsbehörde nach einer Ortsbegehung mit der Polizei zwar noch. Zusätzliche Sperrflächen, weitere Markierungen oder besondere verkehrslenkende Maßnahmen für den Fuß- und Radverkehr hält der Senat bisher aber nicht für erforderlich. Bei einer Ortsbegehung Mitte März stellte die Behörde nach eigener Darstellung keine akute Gefährdungslage fest.
Baustelle Seestraße (Wedding)
Quelle: Abgeordnetenhaus Berlin, Schriftliche Anfrage, Drucksache 19 / 25 499
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Straßenbaustellen in Berlin haben offensichtlich einen „erhaltungswürdigen“ Charakter, bereichern das öffentliche Straßenbild, erfreuen Pendler und Anwohner gleichermaßen und dienen ja auch den Baufirmen zur Entlastung ihrer Lagerkosten, wenn man Baken und Schilder einfach im Straßenland stehen lassen kann. Aber immerhin gab es eine Ortsbegehung, bei der man festgestellt hat, das man nichts machen kann – quasi der gegebene Aggregatzustand der Politik.
Nun stellt sich dennoch die Frage, hier im konkreten Fall, warum das Nadelöhr Autobahnzufahrt Seestraße denn nun seit Jahren in einem temporären Zustand eingeschränkter Verkehrsführung verharrt, warum die Bauabschnitte der Wasserwerke so groß sein müssen, das ganze Hauptstraßenzüge gesperrt werden müssen und warum man nicht von vorneherein eine intelligente Ampelschaltung für notwendig hielt.
Man kann ja nur hoffen, dass nicht Gas oder Fernwärme demnächst verlegt werden müssen, sonst würde uns wie am Hindenburgdamm ein ewiges Martyrium drohen. Aber irgendwer träumt ja noch davon, die A100 zu vollenden, dagegen ist alles derzeitige nur ein laues Lüftchen.