In der Hamburger HafenCity entsteht ein neues Wohnprojekt, das nachhaltiges Bauen, soziale Durchmischung und gemeinschaftliches Wohnen vereinen will. Das „we-house Baakenhafen“ verbindet Holz-Hybrid-Konstruktion mit CO₂-reduzierten Betondecken und bietet Raum für Familien, Senioren und Studierende. Das Projekt wurde Ende des Jahres mit dem Zukunftspreis 2025 ausgezeichnet.

Die Dachterrasse des we-house Baakenhafen will künftig nicht nur Ausblicke auf den Baakenpark und die HafenCity bieten, sondern auch einen sechs Meter hohen Dachwald, der als grüner Treffpunkt dient und zugleich CO₂ bindet, integrieren. / © Visualisierung: ARCHY NOVA
© Visualisierungen: ARCHY NOVA
Am Baakenpark in der Hamburger HafenCity entsteht bis Herbst 2026 ein achtgeschossiges Wohngebäude mit Dachgewächshaus. Das „we-house Baakenhafen“ umfasst nach Fertigstellung 54 Wohneinheiten, darunter 32 für Eigennutzer und 22 geförderte Wohnungen. Ziel des Projekts ist eine Mischung aus Generationen, die Familien, Senioren, Studierende und Menschen mit Behinderung einschließt. Die Wohnungen sind bereits vollständig vergeben.
Das Projekt setzt auf gemeinschaftliche Strukturen, um soziale Isolation zu reduzieren. Ein hauseigenes Restaurant, ein Multifunktionsraum und ein Dachwald bieten künftig Treffpunkte für die Bewohner. Durch tägliche Begegnungen, gemeinsames Kochen und Freizeitangebote sollen Prävention und Nachbarschaftspflege gefördert werden.
Neubau am Baakenpark: Holz-Hybrid-Konstruktion und CO₂-Reduktion
Die Architektur kombiniert sechs Meter hohe Buche-Holzstützen im Erdgeschoss mit leimfreien Vollholzwänden ab dem ersten Obergeschoss. Betondecken werden aus CO₂-reduzierter Zementrezeptur gefertigt. Vorgefertigte Wandelemente von bis zu 14 Metern Länge enthalten bereits Dämmung und Lüftungseinbauten, sodass pro Woche etwa 250 Quadratmeter Baufläche errichtet werden können.
Nach Angaben des Projektentwicklers Archy Nova spart diese Bauweise rund 600 Tonnen CO₂ gegenüber einer konventionellen Konstruktion. Ein Kubikmeter Nadelholz speichert zudem etwa 640 Kilogramm CO₂. Zusätzlich trägt ein sechs Meter hoher Dachwald zur Bindung von Treibhausgasen bei und verbessert das Mikroklima.
Mit Restaurant und Dachgewächshaus: Gemeinschaft und Kreislaufwirtschaft im „we-house“

So könnte das hauseigene Restaurant im Erdgeschoss aussehen. Hier soll die Ernte des Dachgewächshauses zu frischen Gerichten verarbeitet werden und Bewohnern ein zentraler Ort für Begegnung geboten werden. / © Visualisierung: ARCHY NOVA
Im Dachgewächshaus werden Salate, Kräuter und Microgreens ganzjährig angebaut. Die Ernte wird im hauseigenen Restaurant verarbeitet. Gleichzeitig stehen den Bewohnern Sharing-Angebote wie E-Autos, Lastenräder und Werkzeuge zur Verfügung. Innerhalb der „we-house“-Struktur sollen Bewohner bei veränderten Lebenssituationen flexibel in andere Wohnungen oder Standorte wechseln können, heißt es auf der Projekt-Website.
Die Gemeinschaftsflächen, darunter Werkstatt und multifunktionale Aufenthaltsräume, sollen Begegnungen und Nachbarschaftshilfe fördern. Auch Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen können sich in den gastronomischen Bereichen einbringen. So verstehe man Wohnen nicht nur als private Nutzung, sondern als aktives Mitgestalten.
Zukunftspreis 2025: Ein Vorbild für die Stadtentwicklung?
Mit der Auszeichnung „Zukunftspreis 2025“ würdigte im Oktober der Callwey Verlag das Projekt als beispielhaft für generationenübergreifendes Wohnen. Es zeige, wie ökologisches Bauen, soziale Integration und gemeinschaftliche Nutzung miteinander verbunden werden können. In einer Stadt, in der Haushalte mit Kindern überdurchschnittlich vertreten sind, setzte das „we-house Baakenhafen“ Impulse für neue Wohnmodelle und Quartiersentwicklung.
Quellen: we-house Baakenhafen, Archy Nova Projektentwicklung GmbH
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