Die dringend notwendige Sanierung des Tempelhofer Damms wird sich offenbar um Jahre verzögern. Grund dafür ist ein anhaltender Streit zwischen Bezirk und Senat über Baumfällungen und die Verkehrsführung während der Bauzeit.

Platz der Luftbrücke
Bahnhof Tempelhof

© Titelbild: Wikimedia Commons, Kasa Fue, CC BY-SA 4.0

 

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Die umfassende Erneuerung des Tempelhofer Damms wird nach aktuellem Stand frühestens im zweiten Halbjahr 2029 beginnen. Dabei gilt das Vorhaben seit Jahren als dringend: Unter der Straße verlaufen fast 150 Jahre alte Abwasserdruckleitungen der Berliner Wasserbetriebe, die als stark bruchgefährdet gelten. Auch der Tunnel der U-Bahnlinie U6 sowie weitere Versorgungsleitungen müssen saniert werden.

Betroffen ist der Abschnitt zwischen Platz der Luftbrücke und der Ringbahn. Ursprünglich sollte die Großbaustelle deutlich früher starten. Nun sorgen politische Differenzen erneut für Verzögerungen.

Bauarbeiten entlang des Tempelhofer Feldes: Streitpunkt sind dutzende Straßenbäume

Im Mittelpunkt des Konflikts steht die Frage, wie der Verkehr während der jahrelangen Bauarbeiten geführt werden soll. Die Senatsverwaltung will pro Richtung weiterhin zwei Fahrspuren offenhalten. Dafür müssten jedoch rund 60 Bäume auf dem Mittelstreifen gefällt werden.

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Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg lehnt das bislang ab. Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck (Grüne) verweigerte die Genehmigung für zusätzliche Baumfällungen und verweist auf den Schutz des Stadtgrüns sowie auf das Berliner Klimaanpassungsgesetz. Ihr Vorschlag sieht vor, Parkplätze entlang des Tempelhofer Feldes aufzugeben, um zusätzliche Fahrbahnbreite ohne weitere Fällungen zu schaffen.

Bereits im vergangenen Jahr war eine alternative Verkehrsführung vorgestellt worden, die mehr Bäume erhalten sollte. Dieses Konzept wurde Anfang 2025 von der CDU-geführten Verkehrsverwaltung wieder verworfen.

Zu sehen ist eine Baumfällung am Tempelhofer Damm in Berlin-Tempelhof.

Der Tempelhofer Damm soll umfassend erneuert werden. Hierfür ist die Fällung von rund 60 Straßenbäumen auf dem Mittelstreifen geplant. / © Foto: IMAGO / A. Friedrichs

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Erneuerung des Tempelhofer Damms: Wasserbetriebe warten weiter auf Klarheit

Die Berliner Wasserbetriebe, die das Projekt koordinieren, müssen inzwischen weitere Gutachten zu Verkehr, Klima-, Lärm- und Artenschutz vorlegen. Wann die Bauarbeiten tatsächlich starten können, ist deshalb weiter offen.

Die Senatsverwaltung argumentiert, dass großräumige Umleitungen zu erheblich mehr Verkehr, Lärm und zusätzlichen CO₂-Emissionen führen würden. Umweltverbände hingegen warnen vor den langfristigen Folgen der Baumfällungen für das Stadtklima. Die ursprünglich bereits für die Jahre ab 2022 geplante Großbaustelle entwickelt sich damit zunehmend zu einem politischen und planerischen Konfliktfall.

Quellen: Tagesspiegel, VIZ Berlin, BUND Berlin 

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4 Kommentare

  1. Jürgen 11. Mai 2026 at 14:59 - Reply

    Hier sollen zahlreiche Bäume, die allen nutzen, gefällt werden, um ein paar Parkplätze zu erhalten, die nur sehr wenigen Menschen nutzen? Stellt sich die CDU die Stadt in der Zukunft als Betonwüste vor? Für mich ist das menschenfeindliche Politik, um Privilegien für sehr wenige zu erhalten.

  2. Ewald Karl 11. Mai 2026 at 15:46 - Reply

    Ich habe selten einem politischen Ereignis so entgegengefiebert wie der Abwahl von Wegner und Bonde. Dieser Senat ist wirklich mehr und mehr toxisch für Verkehr und Umwelt.

  3. Chris Da 11. Mai 2026 at 18:21 - Reply

    Wenn es zwei Fahrspuren sein müssen (auch das kann man in Frage stellen), ist doch der erste Ansatz vorhandene Parkplätze dafür zu nutzen:
    Sind da. Schon mit einer befahrbaren Oberfläche versehen. Strich malen und fertig. Viel weniger Aufwand.

    Gäbe es ein Gesamtkonzept für den Berliner Verkehr, könnte man Ausweichstrecken viel leichter planen.

  4. Susanne Schreck 12. Mai 2026 at 09:34 - Reply

    Wer bezahlt den Schaden, wenn Röhre brechen und der U Bahnhof voll mit Wasser läuft.

    Alle, die jetzt streiten, ihr Ego stärken, stänkern oder Machtspiele betreiben wollen !
    Na dann legt mal einen Fond an und spart schon mal.

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