Die denkmalgeschützte Wartenaubrücke wird seit Monaten grundlegend instand gesetzt, nun ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Parallel startet im März die Sanierung des Straßenzugs Lerchenfeld – Wartenau. Beide Projekte sollen bis Mai 2027 abgeschlossen sein.

Die eingehauste Baustelle der Wartenaubrücke: Die verstärkte und neu beschichtete Stahlkonstruktion ist freigelegt, aktuell abgedeckt und für die Betonage der neuen Fahrbahnplatte vorbereitet. / © Foto: LSBG Hamburg
© Fotos: LSBG Hamburg
Wer derzeit an der Wartenaubrücke unterwegs ist, kann den Fortschritt mit eigenen Augen verfolgen. Das freigelegte Stahlgerüst, eingerüstet und eingehaust, zeigt deutlich: Die Arbeiten an dem mehr als 100 Jahre alten Bauwerk sind weit vorangeschritten. Auf der Ostseite sind sämtliche geschädigten Stahlträger ersetzt, Streben verstärkt und die Konstruktion neu beschichtet.
Die 24 Meter lange Brücke überspannt den Eilbekkanal und verbindet die Stadtteile Uhlenhorst und Eilbek. Als Teil der Bundesstraße 5 zählt sie zu den zentralen Verkehrsachsen im Hamburger Osten. Täglich nutzen Tausende Fahrzeuge, Busse sowie Rad- und Fußverkehr die Querung. Eine Hauptprüfung hatte erhebliche Schäden an der Stahlkonstruktion und der Fahrbahnplatte ergeben.
Wartenaubrücke wird saniert: Komplexe Technik unter Denkmalschutz
Die Instandsetzung erfolgt unter anspruchsvollen Bedingungen: beengte Platzverhältnisse, statische Anforderungen und der Schutzstatus als Einzeldenkmal. Auch im Umfeld der St.-Gertrud-Kirche prägt die Brücke das Stadtbild. Entsprechend bleibt das originale Stahlskelett erhalten. Historische Nieten werden ausgebaut und durch Passschrauben ersetzt, da genietete Verbindungen heute nicht mehr hergestellt werden.
Ein spezielles Strahlverfahren entfernte Rost und schadstoffhaltige Altbeschichtungen vollständig. Da die Brücke über einem Gewässer liegt, wird das belastete Material in einer staubdichten Einhausung aufgefangen. Parallel bereiten die Bauleute die Betonage der neuen Fahrbahnplatte vor, die im März beginnt. Auch Geh- und Radwege sowie das Geländer aus den 1950er-Jahren werden erneuert beziehungsweise restauriert. Ab Juli 2026 wandert die Baustelle auf die Westseite, der Verkehr bleibt mit reduzierter Führung aufrechterhalten.
Für mehr Verkehrssicherheit und bessere Erreichbarkeit: Straßenzug Lerchenfeld – Wartenau folgt im März
Zeitgleich mit der Brückensanierung startet am 2. März 2026 die Erneuerung des rund 650 Meter langen Straßenzugs Lerchenfeld – Wartenau zwischen Schürbeker Bogen und Wandsbeker Chaussee. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen und den Straßenraum neu zu ordnen. Risse, Spurrinnen und Wurzelaufbrüche machen eine grundlegende Sanierung erforderlich.
Geplant sind eine vollständige Erneuerung der Fahrbahn, verbreiterte und modernisierte Geh- und Radwege sowie barrierefreie Querungen. Sicherheitsstreifen sollen Konflikte zwischen parkenden Fahrzeugen und Radverkehr reduzieren. Teilversiegelte Flächen werden entsiegelt, Grünbereiche erweitert und Baumstandorte instand gesetzt. Von der koordinierten Umsetzung profitieren auch Einrichtungen wie die Hochschule für bildende Künste und das Gymnasium Lerchenfeld, deren Erreichbarkeit verbessert wird.
Verkehrsführung wird nur einmal grundlegend angepasst; geplante Fertigstellung im Mai 2027
Durch die parallele Organisation beider Maßnahmen wird die Verkehrsführung nur einmal grundlegend angepasst. Zusätzliche spätere Eingriffe sollen so vermieden werden.
Die Fertigstellung von Brücke und Straßenzug ist für Mai 2027 vorgesehen. Dann soll die Wartenaubrücke nicht nur statisch ertüchtigt sein, sondern weiterhin als prägendes Element der Hamburger Stadtgeschichte bestehen bleiben – technisch auf dem neuesten Stand und zugleich in ihrer historischen Substanz bewahrt.
Quellen: Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM), LSBG Hamburg
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