Die Unterkunft für Geflüchtete am Warschauer Platz in Friedrichshain-Kreuzberg wird Ende April geschlossen. Grund sind bauliche Probleme und hohe Sanierungskosten. Für die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sozialverträgliche Anschlusslösungen gefunden werden.

© Titelbild: Wikimedia Commons, Sinuhe20, CC BY-SA 3.0 

 

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Die Aufnahmeeinrichtung für Geflüchtete am Warschauer Platz 6 soll zum 30. April geschlossen werden. Dies teilte das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) am 23.03. in einer Pressemitteilung mit. Das Gebäude, ein ehemaliges Hostel, war seit dem 1. September 2023 in Nutzung.

Die Einrichtung war angemietet worden, um zusätzliche Kapazitäten in der Unterbringung zu schaffen. Hintergrund war der anhaltende Platzmangel in bestehenden Unterkünften. Der Standort erfüllte damit vor allem eine Funktion als Übergangslösung.

Bauliche Probleme am Bestandsgebäude: Gründe für die Entscheidung, die Einrichtung zu schließen

Ausschlaggebend für die Schließung sind nach Angaben des LAF vor allem bauliche Defizite. Eine weitere Nutzung hätte umfangreiche und zugleich kostenintensive Sanierungsmaßnahmen erfordert. Vor diesem Hintergrund sei entschieden worden, den Mietvertrag nach Ablauf nicht zu verlängern.

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Mit der Aufgabe des Standorts gehen ab Mai 2026 insgesamt 580 Unterbringungsplätze verloren. Damit entfällt ein erheblicher Teil der kurzfristig geschaffenen Kapazitäten, die in den vergangenen Jahren zur Entlastung beigetragen hatten.

Verlegung der Bewohnerinnen und Bewohner: Sozialverträgliche Lösungen und besondere Bedarfe

Derzeit leben noch rund 239 Menschen in der Unterkunft, mehr als die Hälfte von ihnen stammt aus der Ukraine. Für diese Personen soll in den kommenden Wochen eine Anschlussunterbringung organisiert werden. Das LAF kündigt an, die Verlegung schrittweise umzusetzen und individuelle Bedarfe zu berücksichtigen.

Besonders schutzbedürftige Personen sollen gezielt unterstützt werden. Auch für Familien mit schulpflichtigen Kindern werden Lösungen angestrebt, die den bisherigen Sozialraum möglichst erhalten. Ziel ist es laut LAF, die Umzüge so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.

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Quellen: Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten, Berliner Morgenpost

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