Im Frankfurter Westend nähert sich ein lange verzögertes Bauprojekt dem Abschluss. Das Luxushotel Roomers ParkView im ehemaligen „Hochhaus am Park“ nimmt inzwischen Buchungen an. Nach Angaben des Betreibers soll es im Herbst 2026 eröffnen.

Nach Jahren des Leerstands kaufte die RFR Holding den Turm am Grüneburgweg im Jahr 2016. Der Umbau begann 2017 und umfasste die vollständige Entkernung sowie den Austausch der Spiegelglasfassade. Erst im Herbst 2026, also rund neun Jahre später, soll mit dem Hotel der letzte Teil des Projekts in Betrieb gehen. / © Foto: Wikimedia Commons, Melkom, CC BY-SA 3.0
© Visualisierung: RFR Gruppe / Groß & Partner
Am Grüneburgweg 102 im Frankfurter Westend baut die RFR Holding seit 2017 ein ehemaliges Bürohochhaus um. Direkt am Grüneburgpark und unweit des Campus Westend der Goethe-Universität entsteht dort das Projekt „160 Park View“. Nach einem Entwurf des Frankfurter Büros KSP Engel verwandelt sich der verspiegelte Doppelturm in einen Wohn- und einen Hotelturm. Nach mehreren Jahren Verzögerung soll das geplante Hotel im Herbst 2026 eröffnen.
Geschichte im Westend: Ein Bürohochhaus aus den 1970er Jahren
Die Geschichte des ehemaligen Bürohochhauses am Grüneburgweg reicht bis in das Jahr 1975 zurück. Obwohl der Bebauungsplan eine deutlich niedrigere Bebauung vorsah, erteilte die Stadt für den Bau eine Befreiung, und die Arbeiten konnten beginnen. Doch schon der damalige Bau zog sich über viele Jahre hin.
Erst 1985 war das Gebäude fertiggestellt und erhielt den Namen „Hochhaus am Park“. Die Allianz Lebensversicherung übernahm das Haus, und Unternehmen wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO bezogen die Büros. In den 1990er Jahren folgte eine Renovierung, später stand der Turm jedoch leer.
Umbau am Grüneburgpark: Aus Büros werden Wohnungen und ein Hotel
2016 kaufte die RFR Holding das Hochhaus und gab dem Projekt den Namen „160 Park View“. Sie plante, das Gebäude für neue Nutzungen umzubauen. Dafür ließ sie den Turm vollständig entkernen und ersetzte die alte Spiegelglasfassade.
Den Entwurf für die Umgestaltung lieferte das Büro KSP Engel. Es gliederte den bisher einheitlich wirkenden Baukörper in zwei klar erkennbare Türme. Der rund 96 Meter hohe Wohnturm erhielt eine helle Fassade mit Loggien und bietet Platz für 129 Eigentumswohnungen. Der niedrigere Turm mit dunklerer Fassade nimmt das Hotel auf.
Bauverzögerungen in Frankfurt: Fertigstellung Jahre später als geplant
Ursprünglich wollten die Projektentwickler den Umbau bis Ende 2019 abschließen, doch es kam immer wieder zu Verzögerungen. Zwischenzeitlich war die Fertigstellung für das erste Halbjahr 2023 und danach für das Ende des Jahres 2024 geplant. Auch diese Termine ließen sich nicht halten. Gegenüber der ersten Planung öffnet das Hotel nun rund sechs Jahre später.
Im Oktober 2023 übernahm der Frankfurter Projektentwickler Groß & Partner die technische Projektsteuerung. Geschäftsführer Peter Matteo nannte damals Lieferprobleme infolge der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine als Gründe für die zeitlichen Verschiebungen. Zudem müsse sein Team den alten Bestandsbau etwa beim Schallschutz auf einen modernen Standard bringen.
Hotel im Hochhaus am Park: Roomers ParkView bereitet die Eröffnung vor
Den Hotelbetreiber hatten die Eigentümer des Projekts bereits 2018 gefunden. Damals unterzeichnete die Frankfurter Gekko Group einen langfristigen Mietvertrag. Ihr Roomers ParkView umfasst 136 Zimmer und Suiten auf 19 Etagen und gehört zur Marke The Luxury Collection von Marriott. Die Innenräume gestaltete der italienische Designer Piero Lissoni.
Auch Besucherinnen und Besucher aus der Stadt sollen das Haus nutzen können. Deshalb öffnen ein chinesisches Restaurant im Erdgeschoss und eine Bar im 17. Stock für die Öffentlichkeit, darüber liegt ein Spa. Laut Hotel sind Aufenthalte ab November buchbar. Derzeit sucht der Betreiber bereits Personal für die Eröffnungsphase.
Quellen: Roomers Hotels, Gekko Group, Marriott International, Frankfurter Rundschau, Konii, Groß & Partner, KSP Engel, 160 Park View, Hines, Wikipedia
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


