Der Waldzustandsbericht 2025 zeigt, dass Berlins Wälder weiter unter massivem Stress stehen. Vor allem Trockenheit seit 2018 und ein sehr trockenes Frühjahr haben den Stadtbäumen zugesetzt, der Anteil deutlich geschädigter Kronen erreicht einen neuen Höchststand. Gleichzeitig versuchen die Berliner Forsten, den Wald durch Umbau und mehr Artenvielfalt widerstandsfähiger zu machen.

Berliner Wälder

Der Zustand der Berliner Waldbäume hat sich weiter verschlechtert. Hauptgründe sind das trockene Frühjahr 2025 und die seit 2018 anhaltende Bodentrockenheit, die den Stoffwechsel vieler Bäume über Jahre geschwächt und ihre Regenerationsfähigkeit deutlich reduziert haben. / © Foto: Wikimedia Commons, Iryna Artiushenko, CC BY-SA 4.0

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© Foto: Wikimedia Commons, Iryna Artiushenko, CC BY-SA 4.0 

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Der Waldzustandsbericht 2025 bescheinigt den Berliner Waldbäumen eine weiter sinkende Vitalität. Auf 46 Prozent der Waldfläche zeigen die Bäume deutliche Schäden, neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und damit ein neuer Höchstwert seit 1991. Nur noch drei Prozent der Bäume gelten als gesund und ohne sichtbare Kronenschäden.

Als zentrale Ursachen nennen Forstverwaltung und Senatsverwaltung das trockene Frühjahr 2025 und die anhaltende Bodentrockenheit seit dem Dürrejahr 2018. Viele Bäume haben ihren Stoffwechsel bereits über Jahre heruntergefahren, was ihre Regenerationsfähigkeit einschränkt und sie anfällig für weitere Belastungen macht.

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Kronenverlichtung erreicht neuen Höchststand in Berliner Wäldern

Die Erhebung basiert auf 41 Stichprobenpunkten, an denen Försterinnen und Wissenschaftler im Sommer die Kronenverlichtung der Waldbäume bewerten. Entscheidend ist, wie viele Blätter oder Nadeln vorhanden sind und ob Trockenschäden sichtbar werden. Kronenverlichtung dient dabei als zentraler Indikator für den Gesundheitszustand der Bestände.

Im Rückblick zeigt der Bericht eine Entwicklung in Wellen. Auf Phasen der Erholung folgten neue Belastungsspitzen, zuletzt ausgelöst durch die Trockenjahre seit 2018. 2025 liegt die mittlere Kronenverlichtung bei 31,5 Prozent, dies entspricht einem neuen Höchstwert. Im Durchschnitt fehlt den Probebäumen damit seit Jahren mehr als ein Viertel ihrer Laub- oder Nadelmasse.

Kiefern unter massivem Trockenstress: Schadensanteil steigt in Berliner Wäldern sprunghaft an

Besonders deutlich zeigt sich die Verschlechterung bei der Kiefer, die große Flächen des Berliner Waldes prägt. Der Anteil der Kiefern mit deutlichen Schäden ist binnen eines Jahres von 13 auf 40 Prozent gestiegen, der Anteil völlig gesunder Bäume liegt nur noch bei drei Prozent. Ursache ist vor allem die Frühjahrstrockenheit; der Regen im Juli kam für das Nadelwachstum zu spät. Zusätzlich belastet die Weißbeerige Mistel viele Bäume, da sie Wasser und Nährstoffe entzieht.

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Die Eiche als wichtigste Laubbaumart verzeichnet dagegen eine leichte Verbesserung. Der Anteil deutlich geschädigter Eichen sank von 87 auf 66 Prozent, bleibt aber auf hohem Niveau. Nur zwei Prozent der Bäume sind schadfrei. Spätfröste im Frühjahr sowie Fraßschäden, etwa durch den Eichenprozessionsspinner, haben den Blattaustrieb erneut beeinträchtigt.

Klimawandel und Luftschadstoffe: Warum Berlins Wälder doppelt unter Druck stehen

Die Fachleute ordnen die Ergebnisse klar in die Klimakrise ein. Längere Trockenphasen, Hitzeperioden und warme Frühjahre setzen den Wäldern dauerhaft zu, selbst vermeintlich robusten Arten wie der Kiefer. Natürliche Anpassungsprozesse in den Ökosystemen halten mit der Geschwindigkeit dieser Veränderungen nicht Schritt.

Parallel wirken Luftschadstoffe weiter auf die Bestände. Vor allem Stickstoffeinträge aus Landwirtschaft und Verkehr tragen zur Versauerung der Böden bei und waschen wichtige Nährstoffe aus. Die Berliner Forsten reagieren mit einer angepassten Bewirtschaftung: Schonende Eingriffe, mehr Laubmischwald, der Erhalt von Humus und eine höhere Artenvielfalt sollen die Wälder langfristig stabilisieren.

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Warum der Berliner Stadtwald für Klima, Wasser und Lebensqualität unverzichtbar ist

Die Senatsverwaltung betont, dass der Berliner Wald zentrale Funktionen für die Stadt erfüllt. Er sichert Trinkwasser, filtert Luftschadstoffe, speichert Kohlenstoff und wirkt als klimatischer Ausgleichsraum in der dicht bebauten Metropole. Gleichzeitig ist er Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und ein wichtiger Ort der Erholung.

Entsprechend verknüpft der Bericht Wald- und Klimapolitik eng miteinander. Klimaschutz gilt als Voraussetzung für stabile Wälder. Neben forstlichen Maßnahmen seien deshalb auch Emissionsminderungen im Energie-, Verkehrs- und Wärmesektor notwendig, um die Belastungen zu verringern und die Leistungsfähigkeit des Stadtwaldes langfristig zu erhalten.

Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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2 Kommentare

  1. a.t. 26. November 2025 at 17:34 - Reply

    Solche Berichte genieße ich nur noch mit Vorsicht. Warum?… 50km weiter östlich von Berlin kommen wir mit dem Ausschneiden nach der Vegetationsphase auf unseren Privargrundstücken nicht mehr hinterher, weil alles wächst wie verrückt. In den Verladebahnhöfen stehen permanent zum Abtransport vorbereitete Züge mit 1A-abgelängten Stämmen bereit und die Selbstaussamung in unserem Teil der Wälder geht bestens voran. Man kann faktisch jährlich den sich vollziehenden Wandel beobachten, wenn man mit Auto, Rad und zu Fuß unterwegs ist….Der Euro geht den Bach runter, die Weihnachtsmärkte sterben, wir kommen in Hitze und Trockenheit um usw. usw….Furchtbar dieses Armageddongesülze!

    • Löwe 26. November 2025 at 20:41 - Reply

      Aufgrund Ihrer lokalen Erfahrungen und Einschätzung einen ganzen Landes Bericht in Frage zu stellen ist voreingenommen. Es kann auch sein das sie die wenigen verbliebenen gesunden Bäume abholzen.

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