Der Blücherplatz in Kreuzberg bekommt einen neuen Namen. Künftig erinnert der Platz vor der Zentral- und Landesbibliothek an die jüdische Widerstandskämpferin Eva Mamlok, die 1944 im Konzentrationslager Stutthof starb.

Blick auf den Blücherplatz vor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin in Kreuzberg, der in Eva-Mamlok-Platz umbenannt wird.

Der Blücherplatz vor der Zentral- und Landesbibliothek wird in Eva-Mamlok-Platz umbenannt. Ein Gedenkzeichen soll künftig an die jüdische Widerstandskämpferin erinnern. / © Foto: depositphotos.com

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT

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Ein Platz in Kreuzberg trägt künftig den Namen einer Frau, die sich schon als Jugendliche gegen das NS-Regime stellte: Der Blücherplatz vor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin wird zum Eva-Mamlok-Platz. Die Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain-Kreuzberg hatte die Umbenennung bereits im Juni 2025 beschlossen. Wirksam werden soll der neue Name voraussichtlich am 16. Oktober 2026.

Mit der Benennung erinnert der Bezirk an Eva Mamlok und ihren Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Zugleich soll eine weitere Frau im öffentlichen Raum sichtbar werden. Die Umbenennung geht auf eine Initiative zurück, die unter anderem von UpStadt e.V. und GLOX getragen wird.

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Eva Mamlok: Widerstand schon in jungen Jahren

Eva Mamlok wurde 1918 geboren und lebte mit ihrer Familie in der Kreuzberger Neuenburger Straße. Bereits als Jugendliche engagierte sie sich gegen das NS-Regime. Einer Zeitzeugin zufolge schrieb die damals knapp 14-Jährige am Halleschen Tor die Parole „Nieder mit Hitler!“ auf das Dach des Kaufhauses Tietz. Dafür wurde sie vorübergehend festgenommen.

1934 legte Mamlok gemeinsam mit anderen Widerständigen Blumen an den Gräbern von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht nieder. Sie wurde daraufhin festgenommen und für fünf Monate im Frauenkonzentrationslager Moringen in Niedersachsen inhaftiert. Nach ihrer Rückkehr nach Berlin setzte sie ihre Aktivitäten in sozialistischen Widerstandskreisen fort.

Von der Zwangsarbeit ins Ghetto Riga: Mamlok setzte Widerstand fort

Ab 1940 musste Mamlok als Jüdin Zwangsarbeit in der Kreuzberger Fabrik der F. Butzke Schrauben-Industrie und Fassondreherei GmbH leisten. Dort schloss sie sich mit anderen jungen jüdischen Frauen zu einem Widerstandsnetzwerk zusammen. Die Gruppe verlieh verbotene Bücher, verteilte Flugblätter und verbreitete weitere regimekritische Inhalte.

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Nachdem die geheime Bibliothek der Gruppe 1941 entdeckt worden war, wurde Mamlok verhaftet und 1942 in das Ghetto Riga deportiert. Auch dort setzte sie ihren Widerstand fort. Unter anderem half sie dabei, eine Kamera für lokale Widerstandsgruppen ins Ghetto zu schmuggeln, mit der NS-Verbrechen dokumentiert werden sollten.

1944 wurde Eva Mamlok in das Konzentrations- und Vernichtungslager Stutthof bei Danzig gebracht. Dort starb sie am 23. Dezember 1944 im Alter von 26 Jahren.

Stolperstein für Eva Mamlok vor ihrer ehemaligen Wohnadresse in der Neuenburger Straße in Berlin-Kreuzberg.

Ein Stolperstein in Kreuzberg erinnert an Eva Mamlok, die als junge Frau im Widerstand gegen das NS-Regime aktiv war und 1944 im Konzentrationslager Stutthof ermordet wurde. / © Foto: Wikimedia Commons, Assenmacher, CC BY-SA 3.0

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Blücherplatz wird umbenannt: Gedenkzeichen vor der Bibliothek

Am 16. Oktober soll der neue Eva-Mamlok-Platz offiziell eingeweiht werden. Vor der Zentral- und Landesbibliothek ist zudem ein Gedenkzeichen geplant, das an die Widerstandskämpferin erinnert. Anschließend ist eine Veranstaltung im Pop-up-Saal der Bibliothek vorgesehen.

Für Eva Mamlok und ihre Familie erinnern bereits Stolpersteine an der ehemaligen Wohnadresse in Kreuzberg an ihr Schicksal. 2024 widmete das FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum der „Gruppe Eva Mamlok“ eine Ausstellung. Im Mai 2026 erschien außerdem eine Sonderbriefmarke mit ihrem Porträt.

Für die Anwohnenden ändern sich durch die Umbenennung die Hausnummern nicht. Übergangsweise sollen die bisherigen und neuen Schilder sechs Monate lang parallel angebracht werden.

Blücherplatz / künftig: Eva-Mamlok-Platz

Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg

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