In Berlin entstehen derzeit zahlreiche soziale Projekte, die auf sehr unterschiedliche Bedürfnisse reagieren. Vom betreuten Wohnen über Jugend- und Community-Projekte bis hin zu neuen Wegen aus der Obdachlosigkeit wird sozialer Zusammenhalt konkret gebaut. Fünf aktuelle Vorhaben zeigen, wie vielfältig soziale Stadtentwicklung in der Hauptstadt umgesetzt wird.
Tiny-House für Obdachlose
VOLLGUT-Areal
Queeres Wohnprojekt
Jugendwohnhaus Mitte
Soziales Wohnprojekt Neukölln
© Visualisierung Titelbild: Atelier Buba
Soziale Infrastruktur entsteht in Berlin oft abseits der großen Schlagzeilen, prägt den Alltag vieler Menschen aber umso stärker. In mehreren Bezirken werden derzeit Wohnprojekte realisiert, die bezahlbaren Wohnraum mit Betreuung, Gemeinschaft und Teilhabe verbinden. Dabei richten sich die Angebote an sehr unterschiedliche Gruppen, von jungen Menschen über queere Communities bis hin zu obdachlosen Berlinerinnen und Berlinern. Die folgenden Projekte geben einen Einblick, wo in der Stadt soziale Verantwortung konkret in Architektur und Nutzung übersetzt wird.
Neukölln: Soziales Wohnprojekt in der Juliusstraße mit 41 Einheiten bis 2026
In der Juliusstraße 44–45 entsteht ein soziales Wohnprojekt des Diakoniewerks Simeon, das Wohnen, Betreuung und soziale Infrastruktur miteinander verbindet. Geplant sind 41 Wohneinheiten, darunter betreute Einzelwohnungen, eine Kinderwohngruppe, eine Mutter-Kind-Einheit sowie Apartments für Mitarbeitende aus dem sozialen Bereich. Ergänzt wird das Haus durch eine Jugendhilfestation im Erdgeschoss, die auch dem Kiez offenstehen soll. Die Fertigstellung ist weiterhin für das Frühjahr 2026 vorgesehen.
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Berlin-Mitte: Jugendwohnhaus an der Heinrich-Heine-Straße für junge Menschen
An der Heinrich-Heine-Straße in Berlin-Mitte realisiert das Kolpingwerk Deutschland ein neues Jugendwohnhaus für junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren. Der Neubau soll insbesondere Auszubildenden und Studierenden bezahlbaren Wohnraum bieten und richtet sich bewusst an unterschiedliche soziale Hintergründe. Geplant sind gemeinschaftlich genutzte Wohnküchen, barrierefreie Zimmer sowie Aufenthalts- und Gemeinschaftsflächen bis hin zu einer Dachterrasse. Mit dem Projekt erweitert das Kolpingwerk sein Angebot in Berlin um einen zentral gelegenen Standort mit guter Anbindung und sozialem Fokus.
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Berlin-Mitte: Queeres Wohnprojekt für lesbische und queere Frauen an der Berolinastraße
In der Berolinastraße nahe dem Alexanderplatz realisiert die landeseigene WBM ein bundesweit einmaliges Wohnprojekt für lesbische und queere Frauen. Entstehen sollen 72 bezahlbare, barrierefreie Mietwohnungen, ergänzt durch ein soziokulturelles Zentrum im Erdgeschoss für Begegnung, Beratung und Kultur. Das Projekt richtet sich an Frauen unterschiedlicher Altersgruppen, darunter auch eine Wohngemeinschaft für ältere oder pflegebedürftige Bewohnerinnen. Die Fertigstellung ist für Anfang 2026 vorgesehen und setzt ein sichtbares Zeichen für inklusive Stadtentwicklung im Berliner Zentrum.
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Neukölln: Vollgut-Areal als soziales Kultur- und Nachbarschaftsprojekt ausgezeichnet
Auf dem Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei entwickelt die Vollgut eG in Neukölln ein genossenschaftlich organisiertes Kultur-, Gewerbe- und Nachbarschaftsprojekt mit starkem Gemeinwohlfokus. Das geplante Vollgut-Areal wurde dafür mit dem „Real Estate Social Impact Investing Award“ ausgezeichnet, der soziale Wirkung, Inklusivität und Nachhaltigkeit würdigt. Vorgesehen sind unter anderem Werkstätten, Ateliers, Bildungsangebote, Gemeinschaftsräume und ein Community-Fonds zur Unterstützung lokaler Initiativen. Der Baustart ist für Ende 2025 geplant, die schrittweise Fertigstellung soll bis 2028 erfolgen.
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Reinickendorf: Tiny-House-Projekt als Ausweg aus der Obdachlosigkeit
In Berlin-Reinickendorf entstehen vier Tiny Houses als niedrigschwellige Zwischenlösung für obdachlose Menschen. Das Projekt wird vom Bezirksamt Reinickendorf gemeinsam mit der Berliner Help Stiftung umgesetzt und soll kurzfristig Schutz bieten sowie langfristig neue Perspektiven eröffnen. Die kleinen Wohneinheiten sind mit Solaranlagen ausgestattet und werden sozial begleitet, um den Übergang in weiterführende Hilfsangebote zu unterstützen. Das erste Tiny House wurde bereits an der Gotthardstraße aufgestellt und bezogen, weitere Standorte im Bezirk sollen folgen.
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Quellen: TEN BRINKE, Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Kolpingwerk Deutschland, Architektur Urbanistik Berlin, DMSW Architekten, WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte, Institut für Corporate Governance in der deutschen Immobilienwirtschaft, Vollgut eG, Berliner Help Stiftung, Bezirksamt Reinickendorf von Berlin
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