Ob Abriss, Neubau oder Umgestaltung: Viele Berliner Projekte sorgten 2025 für kontroverse Diskussionen. Die Debatten reichten vom Wohnungsbau auf dem SEZ-Gelände bis zur Verkehrswende an der Torstraße. Diese fünf Projekte haben Berlin im vergangenen Jahr besonders beschäftigt.
Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark
Ocean Berlin
Torstraße
SEZ
© Foto Titelbild: Ozean Berlin (CWB) GmbH
Berlin hat im Jahr 2025 einmal mehr gezeigt, wie eng Stadtentwicklung, politische Entscheidungen und gesellschaftliche Debatten miteinander verwoben sind. Kaum ein größeres Bau- oder Infrastrukturprojekt blieb ohne Widerspruch, Protest oder grundsätzliche Fragen nach dem richtigen Weg für die wachsende Metropole.
Ob SEZ-Abriss oder Umbau der Torstraße: In diesem Jahr wurde wieder einmal deutlich, dass Stadtentwicklung in der Hauptstadt auch ein emotionales Thema ist. Diese fünf Projekte haben Berlin im Jahr 2025 besonders bewegt.
SEZ-Gelände: Erhalt von DDR-Architektur oder Abriss und Wohnungsbau?

© Foto: Wikimedia Commons, Gerd Danigel, CC BY-SA 4.0
Das ehemalige Sport- und Erholungszentrum (SEZ) an der Landsberger Allee wurde 2025 zum Symbol einer grundlegenden Debatte: Abriss oder Erhalt, Neubau oder Sanierung? Während Kritikerinnen und Kritiker des Abrisses den Verlust eines DDR-Baukörpers beklagen, verweisen Befürworter auf das erhebliche Wohnungsbaupotenzial des Areals. Nach aktuellen Erkenntnissen könnten auf dem SEZ-Gelände bis zu 680 Wohnungen entstehen, deutlich mehr als zunächst angenommen. Die Diskussion drehte sich auch um die Frage, wie viel Pragmatismus sich Berlin in der Wohnungsfrage leisten muss.
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Rummelsburger Bucht: Meerespark „Ocean Berlin“ spaltet die Meinungen
Mit dem Richtfest für den Meerespark „Ocean Berlin“ erreichte eines der umstrittensten Freizeitprojekte der Stadt in diesem Jahr einen Meilenstein. Das Vorhaben an der Rummelsburger Bucht wird als Tourismusmagnet beworben, stößt jedoch seit Jahren auf Kritik. Umweltverbände und Anwohnende äußern Bedenken hinsichtlich Tierhaltung, Verkehrsbelastung und der weiteren Kommerzialisierung des Rummelsburger Ufers. Der Projektträger verweist hingegen auf Bildungsangebote und neue Arbeitsplätze. 2025 zeigte sich: Die Fronten bleiben verhärtet.
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Torstraße: Debatte um Umgestaltung der zentralen Straße in Berlin-Mitte
Kaum eine Straße steht so sinnbildlich für die Debatte um die Berliner Verkehrswende wie die Torstraße. Die für 2026 geplante grundlegende Erneuerung sorgte bereits 2025 für intensive Diskussionen. Geplant sind neue Radwege, breitere Gehwege und eine Neuordnung des Verkehrsraums. Gewerbetreibende fürchten Umsatzeinbußen und kritische Stimmen äußerten Bedenken wegen Verkehrsstaus, während Mobilitätsinitiativen das Projekt als längst überfälligen Schritt begrüßen. Die Kontroverse machte deutlich, wie sensibel Eingriffe in zentrale Verkehrsachsen Berlins weiterhin bewertet werden.
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Bau der „Kulturscheune“: Ästhetische Uneinigkeit beim Museum „berlin modern“
Der Bau des Museums „berlin modern“ erreichte 2025 die Rohbauphase und damit einen Punkt, an dem die architektonische Debatte um den Neubau wieder aufflammte. Der Entwurf von Herzog & de Meuron polarisiert seit Jahren: Kritisiert werden Kosten, Kubatur und die Wirkung der großformatigen „Kulturscheune“ im Ensemble des Kulturforums. Befürworterinnen und Befürworter sehen in dem Haus hingegen eine längst fehlende Bühne für die Kunst des 20. Jahrhunderts.
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Jahnsportpark: Senat fordert modernen Neubau, Initiativen und Prominente kritisieren Abriss

© Foto Wikimedia Commons, Traktorminze, CC BY-SA 4.0
Der geplante Abriss und Neubau des Jahnsportparks zählte 2025 zu den umstrittensten Stadtentwicklungsprojekten Berlins. Trotz anhaltender Kritik beschloss das Abgeordnetenhaus den Bebauungsplan und schuf damit die Grundlage für eine umfassende Neuentwicklung. Während Gegnerinnen und Gegner, darunter Prominente wie Schauspieler Daniel Brühl, den Verlust des Bestands, Baumfällungen und mögliche Gesundheitsrisiken beim Abriss durch Asbest-Funde kritisierten, verwies der Senat auf bauliche Mängel, fehlende Barrierefreiheit und den Bedarf an moderner, inklusiver Sportinfrastruktur.
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Quellen: WBM, Landesdenkmalamt Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Stefan Forster GmbH, Berliner Zeitung, Der Tagesspiegel, Wikipedia, Berliner Morgenpost, Taz, Architektenkammer Berlin, Ocean Berlin, Bezirksamt Mitte, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Herzog & de Meuron, Deutschlandfunk Kultur, NaturFreunde Berlin, Bauen und Wohnen, O+M Architekten GmbH, LOR Landschaftsarchitekten, Bürgerinitiative Jahnsportpark, Fachhochschule Erfurt, Verein Pfeffersport, Bürgerverein Gleimviertel
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