Entlang des südlichen Berliner Innenrings sind derzeit ungewöhnliche Bauarbeiten zu beobachten: Bohrgeräte untersuchen den Untergrund direkt neben den Gleisen. Dahinter steckt ein weiterer Schritt bei der geplanten Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn.

Eine Karte zeigt den geplanten Streckenverlauf der Potsdamer Stammbahn+ von Potsdam über Zehlendorf und Schöneberg bis zum Ostkreuz sowie die geplanten Bahnhöfe.

Die Übersichtskarte zeigt den geplanten Verlauf der Potsdamer Stammbahn+ zwischen Potsdam, Berlin-Schöneberg und dem Ostkreuz einschließlich der vorgesehenen neuen Stationen. / © Grafik: DB AG

© Titelbild: Deutsche Bahn AG / Engelmann Brunnebau GmbH

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Wer derzeit mit der S-Bahn über den südlichen Berliner Innenring fährt, dürfte sie bemerken: Bohrgeräte stehen in regelmäßigen Abständen direkt neben den Gleisen. Die Arbeiten sind Teil eines großen Bahnprojekts. Für die geplante Reaktivierung der Potsdamer Stammbahn wird derzeit untersucht, wie der Untergrund entlang der historischen Trasse beschaffen ist.

  • Wiederaufbau der 21 Kilometer langen Strecke Griebnitzsee–Potsdamer Platz
  • Weitgehend zweigleisiger und vollständig elektrifizierter Ausbau
  • Leistungsfähige Einbindung der Strecke bei Griebnitzsee
  • Fünf neue oder reaktivierte Regionalbahnhalte
  • Verlängerte, barrierefreie Bahnsteige mit 220 Metern Nutzlänge

Die Untersuchungen laufen seit Ende 2025 und gehören zur Vorplanung des Infrastrukturprojekts „i2030 – Mehr Schiene für Berlin und Brandenburg“. Auf der rund 23 Kilometer langen Strecke zwischen Griebnitzsee, Zehlendorf und dem Bereich des Nord-Süd-Fernbahntunnels sind mehr als 200 Rammkernsondierungen vorgesehen. Hinzu kommen etwa 85 Großbohrungen mit Tiefen von bis zu 25 Metern sowie zahlreiche Bodendichtemessungen.

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Potsdamer Stammbahn: Baugrund und Grundwasser werden untersucht

Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Voraussetzungen der Boden für spätere Bauwerke bietet. Dazu zählen unter anderem Brücken, Bahnsteige und weitere Anlagen entlang der Strecke. Bei den Großbohrungen kommen rund 16 Tonnen schwere Raupenbohrgeräte zum Einsatz. Je nach Verfahren dauern die Untersuchungen wenige Stunden oder bis zu einer Woche.

Neben der Bodenbeschaffenheit werden auch die Grundwasserverhältnisse erfasst. Dafür wurden Messstellen eingerichtet, an denen der Wasserstand über einen längeren Zeitraum beobachtet werden soll. Gleichzeitig wird nach möglichen Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Bislang wurden nach Angaben der beteiligten Fachfirma keine gefährlichen Überreste gefunden.

Neue Stationen zwischen Potsdam und Berlin geplant

Die geplante Strecke soll zwischen Griebnitzsee und dem Potsdamer Platz auf rund 21 Kilometern zweigleisig und elektrifiziert wiederaufgebaut werden. Geprüft werden Stationen in Dreilinden, Düppel-Kleinmachnow, Zehlendorf, Rathaus Steglitz und Schöneberg. Besonders im Fokus steht der geplante Bahnhof Düppel-Kleinmachnow unmittelbar an der Landesgrenze.

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Das Projekt reicht zudem über die historische Stammbahn hinaus. Der südliche Berliner Innenring zwischen Schöneberg und Ostkreuz soll ebenfalls für den Regionalverkehr ausgebaut und elektrifiziert werden. Neue Regionalhalte werden in Südkreuz sowie im Bereich Hermannstraße oder Neukölln geprüft.

Ein Regionalzug fährt über mehrgleisige Bahnstrecken im Berliner Schienennetz. Die Potsdamer Stammbahn+ soll künftig Potsdam und Berlin über eine reaktivierte Strecke verbinden.

Ein Regionalzug fährt auf dem Berliner Bahnnetz. Mit der Potsdamer Stammbahn+ soll künftig eine zusätzliche Regionalverbindung zwischen Potsdam und Berlin entstehen. / © Foto: Deutsche Bahn AG / Volker Emersleben

Vorplanung für Potsdamer Stammbahn soll 2027 abgeschlossen werden

Die Potsdamer Stammbahn wurde 1838 eröffnet und gehört zu den ältesten Bahnstrecken Deutschlands. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden große Teile der Infrastruktur abgebaut, später wurde die Verbindung durch die deutsche Teilung zusätzlich unterbrochen.

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Mit der „Potsdamer Stammbahn+“ soll die historische Verbindung nun wieder in das regionale Schienennetz eingebunden werden. Die laufenden Baugrunduntersuchungen bilden dafür eine wichtige Planungsgrundlage. Die Vorplanung soll voraussichtlich 2027 abgeschlossen werden.

Parallel zur Stammbahn wird die Verlängerung der S25 von Teltow nach Stahnsdorf geplant

Der Baubeginn ist nach aktuellem Projektstand für 2032 vorgesehen, die Inbetriebnahme könnte 2038 erfolgen. Eine verbindliche Inbetriebnahme ist durch die Deutsche Bahn allerdings noch nicht offiziell genannt; auch die Baufinanzierung ist bislang nicht vollständig gesichert und hängt wesentlich von einer Beteiligung des Bundes ab.

Die Stammbahn ist jedoch im Deutschlandtakt berücksichtigt. Davon getrennt wird im selben i2030-Korridor die Verlängerung der S25 von Teltow Stadt nach Stahnsdorf geplant.

Quellen: i2030

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