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An der Neustädtischen Kirchstraße wird ein historisches Gebäude für die Büronutzung des Deutschen Bundestages umfassend saniert. Nachdem lange Zeit kaum Veränderungen sichtbar waren, tritt die historische Fassade nun schrittweise wieder hervor.

Neustädtische Kirchstraße: Das denkmalgeschützte Haus aus dem späten 19. Jahrhundert blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die laufende Sanierung verbindet den Erhalt historischer Substanz mit den Anforderungen moderner Verwaltungsnutzung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT

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An der Neustädtischen Kirchstraße 4–5 saniert der Bund ein bedeutendes historisches Gebäude für die künftige Büronutzung durch den Deutschen Bundestag. Errichtet wurde das Haus zwischen 1886 und 1887 im Stil der französischen Neorenaissance. Als eingetragenes Baudenkmal blickt es auf eine wechselvolle Geschichte zurück: Unter anderem beherbergte es die Volksbank der DDR sowie zeitweise die US-Botschaft.

Bereits 2017 wird das Ensemble umfassend umgebaut. Neben der denkmalgerechten Sanierung des Altbaus entsteht auf dem benachbarten Grundstück in der Mittelstraße 25 ein Neubau. Verantwortlich für das aufwendige Projekt ist das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR). Die ursprünglich veranschlagten Kosten lagen bei 117,6 Millionen Euro.

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Denkmalpflege und Neubau: Sanierungskonzept an der Neustädtischen Kirchstraße

Den Architekturwettbewerb gewann bereits 2013 das Berliner Büro huber staudt architekten. Deren Entwurf setzt auf eine sorgfältige denkmalgerechte Instandsetzung des Bestandsgebäudes, ergänzt um einen zeitgenössischen Neubau. Besonders erhaltenswerte Bauteile wie die historischen Wellblechkappendecken sollen gesichert oder originalgetreu rekonstruiert werden.

Vor Beginn der eigentlichen Bauarbeiten wurde der Altbau vollständig entkernt und schadstoffsaniert. Dabei traten zahlreiche historische Konstruktionen wieder zutage, darunter gusseiserne Stützen mit dekorativen Farbüberfassungen sowie bogenförmige Decken. Der Rückbau des früheren Erweiterungsbaus in der Mittelstraße begann im Jahr 2018.

Rekonstruktion in Berlin-Mitte: Komplexe Bauphasen zwischen Rückbau, Neubau und Bestandssicherung

Zwischen Oktober 2017 und März 2018 wurden umfangreiche Gründungsarbeiten am Altbau durchgeführt. Da die bestehenden Fundamente den statischen Anforderungen nicht mehr entsprachen, kam das sogenannte Düsenstrahlverfahren zum Einsatz, bei dem zementgebundene Körper unter hohem Druck ins Erdreich eingebracht werden. Parallel dazu wurde das Gebäude in der Mittelstraße 25 vollständig abgerissen, um Platz für den Neubau zu schaffen.

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In den folgenden Jahren lief der Neubau an, während der Altbau an der Neustädtischen Kirchstraße im sogenannten Pilgerschrittverfahren saniert wurde. Um die Statik nicht zu gefährden, durften jeweils nur wenige Deckenfelder pro Geschoss gleichzeitig bearbeitet werden. Der Rohbau konnte 2022 abgeschlossen werden, das Dach mit seiner Zinkblechverkleidung folgte 2023.

Historische Fassade an der Neustädtischen Kirchstraße tritt wieder hervor: Fertigstellung für 2027 vorgesehen

Ein Jahr später begann die aufwendige Fassadensanierung. Seitdem hat sich das äußere Erscheinungsbild lange Zeit kaum verändert. Inzwischen jedoch wird die historische Fassade zunehmend wieder sichtbar: Gerüstfelder werden abschnittsweise freigegeben, sodass Ornamente, Sandsteinelemente und die ursprüngliche Gliederung des Gebäudes erstmals wieder erkennbar sind.

Seit Herbst 2024 wird die denkmalgeschützte Sandsteinfassade restauriert. Beschädigte Putzflächen werden abgetragen, alte Farbschichten mittels Trockenstrahlverfahren entfernt und einzelne Bauteile instand gesetzt. In den vergangenen Monaten wurden die Fenster eingebaut und weitere Ausbauarbeiten vorbereitet.

Berlin-Mitte: Mehr als 15 Jahre für Planung und Umsetzung der historischen Rekonstruktion

Auch wenn das Gebäude weiterhin überwiegend eingerüstet ist, schreitet das Projekt voran. Laut BBR ist die Fertigstellung weiterhin für das Jahr 2027 vorgesehen. Bis dahin stehen der Innenausbau, die technische Gebäudeausstattung sowie die abschließenden Arbeiten an Fassade und Außenhülle auf dem Bauplan.

So wird ein Projekt, dessen Planung für fast anderthalb Jahrzehnten begonnen hat, im kommenden Jahr wohl endlich fertiggestellt, inklusive der modernen Erweiterung des Gebäudes. Das Resultat immerhin, soviel scheint sicher, wird sich, in architektonischer Hinsicht, lohnen.

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Quellen: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Wikipedia, Architektur Urbanistik Berlin

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One Comment

  1. a.t. 22. Januar 2026 at 17:11 - Reply

    Sein Gegenüber in der Nummer 3 hat ja schon einen Fassadenpreis bekommen. Sollte die 4-5 auch kriegen.

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