Am Mirbachplatz entsteht ein Wohnprojekt in der historischen Bethanienkirche. Derzeit prägen Baugruben, Baustellenfahrzeuge und eingerüstete Fassaden das Bild der Baustelle.

Die Baustelle am Mirbachplatz in Berlin-Weißensee zeigt Fortschritte: Die Turmspitze der Bethanienkirche ist nach der Sanierung wieder sichtbar, während am Vorplatz Baustellenfahrzeuge die laufenden Arbeiten prägen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Die Arbeiten an der Bethanienkirche am Mirbachplatz in Berlin-Weißensee schreiten allmählich voran. Während die Fassaden der ehemaligen Kirche und des Neubaus weiterhin eingerüstet sind, ist die Turmspitze nach der Sanierung deutlich sichtbar. Auf dem Vorplatz zeigen Baustellenfahrzeuge, dass die Umbauarbeiten am historischen Bauwerk aktiv voranschreiten.
Die Baugrube vor der Kirche bildet derzeit den zentralen Arbeitsbereich. Hier laufen vorbereitende Maßnahmen für die Tiefgarage und weitere bauliche Anpassungen. Die Baustelle bleibt für Passanten sichtbar, während die Umgestaltung des Platzes weiter fortschreitet.
Bethanienkirche Weißensee: Wohnprojekt kombiniert Turm und Neubau
Das Projekt umfasst insgesamt 17 Wohnungen. Drei Einheiten entstehen im denkmalgeschützten Turm, die übrigen 14 in einem angrenzenden Neubau, der das während des Zweiten Weltkriegs zerstörte Kirchenschiff ersetzt. Der Neubau orientiert sich in Grundfläche und Dimension am historischen Bestand, setzt sich jedoch klar gestalterisch vom alten Bau ab. Eine der Wohnungen erstreckt sich über mehrere Etagen und umfasst fast 1.000 Quadratmeter.
Die Bauvorbereitungen begannen im Frühjahr 2022 mit der statischen Sicherung des 65 Meter hohen Turms. Dabei wird jeder beschädigte Stein dokumentiert, um später originalgetreu wiederverwendet zu werden. Der ruinöse Charakter des Bauwerks bleibt bewusst erhalten, während die oberen Abschnitte äußerlich saniert, aber ungenutzt bleiben.
Wohnungen in Kirchtürmen: Potenzial leerstehender Kirchen
Das Projekt am Mirbachplatz verdeutlicht das Potenzial leerstehender Kirchenbauten in Berlin. Schrumpfende Gemeinden bieten die Möglichkeit, Sakralräume neuen Funktionen zuzuführen. Zahlreiche Kirchen, die nicht mehr für Gottesdienste genutzt werden, können zu Wohnraum, Kulturorten oder Gemeinbedarfseinrichtungen umgestaltet werden.
Die Berliner Verwaltung arbeitet gemeinsam mit den großen christlichen Kirchen daran, hunderte sakrale Immobilien neu zu denken. Das Wohnprojekt in Weißensee zeigt exemplarisch, dass denkmalgeschützte Türme wieder in die städtische Infrastruktur integriert werden können, ohne ihre kulturelle Identität zu verlieren.
Berlin-Weißensee: Wohnungen in der Bethanienkirche sollen 2026 bezugsfertig sein
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen in der Bauwirtschaft, darunter Materialengpässe und Fachkräftemangel, schreitet das Projekt sichtbar voran. Der neue Eigentümer, Unternehmer Uwe Dinnebier, setzt die Pläne des Architekten Bernd Bötzel um, der das Vorhaben seit den frühen 2000er Jahren entwickelt.
Neben der Wohnnutzung sind außerdem kulturelle und gastronomische Angebote vorgesehen. Die historischen Glocken bleiben erhalten, und der Turm wird akustisch entkoppelt, um die Wohnqualität zu sichern. Erste Wohnungen könnten bereits vor der geplanten Fertigstellung im Jahr 2026 bezugsfertig sein.
Ehemalige Kirchen als Wohnraum: Bethanienkirche am Mirbachplatz
Die Bethanienkirche wurde 1902 im neogotischen Stil errichtet und war Teil der städtebaulichen Entwicklung Neu-Weißensees. Der Turm überstand als einziges Bauwerk die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs und bildet bis heute ein städtebauliches Wahrzeichen.
Der Baufortschritt zeigt, dass die Kombination aus Denkmalpflege und moderner Wohnnutzung in Weißensee realisierbar ist, auch unter herausfordernden wirtschaftlichen Bedingungen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob der Zeitplan für die Fertigstellung der Wohnungen eingehalten werden kann.

So soll das von Bernd Bötzel konzipierte Wohnprojekt am Weißenseer Mirbachplatz einmal aussehen. Bötzow hält eine Realisierung bis 2026 für realistisch. / © Visualisierung: THIRD
Quellen: ARD, Berliner Morgenpost, Bernd Bötzel, Architektur Urbanistik Berlin, Bezirksamt Pankow, Prinzip 3D Medienagentur GmbH, THIRD, spreeformat architekten GmbH
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5 Kommentare
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Da war wohl der Wunsch die Mutter der Gedanken oder so. Dass das Projekt 2026 fertig wird, ist geradezu absurd. Bin vor ein paar Tagen dran vorbei gelaufen. Mal von der glänzenden Kirchturmspitze und der Entkernung abgesehen, ist nicht wirklich viel passiert. Da sehe ich nur Rohmauern, zerstörtes Umfeld und Baumaschinen. Das dauert noch ein paar Jährchen.
Das ist doch ein Witz oder? Wohnungen auf einer Ferkehrsinsel an zu Bieten? Kreisverkehr unterm Schlafzimmer. Wie komme ich unfallfrei zu den anderen geplanten Einrichtungen? Tiefgaragen ein Witz oder? Vom Kreisverkehr in die Garage. Kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Komisches KONZEPT. HERR Dinnebir sollte bei seinen Autohäusern bleiben und keine Luftschlösser bauen lassen.
Das ist kein Kreisverkehr. Man beachte die Verkehrszeichen dort. Die Lage ist natürlich suboptimal.
Einen solchen besonderen Ort mit so einem Projekt zu bebauen ist eine Schande. Solche Orte sollten der Gemeinschaft erhalten bleiben. Kleinere Instandgaltung am Turm und eine Stele mit Infos zur Geschichte der Kirche und des Ortes wären eine größere Bereicherung für diese Gegend. Wer dort vor der Baustelle gewesen ist, weiß wovon ich spreche. Mit dem alten Baumbestand war es ein wirklich toller Ort. Echt Schade. Das kann man auch aus Planer Sicht nicht gutheißen. Sorry!
Toll, das unser Weißenseer Wahrzeichen erhalten bleibt und eine neue Verwendung mit Ergänzung von modernem Wohnraum findet. Eines Tages wird auch bestimmt die U-Bahn vorbeischauen, die die bisherige Buslinie ersetzt.
Ganz Weißensee freut sich schon jetzt auf die Fertigstellung dieses Areals.