Für das denkmalgeschützte Hubertusbad in Berlin-Lichtenberg wurde kein neuer Investor gefunden. Ein von der BIM durchgeführtes Bieterverfahren blieb ohne Ergebnis. Damit ist die Zukunft des historischen Stadtbads erneut vertagt. Nun prüft das Land neue Optionen.

Seit 1991 wurde das Hubertusbad nicht mehr zum Schwimmen genutzt. Das alte Volksbad steht seit Jahrzehnten leer. Auch ein neues Bieterverfahren konnte keinen neuen Investor finden. / © Foto: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
© Foto Titelbild: BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH
Das traditionsreiche Hubertusbad bleibt vorerst ohne neue Perspektive: Ein von der landeseigenen BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH durchgeführtes Bieterverfahren zur Veräußerung des denkmalgeschützten Gebäudes blieb ohne Ergebnis.
Wie die BIM mitteilte, sei kein Angebot eingegangen, das sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch mit den denkmalpflegerischen Anforderungen vereinbar gewesen wäre. Die Entscheidung über die Zukunft des Bades ist damit erneut vertagt.
Hubertusbad in Lichtenberg: Vom repräsentativen Volksbad zum Lost Place
Eröffnet im Jahr 1928, gehörte das Hubertusbad zu den repräsentativsten Volksbädern der Weimarer Republik. Mit seiner expressionistischen Backsteinarchitektur, großzügigen Hallen und einer klaren sozialen Mission – Hygiene und Freizeit für breite Bevölkerungsschichten – war es weit mehr als eine Sportstätte. Über Jahrzehnte prägte das Bad den Alltag in Lichtenberg, bis es mit dem Neubau von lichtdurchfluteten Schwimmhallen ab Ende der 1960er-Jahre an Bedeutung verlor.
1991 musste das Hubertusbad schließlich nach einem Wasserschaden geschlossen werden. Schätzungen gingen bereits damals von einem zweistelligen Millionenbetrag für eine notwendige Grundsanierung aus. Für den Bezirk und das Land Berlin war eine Wiederinbetriebnahme als Schwimmbad wirtschaftlich nicht darstellbar, zumal parallel neue Bäder entstanden und der Sanierungsstau wuchs.
Förderverein Stadtbad Lichtenberg setzt sich für den Erhalt des Schwimmbads ein
Seit 2012 setzt sich der Förderverein Stadtbad Lichtenberg für den Erhalt des Gebäudes und eine öffentlich zugängliche Nachnutzung ein. Er organisiert Führungen, Informationsveranstaltungen und kulturelle Zwischennutzungen, um das öffentliche Interesse wachzuhalten.
In verschiedenen Konzeptpapieren und Veranstaltungen wird das Hubertusbad als möglicher Ort für kulturelle, soziale und nachbarschaftliche Nutzungen diskutiert.
Zwischennutzung und überarbeitetes Bieterverfahren: So geht es mit dem Hubertusbad weiter
Nachdem das Bieterverfahren vom April 2025 vorerst ergebnislos ausgegangen ist, will die BIM das Hubertusbad zunächst weiter im Bestand halten. Kurzfristig sind keine baulichen Veränderungen vorgesehen; vielmehr soll geprüft werden, ob ein angepasstes Vermarktungskonzept oder alternative Nutzungsmodelle infrage kommen. Diskutiert werden unter anderem ein neues, modifiziertes Verfahren, bei dem das Hubertusbad im Rahmen eines langfristigen Erbbaurechts vergeben werden könnte, ebenso wie ein direkter Verkauf des Gebäudes unter strengen denkmalpflegerischen und nutzungsbezogenen Auflagen.
Unabhängig von der noch offenen Grundsatzentscheidung setzt die BIM weiterhin auf Zwischennutzung. Ziel ist es, das Gebäude vor Leerstand und weiterem Verfall zu schützen und zugleich Einnahmen für den Erhalt der Bausubstanz zu generieren. Insbesondere die sanierte ehemalige Frauenschwimmhalle steht weiterhin als Veranstaltungs- und Ausstellungsort zur Verfügung. Darüber hinaus hat sich das Hubertusbad in den vergangenen Jahren als gefragte Film- und Fotolocation etabliert.
Kunst im Lost Place: Ausstellung „Stadtbad Reloaded“ noch bis März 2026 im Hubertusbad
Zurzeit wird das Hubertusbad als Ausstellungslocation genutzt. Noch bis zum 29. März 2026 ist die Kunstausstellung „Stadtbad Reloaded“ in den historischen Hallen zu sehen. Sie nutzt den Ort als künstlerischen Erfahrungsraum und öffnet den Lost Place für die Gesellschaft. Ob das alte Bad in Zukunft wieder langfristig bespielt werden wird, muss sich nach einem nächsten Bieterverfahren zeigen.
Quellen: BIM, Förderverein Stadtbad Lichtenberg e.V., Landesdenkmalamt Berlin, rbb, DEAL Magazin, Stadtbad RELOADED
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2 Kommentare
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Wenn man bei Googlemaps die unzähligen Bilder durchklickt, dann bekommt man ein Feuerwerk von unglaublichen Details, dass einem die Tränen kommen… Was für eine Perle dieser Bau!
Oh einfach wieder neue Kiezblocks einführen, schöne Poller aufstellen, Fahrradstraßen dort anlegen wo täglich 20 Autos fahren, das reicht doch für die Wähler die dort wohnen.