Das „Schöneberger Eck“ war in der Nachbarschaft lange umstritten und wurde zwischenzeitlich sogar gerichtlich gestoppt. Heute ist das Wohn- und Gewerbeensemble fertiggestellt und weitgehend im Schöneberger Alltag angekommen.

Im rückwärtigen Bereich trifft der moderne Bürokomplex auf die neu errichteten Wohngebäude. Fassadenbegrünung und bepflanzte Flächen markieren den Übergang zum Innenhof. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
Wo über Jahre gebaut, gestritten und zeitweise sogar gerichtlich gestoppt wurde, ist mittlerweile Alltag eingekehrt. Das zwölfgeschossige Wohn- und Gewerbeensemble „Schöneberger Eck“ wirkt heute weit weniger spektakulär, als es die kontroversen Debatten während der Planungs- und Bauphase vermuten ließen.
An der Schnittstelle von Martin-Luther-Straße, Speyerer Straße und Barbarossastraße setzt das Gebäude weiterhin einen deutlich sichtbaren städtebaulichen Akzent. Vor allem der Hochpunkt hebt sich klar von der überwiegend gründerzeitlich geprägten Umgebung ab. Durch seine gestaffelte Bauform und die zurückhaltende Fassadengestaltung wirkt der Komplex jedoch weniger massiv, als es während der Bauphase befürchtet worden war.
Schöneberger Eck: Kritik aus der Nachbarschaft begleitete den Bau
Das Projekt war in der Nachbarschaft von Beginn an kritisch betrachtet worden. Anwohnerinnen und Anwohner störten sich unter anderem an der Gebäudehöhe und befürchteten zusätzliche Belastungen durch Verschattung, Verkehr und Lärm. Eine Initiative ging gerichtlich gegen die Baugenehmigung vor.
Anfang 2024 verfügte das Oberverwaltungsgericht einen teilweisen Baustopp. Rund vier Monate lang ruhten die Arbeiten in einem Bereich des Projekts. Nachdem der Projektentwickler ROCKSTONE Real Estate zusätzliche Schallschutzmaßnahmen zugesagt hatte, konnte der Bau vollständig fortgesetzt werden.
Heute erinnert vor Ort nur noch wenig an diese Auseinandersetzungen. Das Gebäude ist bezogen, die Baustelleneinrichtungen sind verschwunden und die angrenzenden Straßenräume wurden erneuert. Neue Pflanzungen und Sitzbänke werten das unmittelbare Umfeld auf und schaffen kleinere Aufenthaltsbereiche entlang des Neubaus.

Der zwölfgeschossige Hochpunkt des „Schöneberger Ecks“ prägt die Kreuzung von Martin-Luther-, Speyerer und Barbarossastraße deutlich. Im Erdgeschoss sind Einzelhandelsflächen eingezogen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Büros, Einzelhandel und 22 Wohnungen in Schöneberg
Das Ensemble verbindet rund 6.600 Quadratmeter Bürofläche mit Einzelhandel und Wohnen. In den beiden niedrigeren Gebäudeteilen sind insgesamt 22 Mietwohnungen mit etwa 1.600 Quadratmetern Wohnfläche entstanden. Ergänzt werden sie durch einen begrünten Innenhof, der einen geschützten Übergang zwischen Neubau und bestehender Nachbarschaft bildet.
Das Wohnensemble mit begrüntem Immenhof präsentiert sich dabei eher unaufgeregt. Anders als der markante Büroturm drängen sich die Wohnhäuser im Stadtbild kaum in den Vordergrund. Im Erdgeschoss befindet sich unter anderem eine Filiale der Drogeriemarktkette Budni. Weitere Flächen werden von Büros, einem Möbelhersteller sowie einem Yoga- und Pilatesstudio genutzt.
„Schöneberger Eck“: Vom umstrittenen Großprojekt zum normalen Teil des Kiezes?
Mit der Fertigstellung zeigt sich, wie schnell selbst stark diskutierte Neubauten in den städtischen Alltag übergehen können. Der Hochpunkt bleibt sichtbar und verändert die Silhouette an der Martin-Luther-Straße dauerhaft. Zugleich fügt sich das „Schöneberger Eck“ durch seine gemischten Nutzungen und die neugestalteten Freiflächen zunehmend in den Kiez ein.
Die frühere Aufregung scheint sich jedenfalls gelegt zu haben. Aus einem umstrittenen Bauprojekt ist ein normaler Bestandteil des Schöneberger Stadtbildes geworden.

Zwischen den Wohn- und Bürogebäuden ist ein begrünter Innenhof entstanden. Die dichte Bepflanzung schafft einen geschützten Freiraum für die Bewohnerinnen und Bewohner. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Im Umfeld des „Schöneberger Ecks“ wurde auch der Straßenraum erneuert. Neue Pflanzflächen, Bäume und Sitzbänke sollen die Aufenthaltsqualität im Quartier verbessern. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Airport Region Berlin Brandenburg, Architektenkammer Berlin, ROCKSTONE Real Estate
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.
Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag
2 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar Antwort abbrechen
Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.



Wer sind die Architekten? Es ist doch seltsam, einen ganzen Artikel über ein neues Gebäude zu lesen, ohne die Namen der Architekten zu erfahren. Das ist etwas kulturlos…
Endlich habt ihr vernünftige Karten!