Auf dem früheren Stasi-Gelände in Lichtenberg soll der „Campus für Demokratie“ entstehen. Fortschritte gibt es beim Bebauungsplan und beim Gesundheitsamt. Zentrale Vorhaben wie die Erweiterung des Bundesarchivs kommen dagegen nur langsam voran.

Zwischen der Frankfurter Allee und der Normannenstraße erstreckt sich das ehemalige Stasi-Gelände mit etwa 50 Gebäuden, darunter Bürokomplexe, Lagerhallen und Wohnhäuser. / © Foto: Wikimedia Commons, Lukas Beck, CC BY-SA 4.0

© Titelbild: Wikimedia Commons, Gunnar Klack, CC BY-SA 4.0

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Auf dem früheren Gelände der Stasi-Zentrale in Lichtenberg soll ein „Campus für Demokratie“ entstehen. Doch die Entwicklung des weitläufigen Areals zwischen Ruschestraße, Normannenstraße und Magdalenenstraße kommt nur schrittweise voran. Der Berliner Senat hat am 15. September 2026 seinen mittlerweile vierten Bericht zur Weiterentwicklung des Standorts beschlossen.

Im Mittelpunkt steht das komplexe Bebauungsplanverfahren 11-80. In den vergangenen zwölf Monaten wurden unter anderem Gutachten zur Erschließung, zum Denkmalschutz und zum Umgang mit Niederschlagswasser erstellt. Gleichzeitig führte das Land Gespräche mit dem Bund über die geplante Erweiterung des Bundesarchivs sowie mit dem privaten Eigentümer von Teilen des Geländes über mögliche künftige Nutzungen.

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Bebauungsplan soll Grundlage für weitere Entwicklung schaffen

Das rund 50 Gebäude umfassende ehemalige Stasi-Areal befindet sich heute in unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen. Das Land Berlin verfügt nur über einen vergleichsweise kleinen Teil der Flächen. Deshalb hängt die weitere Entwicklung maßgeblich davon ab, dass auch Bund und private Eigentümer ihre Vorhaben vorantreiben.

Mit dem privaten Eigentümer soll nach Angaben des Senats ein planungsrechtlicher und vertraglicher Rahmen geschaffen werden. Ziel ist es, den langjährigen Leerstand auf Teilen des Geländes zu beenden. Ein rechtskräftiger Bebauungsplan allein würde die Entwicklung allerdings noch nicht abschließen. Das betont auch Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler.

Gesundheitsamt soll Ende 2026 in die Ruschestraße ziehen

Konkreter ist die Entwicklung bei einer bereits geplanten öffentlichen Nutzung. Das Gesundheitsamt Lichtenberg soll Ende 2026 seinen bisherigen Standort in der Alfred-Kowalke-Straße verlassen und in die Ruschestraße 104 umziehen. Dort werden derzeit rund 3.900 Quadratmeter auf neun Etagen für die Behörde hergerichtet. Die Genehmigung zur Nutzungsaufnahme soll nach Angaben des Senats zeitnah durch den Bezirk erteilt werden.

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Der neue Standort liegt innerhalb des früheren Dienstkomplexes des Ministeriums für Staatssicherheit. Das denkmalgeschützte Gebäude wird für die neue Nutzung umgebaut und technisch ertüchtigt. Der Mietvertrag für das Gesundheitsamt läuft zunächst bis 2036. Die Unterbringung in der Ruschestraße ist allerdings als Zwischenlösung vorgesehen.

Blick auf den Gebäudekomplex an der Ruschestraße 104 in Berlin-Lichtenberg, in dem der neue Standort des Gesundheitsamtes entsteht.

An der Ruschestraße 104 in Berlin-Lichtenberg entsteht der neue Dienstsitz des Gesundheitsamtes. Die Behörde soll den Standort nach Abschluss der Umbauarbeiten beziehen. / © Foto: Bezirksamt Lichtenberg

Bundesarchiv bleibt zentraler Baustein des Campus

Wesentlich für die langfristige Entwicklung des Campus ist die geplante Erweiterung des Bundesarchivs. Auch die Sicherung und öffentliche Zugänglichmachung von Archivgut der DDR-Opposition soll dabei eine Rolle spielen. Nach Angaben des Senats wurden die dafür notwendigen Bedarfe vom Bund bislang jedoch noch nicht anerkannt.

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Damit fehlt weiterhin ein wichtiger Impuls für das Gesamtprojekt. Weitere öffentliche Nutzungen hängen ebenfalls von künftigen Finanzierungsentscheidungen ab. Wann diese getroffen werden und welche konkreten Vorhaben anschließend umgesetzt werden können, ist derzeit offen.

„Es bleibt dabei, dass sich das Land Berlin der Campusentwicklung verpflichtet fühlt“

Gaebler betont zugleich, das Land Berlin halte an der Entwicklung des Campus fest. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen würden weiter geschaffen. Für die tatsächliche Umgestaltung des früheren Stasi-Geländes brauche es jedoch auch ein entsprechendes Engagement des Bundes, insbesondere bei der Sanierung des Bestands und der Erweiterung des Bundesarchivs.

Damit bleibt das Areal auch 2026 ein Projekt mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten: Während einzelne Gebäude bereits neue öffentliche Nutzungen erhalten, warten andere Teile des historischen Geländes weiterhin auf eine langfristige Perspektive.

Bundesarchiv

Quellen: Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, Bezirksamt Lichtenberg, Senatsverwaltung für Finanzen, Das Bundesarchiv, Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (BAB), Bürgerkomitee „15. Januar“ e.V

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