Im Spreepark schreiten die Arbeiten am neuen Wahrzeichen des Areals voran. Während das Riesenrad seine erste technische Teilabnahme durchläuft, rückt die geplante Wiedereröffnung des Parks für 2027 näher. Parallel steht das historische Eierhäuschen erneut vor einem Umbruch.

Das Riesenrad im Spreepark rückt seinem geplanten Einsatz zur Parkeröffnung 2027 deutlich näher. Nun überprüft der TÜV den Radkranz des sanierten Fahrgeschäfts. / © Foto: Manuel Frauendorf
© Visualisierung Titelbild: realities:united & sbp schlaich bergermann partner
Der Spreepark erreicht einen wichtigen Meilenstein. Nach der Rückkehr des vollständig überholten Riesenrads hat der TÜV Süd mit einer ersten Teilabnahme begonnen. Im Fokus steht der 45 Meter hohe Radkranz, der auf Laufruhe, korrekte Ausrichtung und sicherheitsrelevante Funktionen geprüft wird. Für die Tests werden sowohl neue als auch historische Gondeln genutzt, die mit Gewichten beladen werden, um die spätere Belastung durch Fahrgäste realistisch zu simulieren.
Die Sicherheitsspezialistinnen und Spezialisten überprüfen außerdem Brems- und Antriebssysteme. Ziel ist es, mögliche Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und bauliche Änderungen zu vermeiden. Dieser Schritt ist Teil eines langfristigen Prüfprozesses, der bereits seit dem Abbau des Riesenrads im Jahr 2021 läuft.
Spreepark neu belebt: Wiederverwendung historischer Bauteile
Alle im Rahmen der Sanierung erneut verbauten Originalteile wurden zuvor einzeln kontrolliert. Geprüft wurden unter anderem Schweißnähte, Maßhaltigkeit und Dokumentation. Damit soll sichergestellt werden, dass die Konstruktion den heutigen Anforderungen entspricht. Die Sanierung folgt dem Leitgedanken, Bestehendes zu bewahren und gleichzeitig neu zu interpretieren. Dieses Prinzip wird im gesamten Spreepark-Projekt verfolgt.
Ein zentraler Aspekt ist die Wiederverwendung von rund 90 Tonnen Stahl aus dem früheren Riesenrad. Laut Projektbeteiligten spart diese Entscheidung im Vergleich zu einem Neubau etwa 200 Tonnen CO₂ ein. Gestaltet wurde das neue Gesamtkonzept gemeinsam von realities:united und dem Ingenieurbüro schlaich bergermann partner, die historische Elemente der Riesenräder von 1969 und 1989 in eine aktuelle Form überführen.
Ein Rad, das über dem Wasser schwebt: Vollständige Endabnahme im Herbst 2026
Künftig wird das Riesenrad nicht mehr im Zentrum des Beckens stehen. Eine neue Konstruktion aus Stützen und Spannseilen am Rand des kreisrunden Wasserbeckens lässt es über der Oberfläche schweben. Dadurch soll ein freier Rundumblick aus 45 Metern Höhe entstehen. Nach Abschluss der ersten Prüfung werden als Nächstes die Plattformen für Ein- und Ausstieg montiert. Anfang 2026 beginnt die Produktion der neuen Gondeln. Die vollständige Endabnahme ist für Herbst 2026 vorgesehen.
Finanziert wird die Sanierung über das Bundesprogramm zur Erneuerung kommunaler Einrichtungen sowie über Landesmittel. Die Eröffnung des gesamten Parks ist für das Frühjahr 2027 geplant.
Eierhäuschen vor erneutem Neustart: Konzepte können bis März 2026 eingereicht werden
Parallel zum Baufortschritt steht das historische Eierhäuschen vor einem Umbruch. Die Gastronomie stellt Mitte Dezember 2025 ihren Betrieb ein. Die Leiterin des bisherigen Teams erklärte laut Medienberichten, dass „verschiedene aktuelle Umstände“ diesen Schritt notwendig gemacht hätten. Zu geringe Besucherzahlen an Wochentagen, besonders in der Wintersaison, hätten den Betrieb wirtschaftlich belastet. Zudem seien steigende Kosten für Personal, Energie und Lebensmittel hinzugekommen.
Die Grün Berlin GmbH reagiert mit einer Neuausschreibung, die das Restaurant langfristig als zentralen gastronomischen Standort im neuen Spreepark etablieren soll. Bis Mitte März 2026 können Konzepte eingereicht werden. Wie sich das Eierhäuschen nach der Neuvergabe entwickeln wird, zeigt sich, wenn frühestens 2026 ein neues Team übernimmt und ein frisches Konzept an diesem historischen Ort umgesetzt wird.
Quellen: Grün Berlin GmbH, Berliner Morgenpost, Der Tagesspiegel, Landesdenkmalamt Berlin, Spreepark Berlin, Wikipedia
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