Mit der sukzessiven Inbetriebnahme des KALLE Neukölln an der Karl-Marx-Straße zeigt sich, wie eine lange vernachlässigte Immobilie erfolgreich transformiert werden kann. Das Quartier schafft urbane Mischnutzungen, die bis in die Abendstunden belebt sind und Neukölln langfristig stärken sollen. Das Konzept scheint aufzugehen.

KALLE Neukölln steht für eine konsequente Umnutzung und städtische Weiterentwicklung im innerstädtischen Raum. Der Mix aus öffentlicher Nutzung, kreativen Angeboten und neuer Infrastruktur macht das Projekt schon jetzt zu einem Referenzort für urbane Transformation. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Wen es derzeit in die Neuköllner Karl-Marx-Straße verschlägt, der findet dort viel Neues vor, vor allem eine aufgeräumte und offenbar gut funktionierende Spuraufteilung auf der Straße selbst, die den Fahrrad- und Autoverkehr unaufgeregt voneinander trennt, und in den meisten Fällen auch gut zu regeln scheint.
Am Kreuzungsbereich Werbellinstraße fällt einem dann schnell ein Gebäude auf, über das in den vergangenen Jahren viel geschrieben und berichtet wurde, und welches mittlerweile das Straßenbild völlig neu geordnet hat. Die Rede ist vom Gewerbequartier KALLE Neukölln, das bis auf wenige Restarbeiten fertiggestellt ist.
Karl-Marx-Straße: KALLE Neukölln als neues Begegnungsquartier
Gebaut wird derzeit unter anderem noch an der spektakulären Dachterrasse, die das Gebäude baulich und inhaltlich abrunden soll. Kürzlich geisterten erste Fotos des neuen Pools in den sozialen Medien, obwohl es dazu noch gar keine offizielle Pressemitteilung gegeben hat.
Es hat sich also einiges getan in den vergangenen Jahren zwischen Karl-Marx-Straße, Donaustraße und Ganghoferstraße. Das einstige, wenig ansehnliche Warenhaus wurde in den vergangenen Jahren zu einem Zentrum für Bildung, Arbeit, Kultur, Gastronomie und Freizeit umgebaut, das den gesamten Tagesverlauf beleben soll.
DELTA-Gruppe, REFOX und CODE University sind im KALLE Neukölln heimisch
Mit der CODE University of Applied Sciences hat sich eine Hochschule mit rund 500 Studierenden angesiedelt. Weitere Nutzer wie die REFOX-Gruppe, die DELTA-Gruppe sowie der Plattenladen Rough Trade ergänzen die Bildungs- und Kreativstruktur.
Der Anbieter Kiez Büro betreibt zudem 2.700 Quadratmeter Coworking-Flächen mit rund 400 Arbeitsplätzen. Im Untergeschoss ist ein Edeka-Markt eröffnet worden, im Erdgeschoss sind ein Food Market mit mehreren Küchen und Bars realisiert worden, auch ein Café ist in Betrieb und wird rege genutzt.
Gastronomie, Kreativräume, Ateliers und Werkstätten haben im einstigen Kaufhaus Einzug gehalten
Kreativräume, Ateliers und Werkstätten sollen niedrigschwellig zugänglich sein und lokale Initiativen einbinden – so der Plan der Projektinitiatoren, der bislang auch sehr gut aufzugehen scheint.
Der oben erwähnte, ganzjährig nutzbare Dachpool, eine Sauna mit Stadtblick und ein geplantes Rooftop-Restaurant sollen das Freizeitangebot noch erweitern. Ergänzend entsteht die Paradox Music Hall als Veranstaltungsraum für Konzerte und Kulturformate.
Im Rahmen der offiziellen Eröffnung des Quartiers KALLE Neukölln an der Karl-Marx-Straße besuchte sogar Kai Wegner als Regierender Bürgermeister von Berlin das neu entstandene Gebäude.
Sogar Kai Wegner besuchte das KALLE Neukölln bereits – und zeigte sich angetan
Wegner betonte während des Termins, dass der Standort im Bezirk Neukölln mit seinem Mix aus Start-ups, Kultur und Gastronomie eine positive Entwicklung abbildet und international konkurrenzfähig machen könne.
Wegner würdigte das Projekt als Beispiel dafür, wie brachliegende Flächen neu belebt werden können, und nahm eine symbolische Ernennung als Ehrenmitglied der CODE University of Applied Sciences entgegen.
Wer das KALLE Neukölln heute besucht, bekommt schnell den Eindruck, dass die als ambitioniert und aufwendig bewertete Umwandlung einer lange leerstehenden, unattraktiven Immobilie tatsächlich gelungen zu sein scheint. Ein Besuch in dem transformierten Gebäude ist daher nicht nur für Neuköllnerinnen und Neuköllner lohnenswert.
Quellen: Kalle Neukölln, smartvillage, Architektur Urbanistik Berlin, Code University, Berliner Morgenpost, Tagesspiegel, Deutsches Architektur Forum
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