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Mitten im Sommerhoffpark steht ein Bauwerk, das lange übersehen wurde und nun zum Impulsgeber für das Gutleutviertel werden soll. Der denkmalgeschützte Adolf-Meyer-Pavillon, einst als Kinderhort errichtet, steht vor einer neuen Zukunft als offener Quartierspavillon.

Ein Foto vom Sommerhoffpark in Frankfurt

Der Sommerhoffpark gilt als grüne Oase im Gutleutviertel. Nun soll die Aufenthaltsqualität weiter verbessert werden: Die Stadt sieht vor, das Gebäude einer ehemaligen Kindertagesstädte zu einem Quartierspavillon umzunutzen. / © Foto: Wikimedia Commons, Frank Behnsen, CC BY-SA 3.0

© Titelbild: Stadt Frankfurt am Main, Stadtplanungsamt

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Im Sommerhoffpark im Frankfurter Gutleutviertel steht ein markantes Gebäude, das früher als Kindertagesstätte genutzt wurde. Der denkmalgeschützte Adolf-Meyer-Pavillon soll nun eine neue Rolle für die Nachbarschaft übernehmen und als Quartierspavillon vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Mit seiner pavillonartigen Bauform prägt das Gebäude das Bild des Parks und gilt als ein wichtiger Teil des städtebaulichen Ensembles.

Nun plant die Stadt Frankfurt eine mehrjährige Zwischennutzung des ehemaligen Kita-Gebäudes. Diese Phase dient als Auftakt für eine umfassende denkmalgerechte Sanierung und eine langfristige Umnutzung, die den Bedürfnissen der Nachbarschaft entspricht. Gleichzeitig ist dieses Projekt ein zentraler Bestandteil der bevorstehenden Transformation des westlichen Gutleutviertels und eröffnet neue Angebote für den öffentlichen Raum.

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Vom Kinderhort zum Quartierspavillon: Zwischennutzung für Gebäude an der Gutleutstraße vorgesehen

Der Adolf-Meyer-Pavillon befindet sich an der Nordseite des Sommerhoffparks und grenzt direkt an die Gutleutstraße an. Ursprünglich als Kinderhort konzipiert besticht der Bau heute nach wie vor durch seine langgestreckte Form. Im Juli 2025 wurde das Gebäude offiziell in das Denkmalverzeichnis des Landes Hessen aufgenommen und damit seine architektonische Bedeutung anerkannt. Der Pavillon entstand in den Jahren 1927 und 1928 nach Plänen des Architekten Adolf Meyer und gilt als wichtiges Zeugnis des Programms „Neues Frankfurt“.

Das Bauwerk sowie die südlich angrenzenden Freiflächen von rund 3.600 Quadratmetern befinden sich im Eigentum der Stadt Frankfurt. Derzeit steht das Gebäude jedoch leer, da der aktuelle bauliche Zustand eine Nutzung als Kindertagesstätte nicht mehr zulässt. Auch die geringe Größe macht einen wirtschaftlichen Betrieb als Kita heute nicht mehr realistisch.

Transformation im Gutleutviertel: Stadt Frankfurt plant hier langfristig ein produktives Mischquartier

Mit der denkmalrechtlichen Einstufung im Juli 2025 hat das Stadtplanungsamt nun neue Pläne für eine Umnutzung des Pavillons entwickelt. Diese stehen im Rahmen der allgemeinen Quartiersentwicklung, die die Stadt Frankfurt für den westlichen Teil des Gutleutviertels vorgesehen hat. Hier soll in den kommenden Jahren das „Produktive Quartier Gutleut-West“ entstehen, das auf eine Mischung aus Wohnen, Arbeit und öffentlichen Nutzungen setzt. Ziel der Stadt ist es, das Viertel als produktives, lebendiges Gebiet zu stärken und neue, vielseitige Angebote für die Nachbarschaft zu schaffen.

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In einer ersten Phase dieser Transformation im Gutleutviertel wird also der Adolf-Meyer-Pavillon für eine Zwischennutzung geöffnet. Diese Initialphase ist auf fünf Jahre angelegt und soll den Leerstand wieder in das Quartier einbinden und ihn als offenen Treffpunkt für Austausch und Begegnung etablieren.

Mitmachen, Spielen und Verweilen: Aufenthaltsqualität am Adolf-Meyer-Pavillon soll sich verbessern

Konkret geplant sind ein Kiosk mit Außengastronomie, Spiel- und Aufenthaltsangebote für Kinder sowie kleinere kulturelle Formate. Ergänzend entstehen niedrigschwellige Mitmachangebote und selbstorganisierte Aktivitäten aus dem Quartier, wie etwa Urban Gardening. Lokale Initiativen, das AWO-Quartiersmanagement und die KEG arbeiten dabei eng zusammen.

Der Sommerhoffpark gewinnt durch die neue Nutzung des Pavillons an Aufenthaltsqualität. Als grünes Bindeglied zwischen dem Westhafen-Areal und dem Gutleutviertel soll er künftig Raum für Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten in einem Stadtteil bieten, in dem entsprechende Angebote bislang begrenzt waren. Unterstützt wird dieser Prozess durch eine Landesförderung in Höhe von 1,1 Millionen Euro, in der auch der Eigenanteil der Stadt Frankfurt enthalten ist.

Neues Leben im Sommerhoffpark: Zwischennutzung als Quartierspavillon soll ab Mitte 2026 starten

Die Entwicklung des Quartierspavillons folgt einem klar strukturierten Zeitplan. Im ersten Quartal 2026 soll das Gebäude vom Amt für Bau und Immobilien an die KEG übergeben werden. Damit beginnt die Initialphase des Projekts. Bis zum Sommer 2026 ist vorgesehen, die grundlegende technische Versorgung des Pavillons herzustellen, sodass anschließend die Zwischennutzung starten kann. In den darauffolgenden Jahren sollen unterschiedliche Nutzungskonzepte erprobt und weiterentwickelt werden.

Parallel dazu plant die Stadt frühzeitige Beteiligungsformate und den Einstieg in die detaillierte Sanierungsplanung. Die denkmalgerechte Sanierung soll ab 2031 beginnen, danach soll ab dem Jahr 2033 ein dauerhafter Betrieb mit einer langfristigen, bedarfsgerechten Nutzung folgen. Der Adolf-Meyer-Pavillon ist damit ein früh sichtbarer Baustein der schrittweisen Transformation des westlichen Gutleutviertels, das sich zu einem produktiv genutzten, klimaangepassten und gemeinwohlorientierten Quartier entwickeln soll.

Ein Foto vom Gutleuthafen

Die geplante Zwischennutzung des Adolph-Meyer-Pavillons bildet den Startschuss für weitere, tiefgreifende Veränderungen in diesem Stadtgebiet. Hier soll in den kommenden Jahren das Gesamtprojekt „Produktives Quartier Gutleut-West“ entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Frankfurter Rundschau, Stadtplanungsamt Frankfurt

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