Wie kann Berlin nachhaltiger wachsen? Diese fünf Projekte geben Einblicke in aktuelle Strategien zwischen Wohnungsbau, Mobilität und Infrastruktur.

Pilotprojekt Britz
Nachhaltiger Wirtschaftsverkehr in Friedrichshain-Kreuzberg
Wohnprojekt am Rosenfelder Ring 88
„Villa Viva Holzmarkt“
„EcoFlakes“

© Visualisierung Titelbild: Bruno Fioretti Marquez mit ZRS Architekten, STADT UND LAND

 

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Berlin steht vor der Aufgabe, Stadtentwicklung, Klimaschutz und soziale Anforderungen stärker miteinander zu verbinden. In verschiedenen Bezirken werden dafür Projekte umgesetzt, die neue Wege im Bauen, im Verkehr und in der Nutzung von Ressourcen erproben. Die fünf vorgestellten Beispiele zeigen, wie unterschiedlich nachhaltige Stadtentwicklung gedacht und praktisch umgesetzt werden kann – vom Wohnungsbau über Logistik bis hin zur Infrastruktur.

Pilotprojekt in Berlin-Britz: STADT UND LAND testet nachhaltige Bauweisen im direkten Vergleich

Pilotprojekt Britz, STADT UND LAND

In Alt-Britz entstehen derzeit zwei fünfgeschossige Wohnhäuser in direkter Nachbarschaft, um unterschiedliche Baustoffe unter gleichen Bedingungen zu erproben. / © Visualisierung: Bruno Fioretti Marquez mit ZRS Architekten, STADT UND LAND

Im Neuköllner Ortsteil Britz realisiert die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft STADT UND LAND zwei nahezu identische Wohnhäuser mit insgesamt 36 Mietwohnungen. Die Gebäude unterscheiden sich bewusst in ihrer Bauweise: Ein Haus entsteht in Holz-Lehm-Bauweise, das andere aus Ziegeln mit Lehmanteilen. Das Projekt zielt darauf hinaus, unter vergleichbaren Bedingungen die Auswirkungen unterschiedlicher Baustoffe auf CO₂-Bilanz, Energieverbrauch und Raumklima zu untersuchen.

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Nachhaltiger Wirtschaftsverkehr in Friedrichshain-Kreuzberg: Bezirk setzt auf neue Logistikkonzepte

Im Bezirk Friedrichshain wurden schon viele Bereiche und Straßen verkehrsberuhigt.

In der Revaler Straße sowie an der Boxhagener Straße sind Kiezblocks eingerichtet worden, die den Durchgangsverkehr reduzieren und Raum für neu geordnete Lieferzonen schaffen. Sie gelten als Beispiele für eine kombinierte Verkehrs- und Logistikplanung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Friedrichshain-Kreuzberg hat ein Konzept für einen effizienteren und klimafreundlicheren Wirtschaftsverkehr vorgestellt, das vom Deutschen Institut für Urbanistik im Auftrag des Bezirks erarbeitet wurde. Vorgesehen sind unter anderem die Bündelung von Lieferverkehren und die Einrichtung von Umschlagplätzen, um die Zahl der Fahrten deutlich zu reduzieren. Die Maßnahmen sollen Emissionen senken und zugleich die Organisation der „letzten Meile“ verbessern.

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Neubau am Rosenfelder Ring: HOWOGE setzt auf nachhaltigen Wohnungsbau in Lichtenberg

Rosenfelder Ring

Blick auf die Baustelle des HOWOGE-Wohnprojekts am Rosenfelder Ring in Berlin-Lichtenberg im Spätsommer 2025. Die Fertigstellung ist für das kommende Jahr vorgesehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Am Rosenfelder Ring 88 in Berlin-Lichtenberg realisiert die HOWOGE ein neues Wohnprojekt mit rund 173 Wohnungen, das eine frühere Garagensiedlung ersetzt. Geplant sind zwei Gebäudekörper in Holz-Hybridbauweise, die ökologische Baustoffe, hohe Energieeffizienz und barrierefreies Wohnen verbinden. Das Vorhaben wird als Effizienzhaus 40 umgesetzt und setzt auf Photovoltaik, Wärmepumpen sowie begrünte Dach- und Freiflächen.

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Neues Hotelprojekt am Holzmarkt: „Villa Viva“ setzt auf Nachhaltigkeit und soziales Engagement

Visualisierung vom Hotelneubau in Holz.

Der achtgeschossige Bau ist durch versetzt angeordnete Baukörper und eine horizontal gegliederte Holzfassade geprägt. / © Visualisierung: Bloomimages

Am Holzmarkt 25 in Berlin-Friedrichshain entsteht mit der „Villa Viva Holzmarkt“ ein Hotelprojekt, das ökologische Bauweise mit sozialem Anspruch verbindet. Das Haus mit rund 155 Zimmern wird in Kooperation mit der gemeinnützigen Organisation Viva con Agua realisiert und soll bis 2027 fertiggestellt werden. Geplant sind acht Geschosse sowie der Einsatz nachhaltiger Materialien, insbesondere im Holzbau.

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Nachhaltiger Straßenbau in Berlin: Recycling-Asphalt soll CO₂-Emissionen senken

Friedrichstraße Berlin

Das Berliner Straßennetz umfasst rund 5.400 Kilometer asphaltierter Flächen und erfüllt zahlreiche Aufgaben im städtischen Alltag. Es verbindet die Kieze, sichert Mobilität und dient zugleich als Schulweg und Lieferinfrastruktur. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

In der Torgauer Straße in Berlin werden neue Asphalttechnologien erprobt, die den ökologischen Fußabdruck des Straßenbaus verringern sollen. Das Berliner Unternehmen ecopals setzt dabei auf „EcoFlakes“, eine Polymermodifikation aus recycelten Kunststoffen, die herkömmliche, erdölbasierte Zusätze im Asphalt ersetzt. Ziel ist es, CO₂-Emissionen zu senken und zugleich die Haltbarkeit von Fahrbahnen zu erhöhen.

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Quellen: Stadt und Land, dba, Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, HOWOGE, Pätzold Architekten, WIEWEIL, Kilian Immobiliengruppe, BVV Berlin-Mitte, David Chipperfield Architects, Kuehn Malvezzi, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, ecopals, Dallhoff GmbH, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt

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