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Das Kino Colosseum an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg sollte ursprünglich reaktiviert und zu einem „Hub der Medienindustrie“ umgebaut werden. Der angekündigte Verkauf der Immobilien an einen Investor kam allerdings im Jahr 2022 nicht zustande. Nun ist offen, wie es mit dem traditionsreichen Kulturhaus in Pankow weitergeht.

 

Vier Jahre nach der Ankündigung eines spektakulären Umbaus ist die Zukunft des Berliner Traditionskinos Colosseum erneut offen, wie in dieser Woche Der Tagesspiegel berichtete. Wie demnach bekannt wurde, kam der 2022 öffentlich verkündete Verkauf der Immobilie an das Immobilienunternehmen Values Real Estate nie zustande. Entgegen der bisherigen Annahme gehört das Gebäude weiterhin der Erbengemeinschaft des Filmproduzenten Artur Brauner.

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Damals hatte Values in einer öffentlichen Pressemitteilung erklärt, das Ensemble an der Schönhauser Allee erworben zu haben, um es zu einem Büro- und Kulturstandort auf Basis der historischen Substanz umzubauen. Ein Bauantrag wurde eingereicht, Grundlage war ein Entwurf des Architekturbüros Tchoban Voss mit einem zentralen Atrium im Erdgeschoss. Anschließend wurde es jedoch still um das Projekt.

Kino Colosseum in Prenzlauer Berg: Verkauf an Investor wurde 2022 nicht vollzogen

Der Kaufvertrag wurde zwar unterzeichnet, der Eigentumsübergang aber nicht vollzogen. Nach Angaben des Unternehmens führten veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen – darunter Pandemie, Ukrainekrieg, steigende Baupreise und die Zinswende – dazu, dass die geplante Übernahme der Immobilie nicht erfolgte. Der Investor zog sich aus dem aufwendigen Vorhaben zurück.

Damit steht das Projekt eines Umbaus zum Gewerbe- und Entertainmentstandort erneut in Frage. Zwar wurde das Genehmigungsverfahren für eine teilweise Neubebauung des Grundstücks formal von der Brauner-Erbengemeinschaft übernommen, doch eine Baugenehmigung liegt bislang nicht vor. Auch ein Baubeginn ist derzeit nicht absehbar.

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Quo Vadis, Colosseum? Werden die Umbaupläne an der Schönhauser Allee verworfen?

Unklar bleibt zudem, ob die Eigentümer selbst an der Realisierung der Umbaupläne festhalten oder einen neuen Käufer für das prominente Objekt suchen. Öffentlich geäußert hat sich die Familie Brauner bislang nicht zu ihren weiteren Absichten.

Fest steht lediglich: Kurzfristig wird sich am Zustand des Gebäudes wenig ändern. Die Zwischennutzung als Kino- und Veranstaltungsort wurde nach Informationen aus dem Umfeld des Projekts bis mindestens 2027 verlängert.

Zwischennutzung: Das Colosseum wird bis mindestens 2027 noch weiter als Kino genutzt – und dann?

Damit bleibt das Colosseum im beliebten Quartier rund um die Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg zwar als Kulturort erhalten, seine langfristige Perspektive zwischen Denkmalschutz, Neubauplänen und Eigentümerfragen ist jedoch offener denn je.

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Das traditionsreiche Haus, dessen Kinosaal zu den ältesten Deutschlands zählt, steht damit erneut an einem Wendepunkt. Ob aus der einst angekündigten Vision eines neuen Medien- und Veranstaltungszentrums noch Realität wird, ist derzeit ungewiss. Sehr wahrscheinlich ist die Umsetzung dieser Pläne wohl eher nicht.

 

Quellen: Values Real Estate, Der Tagesspiegel, Bezirksamt Pankow, Tchoban Voss Architekten

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2 Kommentare

  1. […] Weiter auf ENTWICKLUNGSSTADT … […]

  2. Max 31. Januar 2026 at 21:52 - Reply

    Zumindest der große Saal steht ja unter Denkmalschutz, der bleibt also so erhalten.

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