Wo heute Tausende Menschen picknicken, Musik hören und über den Flohmarkt schlendern, verlief einst der streng bewachte Grenzstreifen zwischen Ost- und West-Berlin. Der Mauerpark erzählt wie kaum ein anderer Ort vom tiefgreifenden Wandel der Hauptstadt.

Heute ist der Mauerpark ein viel genutzter Freizeit- und Erholungsraum. Von den großen Wiesenflächen reicht der Blick über den Park bis zum Berliner Fernsehturm. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Heute gehört der Mauerpark zu den bekanntesten und lebendigsten Grünanlagen Berlins. Zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen erstreckt sich auf rund 14 Hektar ein weitläufiger Freiraum mit großen Wiesen, Spielplätzen, Sportflächen, Gemeinschaftsgarten und Amphitheater.
Vor allem an den Wochenenden prägen Straßenmusik, Flohmarkt und das bekannte Open-Air-Karaoke das Bild des Parks.
Mauerpark: Wo Berlin heute feiert, verlief einst die innerdeutsche Grenze
Kaum vorstellbar ist angesichts dieser Nutzung, dass sich hier jahrzehntelang einer der streng bewachten Grenzstreifen der geteilten Stadt befand. Entlang der Schwedter Straße verlief seit dem Mauerbau am 13. August 1961 die Grenze zwischen Ost- und West-Berlin.
Stacheldrahtzäune, Mauern, Wachtürme und Panzersperren machten das Areal zu einem weitgehend unzugänglichen Niemandsland. Noch 1988 wurde der Grenzstreifen verbreitert; die Arbeiten waren erst wenige Tage vor dem Mauerfall abgeschlossen.

Wo sich heute der Mauerpark erstreckt, befand sich zu Zeiten der deutschen Teilung ein streng gesicherter Grenzstreifen mit Wachturm, Beleuchtungsanlagen und weiteren Sperreinrichtungen. Teile der ehemaligen Hinterlandmauer sind bis heute erhalten. / © Foto: Wikimedia Commons, Hans Rasp (CC BY-SA 4.0)
Vom ehemaligen Todesstreifen zu einem der beliebtesten Parks Berlins
Nach dem Mauerfall wurden die Grenzanlagen an der Schwedter Straße abgerissen, während sich Anwohner früh für den Erhalt der entstandenen Freiflächen einsetzten.
Bereits 1992 entschied sich der Berliner Senat für die Entwicklung eines öffentlichen Parks nach Plänen des Landschaftsarchitekten Gustav Lange unter dem Motto „Vom Grenzraum zum Freiraum“.
Mauerpark: Am 9. November 1994 wurde der erste Abschnitt eröffnet
Der erste Abschnitt des Mauerparks wurde am 9. November 1994 eröffnet und in den folgenden Jahren schrittweise weiterentwickelt. Mit dem Flohmarkt ab 2004 und der benachbarten Max-Schmeling-Halle entwickelte sich das ehemalige Grenzgebiet schließlich zu einem wichtigen Freizeit- und Veranstaltungsort.
Bis heute sind Spuren der deutschen Teilung sichtbar, und das bewusst. Teile der früheren Hinterlandmauer, Fundamente ehemaliger Grenzanlagen und ein Lichtmast erinnern daran, dass der heutige Freizeit- und Begegnungsort einst für Trennung, Überwachung und Unfreiheit stand. Gerade dieser Gegensatz macht den Mauerpark zu einem besonderen Ort der Berliner Stadtgeschichte.

Große Wiesenflächen und zahlreiche Baumpflanzungen prägen heute weite Teile des Mauerparks – auf einem Gelände, das jahrzehntelang von der Berliner Mauer und ihren Grenzanlagen bestimmt wurde. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Eine Übersichtstafel informiert Besucherinnen und Besucher über die unterschiedlichen Bereiche und Angebote des weitläufigen Mauerparks zwischen Prenzlauer Berg und Gesundbrunnen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Vom einstigen Todesstreifen zum grünen Freiraum: Der heutige Mauerpark bietet weitläufige Rasenflächen, Bäume und gemeinschaftlich genutzte Gartenbereiche. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Quellen: Visit Berlin, GrünBerlin, mauerpark.berlin, Wikipedia
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