Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf hat die Frist zur Beteiligung an den Planungen für das Tal-Center verlängert. Die Zukunft des alten Einkaufszentrums ist offen: während Verwaltung und Wohnungsunternehmen neuen Wohnraum planen, sorgt man sich im Kiez um Infrastruktur und zusätzliche Verdichtung.

Tal-Center

© Titelbild: depositphotos.com

Am östlichen Rand Berlins steht das Tal-Center in Marzahn derzeit im Zentrum einer lebhaften Diskussion: Anwohnende und Verwaltung diskutieren über die Zukunft des ehemaligen Einkaufszentrums; und das mit großer Beteiligung. So voll wie bei der letzten Informationsveranstaltung war das Zentrum wohl schon lange nicht mehr. Die Resonanz war tatsächlich so groß, dass die Bezirksverwaltung nun die Frist zur Beteiligung am Bebauungsplanverfahren bis zum 7. März 2026 verlängert hat.

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Damit reagiert das Bezirksamt auf eine ungewöhnlich rege Teilnahme an dem Verfahren zur städtebaulichen Neuordnung des ehemaligen Einkaufszentrums – ein Zeichen dafür, wie eng Stadtentwicklung und Alltag in dieser Großsiedlung miteinander verknüpft sind.

Wohnraum statt Gewerbe? Neue Pläne für das Tal-Center

Das Tal-Center war lange geprägt von leerstehenden Ladenflächen und einer nachlassenden Attraktivität als Nahversorgungsstandort. Nun soll das Areal städtebaulich neu geordnet werden. Eigentümer und beteiligte Wohnungsbaugesellschaften haben ein Konzept vorgestellt, das Wohnen, Gewerbe und Einzelhandel miteinander verknüpfen und zugleich neuen Wohnraum schaffen soll.

Im Gespräch waren zuletzt unter anderem ein 20-geschossiges Hochhaus und ein 14-geschossiges Gebäude, ergänzt durch kleinere Bauten. Insgesamt könnten rund 600 Wohnungen entstehen. Dafür ist jedoch eine Änderung des bestehenden Bebauungsplans nötig, der bislang ausschließlich gewerbliche Nutzung vorsieht.

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Herausforderungen der Quartiersentwicklung: Anwohnende äußern Bedenken

Ein zentraler Aspekt der laufenden Beteiligung ist die Frage, wie sich die Entwicklung des Quartiers gestalten lässt, ohne bestehende Defizite zu verschärfen. Viele Anwohnende begrüßen grundsätzlich neue Wohnungen, äußern aber Bedenken, ob soziale Infrastruktur, Grünflächen und Nahversorgung ausreichend berücksichtigt werden.

Die Informationsveranstaltung im Januar verdeutlichte die Spannungen: Mehr als hundert Anwohnende nahmen teil, manche hatten schon zuvor bei einem Kiezspaziergang protestiert. Die Diskussion macht deutlich, wie komplex städtebauliche Transformation in etablierten Großsiedlungen ist: Es geht nicht nur ums Bauen, sondern um die Balance zwischen Verdichtung, Alltag und Teilhabe.

Wie es weitergeht: Frist für Beteiligung bis zum 7. März verlängert

Die Beteiligung am Bebauungsplanverfahren läuft weiterhin. Unterlagen können im Stadtentwicklungsamt oder online eingesehen werden. Mit der Verlängerung der Frist möchte das Bezirksamt möglichst vielen Interessierten die Gelegenheit geben, Anregungen und Bedenken einzubringen – ein Schritt, der in der bisherigen Diskussion oft gefordert wurde.

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Ob und wie sich die kritischen Stimmen der Nachbarschaft in die weitere Planung einfließen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

 

Quellen: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf, DiPlanung, Berliner Morgenpost, Linksfraktion Marzahn-Hellersdorf

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