Der Lost Place an der Gehrenseestraße in Hohenschönhausen wird abgerissen. Auf dem Gelände sollen mehr als 1.000 Wohnungen, Gewerbeflächen, Kitas, Spielplätze und eine Schule entstehen.

Eine Architekturvisualisierung zeigt das geplante Wohnquartier am Lost Place an der Gehrenseestraße in Hohenschönhausen mit mehreren Hochhäusern, begrünten Freiflächen und neuen Wohnungen.

Die Visualisierung zeigt das geplante Quartier an der Gehrenseestraße in Hohenschönhausen mit hohen Wohngebäuden, Gewerbeflächen, Bäumen und einem öffentlichen Stadtplatz. / © Visualisierung: MLA+ Architekten

© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT / MLA+ Architekten

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Zwischen leeren Fensteröffnungen, überwucherten Wegen und entkernten Plattenbauten beginnt ein neues Kapitel. Erste Gebäude des verlassenen DDR-Wohnheimkomplexes an der Gehrenseestraße werden abgetragen. Doch bis an diesem Ort Menschen in neue Wohnungen einziehen können, stehen noch mehrere Planungs- und Genehmigungs- und Bauschritte aus.

  • Bezirk: Lichtenberg 
  • Adresse: Gehrenseestraße 1, Wartenberger Straße 4/10 und Wollenberger Straße 1/9
  • Projektstatus: Teilabriss und laufendes Bebauungsplanverfahren
  • Geplante Wohnungen: rund 1.050 Wohnungen
  • HOWOGE-Wohnungen: 274 Mietwohnungen
  • Baubeginn HOWOGE: Oktober 2028
  • Fertigstellung HOWOGE: September 2032

Wo heute noch verlassene Wohnblöcke stehen, zeigt sich auf den aktuellen Visualisierungen ein völlig anderes Bild. Geplant ist ein offenes Stadtquartier mit mehreren Wohngebäuden unterschiedlicher Höhe, großzügigen Grünflächen und öffentlichen Plätzen.

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Eine Architekturvisualisierung zeigt einen grünen Platz mit Wasserspiel, Bäumen und Fußwegen im geplanten Wohnquartier am Lost Place in Hohenschönhausen.

Zwischen den geplanten Wohnungen sieht der Entwurf öffentliche Wege, große Bäume, Sitzbereiche und Flächen für Spiel und Begegnung vor. / © Visualisierung: MLA+ Architekten

Gehrenseestraße: So soll der heute Lost Place einmal aussehen

Zwischen den Häusern entstehen begrünte Innenhöfe mit altem Baumbestand, Spiel- und Aufenthaltsflächen sowie breite Wege für Fußgänger und Radfahrer. Im Zentrum des Quartiers soll ein weitläufiger Platz mit Wasserspiel und Sitzgelegenheiten als Treffpunkt dienen.

Erdgeschosszonen mit Geschäften, Dienstleistungen und Gastronomie lockern die Bebauung auf und sollen das Quartier auch außerhalb der Wohnnutzung beleben. Die Architektur setzt auf helle Fassaden, große Fensterflächen und eine Mischung aus niedrigeren Blockrandgebäuden sowie markanten Hochpunkten. Insgesamt sieht der Bebauungsplan rund 1.050 Wohnungen sowie Flächen für eine Grundschule, Kitas, Gewerbe und soziale Einrichtungen vor.

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Die städtebauliche Grundlage für das Quartier an der Gehrenseestraße stammt von MLA+ und Atelier Loidl Landschaftsarchitekten. Acht Planungsteams nahmen 2018 an einem Werkstattverfahren teil. Nach einer ersten Auswahl mussten MLA+ sowie Heide & von Beckerath ihre Entwürfe überarbeiten. Im September 2018 setzte die Jury den Beitrag von MLA+ auf den ersten Rang.

Die Visualisierung zeigt einen begrünten Innenhof mit Spiel- und Aufenthaltsflächen zwischen geplanten Wohngebäuden an der Gehrenseestraße in Hohenschönhausen.

Begrünte Innenhöfe sollen die neuen Wohnungen an der Gehrenseestraße verbinden und geschützte Aufenthaltsflächen zwischen den Gebäuden schaffen. / © Visualisierung: MLA+ Architekten

Vom DDR-Wohnheim zum Lost Place in Hohenschönhausen

Aktuell laufen auf dem Gelände an der Gehrenseestraße erste Abrissarbeiten. Hinter dem Bauzaun stehen noch Teile einer Siedlung, die zu den markantesten Lost Places in Hohenschönhausen zählt. Neun sechsgeschossige Wohnblöcke bildeten einst einen der größten Wohnheimkomplexe für vietnamesische Vertragsarbeiterinnen und Vertragsarbeiter in Ost-Berlin.

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Die heutigen Ruinen dokumentieren damit nicht nur den Verfall eines Gebäudekomplexes. Sie stehen auch für die staatlich organisierte Unterbringung ausländischer Arbeitskräfte in der DDR. Allein in Ost-Berlin arbeiteten 1988 mehr als 14.000 Menschen aus sozialistischen Staaten, darunter fast 5.000 Vietnamesinnen und Vietnamesen.

Die leer stehende Vertragsarbeitersiedlung an der Gehrenseestraße zeigt offene Fenster, beschädigte Fassaden und dichte Vegetation an einem bekannten Lost Place in Hohenschönhausen.

Seit 2003 stehen die entkernten Wohnblöcke an der Gehrenseestraße leer. Nun beginnt der schrittweise Abriss des bekannten Lost Places. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Der Lost-Place-Abriss beginnt zunächst für den Schulstandort

Die laufenden Arbeiten auf dem Lost-Place-Gelände betreffen zunächst den östlichen Bereich des Areals. Dort sollen Gebäude weichen, damit Lichtenberg eine neue Schule errichten kann. Die geplante „2-in-1-Schule“ soll unabhängig vom Bebauungsplan für das Wohnquartier vorbereitet werden. Der Senat teilte Anfang 2026 mit, dass die Schulnutzung bereits planerisch gesichert sei. Die Schule soll den Bedarf in der Lichtenberger Schulplanungsregion decken.

Der Abriss bedeutet allerdings noch nicht, dass der Bau der Wohnungen unmittelbar folgt. Für das gesamte Gelände läuft weiterhin das Bebauungsplanverfahren 11-165. Es soll ein urbanes Gebiet schaffen und Planungsrecht für rund 1.050 Wohnungen ermöglichen.

Ende 2024 und Anfang 2025 beteiligte der Bezirk Behörden und weitere öffentliche Stellen. Anschließend wurden Stellungnahmen ausgewertet, Gutachten angepasst und Planunterlagen überarbeitet. Eine weitere Behördenbeteiligung war laut Senatsantwort für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen.

Ein Bagger steht vor den leer stehenden DDR-Plattenbauten der ehemaligen Vertragsarbeitersiedlung an der Gehrenseestraße. Die ersten Abrissarbeiten am bekannten Lost Place in Neu-Hohenschönhausen haben begonnen.

Die ersten Bagger sind auf dem Gelände der ehemaligen Vertragsarbeitersiedlung an der Gehrenseestraße im Einsatz. Mit dem Teilabriss beginnt die Entwicklung eines neuen Quartiers mit mehr als 1.000 Wohnungen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Mehr als Wohnungen: Schule, Kitas, Gewerbe und Versorgung

Auf dem rund 6,3 Hektar großen Gelände soll kein reines Wohngebiet entstehen. Die Planungen verbinden Wohnungen mit Gewerbe, sozialen Angeboten und öffentlicher Infrastruktur. Vorgesehen sind Flächen für Dienstleistungen, Einzelhandel, Kultur sowie soziale und medizinische Versorgung. Auch Wohnangebote für Studierende, Seniorinnen und Senioren oder pflegebedürftige Menschen kommen infrage. Hinzu kommen Kitas, öffentliche und private Spielplätze sowie eine Grundschule.

Die HOWOGE plant innerhalb des gesamten Quartiers 274 Mietwohnungen mit ein bis fünf Zimmern. Alle Wohnungen sollen barrierefrei erreichbar sein und eine Fußbodenheizung erhalten. Rund 4.900 Quadratmeter sind für Gewerbe vorgesehen. Die Hälfte der HOWOGE-Wohnungen soll öffentlich gefördert werden und einen Wohnberechtigungsschein erfordern. Für den HOWOGE-Bauabschnitt nennt das Unternehmen derzeit Oktober 2028 als Baubeginn und September 2032 als Fertigstellung.

Dichte Bäume und Sträucher verdecken einen mit Graffiti bedeckten Plattenbau der ehemaligen Vertragsarbeitersiedlung an der Gehrenseestraße.

Die Natur hat große Teile des seit Jahrzehnten verlassenen Areals an der Gehrenseestraße zurückerobert. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Lost Place in Hohenschönhausen

 Quellen: HOWOGE, BE Group, taz, Berliner Morgenpost

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One Comment

  1. ESTIKA 16. Juli 2026 at 07:47 - Reply

    Es wäre wirklich schön, wenn aus diesem verlassenen Gelände ein lebendiges Viertel mit viel Grün und bezahlbaren Wohnungen entsteht. Besonders der geplante Stadtplatz mit Wasserspiel klingt nach einem Ort, an dem man sich gerne aufhält.

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