Auf einer früheren Industrie- und Bahnbrache an der Lößniger Straße sollen rund 1.260 Mietwohnungen entstehen. Bevor der Hochbau beginnen kann, wird das Gelände der ehemaligen Bauchemie von Schadstoffen befreit.

Baufahrzeuge und Erdhügel auf dem ehemaligen Industrieareal an der Lößniger Straße in Leipzig.

Auf dem früheren Industrieareal an der Lößniger Straße laufen vorbereitende Arbeiten. Vor dem Bau des neuen Quartiers muss der belastete Boden saniert werden. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

© Titelbild: greeen! architects GmbH, BUWOG

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Auf einer langjährig ungenutzten Industrie- und Bahnbrache südlich des Leipziger Stadtzentrums soll ein neues Wohnquartier mit rund 1.260 Wohnungen entstehen. Das Stadtquartier Lößniger Straße ist Bestandteil der großräumigen Entwicklung rund um den Bayerischen Bahnhof. Neben unterschiedlichen Wohnformen sind Gewerbeflächen, eine Kindertagesstätte und wohnungsnahe Grünflächen vorgesehen.

  • Rund 1.260 Mietwohnungen entstehen auf einer früheren Leipziger Industrie- und Bahnbrache.
  • Mindestens 30 Prozent der Wohnfläche sind für geförderten Wohnraum vorgesehen.
  • Gewerbe, Kita und Stadtteilpark sollen ein gemischtes, autoarmes Quartier schaffen.
  • Die laufende Bodensanierung bereitet das ehemalige Bauchemie-Areal für die Neubebauung vor.

Das etwa fünf Hektar große Areal befindet sich westlich des Bahntrogs zum City-Tunnel zwischen Kohlenstraße, Lößniger Straße und Kurt-Eisner-Straße. Östlich schließt sich der geplante Stadtteilpark an, der sich entlang der früheren Bahnflächen erstrecken soll.

Leipziger Südvorstadt: 1.260 Mietwohnungen geplant

Die BUWOG Bauen und Wohnen Leipzig GmbH, eine Development-Tochter von Vonovia, will rund eine halbe Milliarde Euro in das Quartier investieren. Auf insgesamt etwa 130.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche sind rund 1.260 Mietwohnungen mit unterschiedlichen Grundrissen vorgesehen. Frühere Projektangaben gingen noch von rund 1.200 Wohnungen aus.

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Die Neubauten sollen das Wohnungsangebot für verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen erweitern. Sämtliche Wohnungen sollen barrierefrei oder barrierearm ausgeführt und über Aufzüge erschlossen werden. Mindestens 30 Prozent der für das Wohnen vorgesehenen Geschossfläche sind für geförderten, mietpreis- und belegungsgebundenen Wohnraum reserviert.

Läden, Gastronomie und eine Kita ergänzen das Wohnangebot

Neben den Wohnungen sind rund 7.500 Quadratmeter quartiersbezogene Gewerbeflächen geplant. Dort könnten unter anderem Geschäfte für den täglichen Bedarf, gastronomische Angebote oder wohnverträgliche Dienstleistungen einziehen. Ergänzt werden soll das Angebot durch eine Kindertagesstätte.

Die Planenden setzen auf eine kleinräumige Mischung unterschiedlicher Nutzungen und Wohnformen. Innerhalb der einzelnen Baublöcke sollen verschiedene Wohnungstypen miteinander kombiniert werden. Entlang der Lößniger Straße ist eine weitgehend geschlossene bauliche Kante vorgesehen, welche die vorhandene Stadtstruktur der inneren Südvorstadt aufgreift und weiterentwickelt.

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Visualisierung des Stadtquartiers Lößniger Straße mit großen Wohnblöcken, begrünten Dächern und angrenzendem Park.

Die Visualisierung zeigt das geplante Stadtquartier aus der Vogelperspektive. Vorgesehen sind kompakte Baublöcke, begrünte Dächer und ein direkter Übergang zum neuen Stadtteilpark. / © Visualisierung: greeen! architects GmbH, BUWOG

Masterplanung von greeen! architects und dgk architekten

Die Masterplanung stammt von den Büros greeen! architects und dgk architekten. Sie führt die Ergebnisse eines 2011 durchgeführten städtebaulichen Wettbewerbs weiter. Das Konzept sieht eine kompakte, innenstadttypische Bebauung vor, die Wohnen, Dienstleistungen und kleinere Gewerbenutzungen miteinander verbindet.

Zum angrenzenden Park hin sind einzelne bauliche Hochpunkte vorgesehen. Deren Positionierung soll wichtige Sichtachsen freihalten, wie es heißt. Begrünte Fassaden, Möglichkeiten zur Energiegewinnung und wohnungsnahe Freiräume gehören ebenfalls zum planerischen Konzept.

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Leipziger Südvorstadt: Autoarmes Quartier am neuen Stadtteilpark

Das Stadtquartier soll weitgehend autoarm organisiert werden. Zugleich ist eine lokale Rückhaltung von Regenwasser vorgesehen, die sich am Prinzip der Schwammstadt orientiert. Niederschläge sollen möglichst im Quartier gespeichert, versickert oder für die Bewässerung der Grünflächen genutzt werden.

Unmittelbar östlich der Neubauten entsteht auf der früheren Bahnbrache ein rund acht Hektar großer Stadtteilpark. Der langgestreckte Grünraum soll die verschiedenen Entwicklungsflächen am Bayerischen Bahnhof miteinander verbinden und zugleich eine stadtklimatisch wichtige Funktion übernehmen. Für die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner soll er wohnungsnahe Erholungs- und Freizeitflächen schaffen.

Ehemalige Bauchemie wird von Schadstoffen befreit

Vor dem Hochbau muss allerdings zunächst die industrielle Vergangenheit des Grundstücks aufgearbeitet werden. Ein Teil der Fläche diente früher als Produktions- und Laborstandort der Bauchemie Leipzig. Dort wurden unter anderem Reinigungsmittel hergestellt. Durch diese Nutzung verblieben Schadstoffe und weitere industrielle Hinterlassenschaften im Boden.

Für die Dekontamination erhielt die BUWOG 2026 Fördermittel von bis zu 1,5 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und des Freistaates Sachsen. Seit Juli 2026 wird belasteter Boden ausgehoben, untersucht und fachgerecht entsorgt. Anschließend soll er durch unbelastetes Material ersetzt werden.

Quartier Lößniger Straße: Fertigstellung in mehreren Bauabschnitten

Mit der Bodensanierung wird die Voraussetzung für die spätere Neubebauung geschaffen. Das Stadtquartier soll anschließend schrittweise realisiert werden. Aufgrund seiner Größe dürfte sich die Entwicklung über mehrere Bauabschnitte und Jahre erstrecken.

Gemeinsam mit weiteren Bauflächen am Dösner Weg und dem neuen Stadtteilpark verändert das Projekt einen rund 1,7 Kilometer langen Stadtraum hinter dem Bayerischen Bahnhof grundlegend. Aus ehemaligen Bahn- und Industrieflächen soll ein neues Stück Leipziger Innenstadt mit Wohnungen, sozialen Angeboten, Gewerbe und großzügigen Grünräumen entstehen.

Brachfläche an der Lößniger Straße in Leipzig mit angrenzenden Wohnhäusern und Bäumen.

Die weitgehend unbebaute Fläche liegt zwischen der Lößniger Straße und dem Bahntrog des City-Tunnels. Hier sollen rund 1.260 Mietwohnungen entstehen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Quartier Lößniger Straße

Quellen: BUWOG, Leipziger Volkszeitung, Stadt Leipzig, ÖkoLöwe, greeen! architects GmbH | Generalplaner und Architekten BDA

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