Das ehemalige BImA-Grundstück an der Landsberger Allee 378, zwischen Alter Rhinstraße und Pyramidenring, gehört zu den größeren Entwicklungsflächen im Berliner Osten. Eine schriftliche Anfrage im Abgeordnetenhaus bringt nun Klarheit darüber, was auf dem Areal geplant ist, welche Nutzungen verworfen wurden und wie der Stand der Bauleitplanung ist. Im Zentrum steht dabei ein Vorhaben, das den Standort deutlich prägen könnte: ein Rechenzentrum.

In einem stark industriell geprägten Umfeld sind damit gleich zwei Rechenzentrumsprojekte in unmittelbarer Nähe zueinander vorgesehen. Während das Rechenzentrum „Bluestar“ an der Rhinstraße seit Jahren geplant ist, soll nun auch am Pyramidenring ein weiteres Rechenzentrum entstehen. / © Foto: PREA, van Caem
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Das Grundstück an der Landsberger Allee 378, angrenzend an die Alte Rhinstraße und den Pyramidenring, war über Jahre im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Geprägt ist das Areal von einer campusartigen Bebauung, die heute teilweise unter Denkmalschutz steht. Lange Zeit blieb offen, wie sich die Fläche künftig entwickeln soll.
Mit dem Verkauf des Areals an einen privaten Eigentümer rückten neue Nutzungsperspektiven in den Fokus. Bereits 2022 wurde ein erstes Vorkonzept für den sogenannten „Campus Pyramidenring“ vorgestellt. Vorgesehen waren Büro- und Gewerbeflächen sowie ergänzende Nutzungen wie Gastronomie oder Serviceangebote.
Ganz in der Nähe ist seit Jahren ein weiteres großmaßstäbliches Rechenzentrumsprojekt geplant, das auf einer bislang brachliegenden Fläche an der Rhinstraße entstehen soll. Auch dort haben sich die ursprünglichen Entwicklungsziele im Laufe der Zeit deutlich verschoben.
Rechenzentrum am Pyramidenring geplant: Bauvorbescheid liegt bereits vor
Inzwischen ist klar, dass zumindest für einen Teil des Grundstücks eine konkrete Nutzung verfolgt wird. Im Bereich Alte Rhinstraße 11/Pyramidenring plant der Eigentümer die Errichtung eines Rechenzentrums. Dafür liegt bereits ein positiver Bauvorbescheid des Bezirks Marzahn-Hellersdorf vor.
Für weitere Teilflächen des Areals wurden dem Bezirk bislang keine verbindlichen Planungen vorgelegt. Damit bleibt offen, ob und in welcher Form das ursprüngliche Campus-Konzept über das Rechenzentrum hinaus weiterentwickelt wird.
Campus Pyramidenring: Denkmalschutz bestimmt Nutzungen und Bebauungsdichte
Der Bezirk hat das 2022 vorgelegte Campus-Konzept grundsätzlich positiv bewertet. Maßgeblich war dabei der Erhalt der denkmalgeschützten Strukturen und deren Ablesbarkeit im Stadtraum. In der Folge wurden Nutzungsmaß und Bebauungsdichte mehrfach angepasst.
Geprüft wurde auch die Ausweisung von Gemeinbedarfsflächen, etwa für eine Schule oder eine öffentliche Kita. Diese Optionen verwarf der Bezirk jedoch. Aufgrund der gewerblich-industriellen Ausrichtung und der Lage abseits von Wohngebieten bestehe hierfür keine planerische Grundlage. Möglich bleibt lediglich eine betriebliche Kita im Rahmen der Gewerbegebietsausweisung.
Bebauungsplan am Pyramidenring: Neue Beteiligung 2026, Gutachten abgeschlossen
Auch beim Bebauungsplanverfahren gibt es Fortschritte. Im Sommer 2025 wurde die Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung beschlossen, anschließend der Geltungsbereich geringfügig angepasst. Im Dezember 2025 lag zudem ein aktualisiertes faunistisch-floristisches Gutachten vor. Damit sollen im ersten Halbjahr 2026 erneute Beteiligungsverfahren starten.
Parallel dazu werden Fragen des Denkmalschutzes, des Umgangs mit Waldflächen und der Verkehrserschließung bearbeitet. Mehrere Waldflächen wurden gutachterlich bewertet, eine weitere steht noch aus. Die äußere Erschließung erfolgt über Landsberger Allee, Pyramidenring und Alte Rhinstraße, die innere über bestehende private Wege- und Leitungsrechte.
Schriftliche Anfrage der Linken bringt Klarheit zur Zukunft des Gewerbestandorts in Lichtenberg
Mit einer schriftlichen Anfrage hatte der Abgeordnete Kristian Ronneburg (Die Linke) den Senat um Auskunft zum Stand des Grundstücks gebeten. Die Antworten zeigen: Das Areal wird weiterhin als Gewerbestandort gesehen, das Rechenzentrum ist derzeit das einzige konkret verfolgte Vorhaben.
Wie sich das restliche Gelände langfristig entwickelt, hängt nun maßgeblich vom Fortgang des Bebauungsplanverfahrens und von neuen Nutzungsideen des Eigentümers ab. Der Standort bleibt somit vorerst ein sensibler Baustein zwischen Infrastruktur, Denkmalschutz und gewerblicher Stadtentwicklung im Berliner Osten.
Quellen: Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, Bezirksamt Lichtenberg, Prea, Bluestar, Die Wohnkompanie Berlin GmbH & Co. KG
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