An der Hämmerlingstraße ist aus einem früheren Autohaus ein neues Stück Köpenick geworden. Das Wohnensemble CÖ ist längst bezogen und fällt dennoch durch einige ungewöhnliche Details auf. Vor allem die Architektur orientiert sich stärker an der Nachbarschaft, als es bei vielen Neubauten üblich ist.

Im Inneren des CÖ gruppieren sich die Wohngebäude um den gemeinschaftlich nutzbaren Gartenhof. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In der Hämmerlingstraße Ecke Annenallee in Berlin-Köpenick ist die Baustellenzeit endgültig vorbei. Wo noch vor wenigen Jahren ein weitgehend versiegeltes Gewerbegrundstück lag, stehen heute Wohnhäuser mit Vorgärten, Balkonen, Klinkersockeln und einem begrünten Innenhof. Die ersten Bewohner zogen bereits im Dezember 2025 ein. Seit Juli 2026 ist das Ensemble vollständig vermietet.

Das frühere Autohaus Koch an der Hämmerlingstraße in Köpenick (links) und das heute fertiggestellte Wohnquartier „CÖ“ auf demselben Grundstück (rechts) im direkten Vergleich. / © Fotos: ENTWICKLUNGSSTADT
- Bezirk: Treptow-Köpenick
- Adresse: Hämmerlingstraße 132–136 / Annenallee, 12555 Berlin-Köpenick
- Bauzeit: Dezember 2022 bis 2025
- Wohnungen: 120
Die Entwicklung des Projekts hat ENTWICKLUNGSSTADT über mehrere Jahre begleitet. Im Sommer 2024 hatte der Neubau seine volle Gebäudehöhe erreicht. Ein Jahr später waren Fassaden und Balkone des Quartiers CÖ bereits weitgehend fertig. Im November 2025 meldete Kondor Wessels schließlich den vorzeitigen Projektabschluss.

Im rückwärtigen Bereich ergänzen kleinere Wohnhäuser das Ensemble zwischen Hämmerlingstraße und Annenallee. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Wohnensemble CÖ greift die Architektur der Köpenicker Nachbarschaft auf
Heute zeigt sich erstmals, wie sich die Anlage im bewohnten Zustand entwickelt. Pflanzen stehen auf Balkonen und Terrassen, die Vorgärten sind angewachsen und der Neubau wirkt nicht mehr wie eine gerade abgeschlossene Baustelle. Die offizielle Projektseite meldete bereits im Januar 2026 eine Vermietungsquote von 70 Prozent; im Juli folgte die Vollvermietung.
Die Gestaltung war von Beginn an eng mit der Umgebung verbunden. Rund um Hämmerlingstraße und Annenallee treffen Wohnhäuser des 19. Jahrhunderts auf Bauten aus den 1920er-Jahren und kleinere Gebäude. Nöfer Architekten griffen diese unterschiedlichen Maßstäbe auf. Die straßenseitigen Häuser bilden einen geschlosseneren Blockrand, während im Inneren kleinere Wohnhäuser den Übergang zur kleinteiligeren Nachbarschaft herstellen.

Die gegliederte Straßenfassade des CÖ orientiert sich mit Balkonen, Sockelzone und Vorgärten am Maßstab der umliegenden Wohnbebauung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
120 Wohnungen und ein gemeinsamer Gartenhof in der Hämmerlingstraße
Besonders auffällig ist die gerundete Ecke des Ensembles. Sie richtet sich diagonal zur nahen Bahnhofstraße aus. Ein heller Klinkersockel prägt die Erdgeschosszone, darüber folgen hell verputzte Fassaden. Auch die Vorgärten sind kein Zufall: Sie übernehmen die für das Quartier typische Distanz zwischen Häusern und Gehweg. In den Eingangsbereichen greifen Wandmalereien mit Fischen zudem das Wappentier Köpenicks auf.
Auf dem Grundstück entstanden insgesamt 120 Wohnungen verschiedener Größen und Grundrisse. Hinzu kommen drei Townhouses sowie die Tiefgarage mit 67 Stellplätzen. Mittelpunkt der Anlage ist ein begrünter Gartenhof, der allen Bewohnerinnen und Bewohnern offensteht und die verschiedenen Gebäudeteile miteinander verbindet.

Zum Inneren des Grundstücks verändert sich der Maßstab: Kleinere Häuser ergänzen die straßenseitige Bebauung des CÖ. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
700 Mio. Liter Wasser für Wohnungen in der Hämmerlingstraße abgepumpt
Dabei war die Umsetzung technisch anspruchsvoller, als die fertigen Gebäude vermuten lassen. Beim Bau des Untergeschosses und der Tiefgarage lag eine zentrale Herausforderung im Grundwasser. Nach Angaben von Kondor Wessels mussten während der Bauarbeiten rund 700 Millionen Liter Grundwasser abgepumpt und in Wuhle und Spree geleitet werden. Dafür entstand zeitweise eine eigene Leitung bis in die Köpenicker Altstadt.
Damit ist aus dem ehemaligen Autohaus innerhalb weniger Jahre ein bewohntes Stück Stadt geworden. Die ersten Wohnungen waren nach Angaben der Projektvermarktung ab 1. Dezember 2025 bezugsfertig. Mittlerweile ist in allen Wohnungen Leben eingezogen.

Vorgärten, helle Putzflächen und ein grauer Klinkersockel gliedern den Neubau an der Hämmerlingstraße. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
CÖ – Das gute Leben in Köpenick
Quellen: Nöfer Architekten, Kondor Wessels
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