Am Spreeufer in Friedrichshain wächst derzeit ein ungewöhnliches Hotelprojekt sichtbar in die Höhe. Die „Villa Viva Holzmarkt“ soll bis 2027 fertiggestellt werden und verbindet nachhaltige Bauweise mit einem sozialen Nutzungskonzept. Während mehrere Bauprojekte in der Umgebung stagnieren, schreiten Rohbau und Hochbau am Holzmarkt-Areal sichtbar voran.

Villa Viva Holzmarkt-Hotel

An der Holzmarktstraße wächst derzeit das Hotel „Villa Viva Holzmarkt“, das bis 2027 fertiggestellt werden soll und acht Geschosse mit insgesamt 155 Zimmern umfasst. /  © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

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Am Spreeufer in Friedrichshain schreiten die Bauarbeiten für ein neues Hotelprojekt derzeit deutlich voran. Auf dem Gelände des Kultur- und Veranstaltungsorts Holzmarkt 25 entsteht die „Villa Viva Holzmarkt“, ein achtgeschossiger Neubau mit insgesamt 155 Zimmern. Nach dem Baustart im Sommer hat der Rohbau inzwischen mehrere Geschosse erreicht, und das Gebäude ist auf der Baustelle bereits weithin sichtbar eingerüstet.

Der Hochbau soll in den kommenden Monaten weiter voranschreiten. Schritt für Schritt wächst das Gebäude in die Höhe, während parallel die tragenden Strukturen und Fassadenelemente vorbereitet werden. Nach aktuellen Planungen soll das Hotel bis zum Jahr 2027 fertiggestellt werden und Teil des bestehenden Holzmarkt-Areals werden.

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„Villa Viva Holzmarkt“ in Friedrichshain: Hotelneubau setzt auf nachhaltige Holzbauweise

Visualisierung vom Hotelneubau in Holz.

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Das Bauvorhaben setzt auf einen ressourcenschonenden Ansatz. Vorgesehen sind unter anderem Fassaden und Fenster aus Holz sowie der Einsatz energieeffizienter Materialien. Das Projekt gehört damit zu den wenigen größeren Hotelbauten in Berlin, die konsequent auf eine nachhaltige Bauweise setzen.

Der architektonische Entwurf stammt vom Berliner Büro Pätzold Architekten. Das Büro hatte bereits 2016 einen Wettbewerb für das Projekt gewonnen. Der Entwurf greift die Symbolik einer Weintraube auf: Die einzelnen Zimmer werden als „Beeren“ verstanden, die über ein gemeinsames System miteinander verbunden sind. Auf diese Weise soll ein architektonisches Bild entstehen, das Individualität und Gemeinschaft verbindet.

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Hotelprojekt „Villa Viva Holzmarkt“ in Friedrichshain entsteht mit Viva con Agua

Villa Viva Holzmarkt

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Das Hotel entsteht in Kooperation mit der Organisation Viva con Agua, die sich weltweit für den Zugang zu sauberem Trinkwasser engagiert. Die Initiative ist Mitbetreiberin des Hauses. Nach Angaben der Projektbeteiligten soll ein erheblicher Teil der späteren Gewinne in internationale Wasserprojekte fließen.

Die Entstehung des Projekts war allerdings von mehreren Verzögerungen geprägt. Ursprünglich sollte der Bau bereits Mitte der 2010er-Jahre beginnen. Steigende Baukosten infolge der Corona-Pandemie und des Ukrainekriegs führten jedoch dazu, dass sich der ursprüngliche Betreiber und eine finanzierende Bank zurückzogen. Erst durch die Unterstützung von Viva con Agua sowie der Schweizer Eckenstein-Geigy-Stiftung konnte das Vorhaben erneut finanziell abgesichert werden.

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Holzmarktstraße in Friedrichshain: Mehrere Bauprojekte kommen nur langsam voran

Eingangsschild "HOLZMARKT"

© Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Während die „Villa Viva Holzmarkt“ sichtbar voranschreitet, zeigen sich im unmittelbaren Umfeld des Areals unterschiedliche Entwicklungen. Mehrere geplante Großprojekte entlang der Holzmarktstraße kommen derzeit nur langsam voran oder liegen hinter den ursprünglichen Zeitplänen zurück.

Betroffen sind unter anderem das geplante Wissensquartier „WIEWEIL“, das Hochhausprojekt „JAHO“ sowie der Neubau der Schwimmhalle „Holzmarkt 51“. Vor diesem Hintergrund wirkt die fortschreitende Baustelle der „Villa Viva“ derzeit wie eines der wenigen sichtbaren Bauvorhaben in diesem Abschnitt des Berliner Spreeufers.

Quellen: Pätzold Architekten, WIEWEIL, Kilian Immobiliengruppe, BVV Berlin-Mitte, David Chipperfield Architects, Kuehn Malvezzi, Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Berliner Bäderbetriebe, bloomimages

 

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3 Kommentare

  1. Ewald Karl 9. März 2026 at 18:29 - Reply

    Schön, dass es rund um den Architektur-Einheitsbrei in der „Mediaspree“ auch diesen Hingucker gibt.

  2. a.t. 10. März 2026 at 15:31 - Reply

    Wenn ich in der täglichen Vorbeifahrt diesen Hang zum gepflegten Slum kombiniert mit Baumhaus und Stapelung sehe, fällt mir immer umgehend die frühmittelalterliche Bebauung des ausgeräumten Nerva-Forums in Rom ein….. Ist aber wahrscheinlich nur eine von mehreren Formen des Sich-Abwendens von zeitgenössischer Architektur. Die einen rufen nach Rekonstruktion, die anderen lassen unkontrolliert einer anderen Alternative freien Lauf. Beides legitim und auch nachvollziehbar, solange Berlinische Architektur den Weg wie so oft nur nach unten beschreitet.

    • Max 10. März 2026 at 20:43 - Reply

      Das ist so ein grundsätzlicher Fehler vieler, die bei ihren „täglichen Vorbeifahrten“ nicht weiter als den halben Meter denken, den die Fassade ausmacht. Gott sei Dank interessieren sich die Macher des Holzmarkt-Quartiers seit jeher für vielmehr als nur für Fassaden. Sie interessieren sich für nachhaltige Stadtentwicklung. Und für diese ist die Gestaltung der Fassaden einer von 50 Punkten…

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