Am Nollendorfplatz steht eine umfangreiche U-Bahn-Sanierung an. Die BVG plant mehrere Monate Bauzeit und setzt dabei auf ein umfassendes Umleitungskonzept, um die Mobilität im Berliner Westen sicherzustellen.

BVG-Vorstandsvorsitzender Henrik Falk (links), Heike Puslat (BVG-Verantwortliche für die Baumaßnahmen-Steuerung bei der U-Bahn) und Ronny Dethloff (BVG-Abteilungsleiter Angebotsplanung) haben das Umstiegskonzept vorgestellt. / © Foto: BVG
© Foto Titelbild: Wikimedia Commons, A. Savin, FAL 1.0
Der U-Bahnhof Nollendorfplatz erhält ab Januar 2026 eine neue Zwischendecke. Betroffen ist der untere Bereich des einzigen Berliner Bahnhofs, an dem vier Linien zusammentreffen. Die BVG weist darauf hin, dass die Baumaßnahme notwendig sei, da Teile des Bauwerks über ein Jahrhundert alt sind und Schäden frühzeitig behoben werden müssen, um ungeplante Störungen zu vermeiden. Besonders betroffen sind Bereiche, in die über Jahrzehnte Wasser eingedrungen ist.
Die Sanierung beginnt am 12. Januar und soll bis Mitte Mai abgeschlossen sein. Da die Arbeiten unter beengten räumlichen Bedingungen stattfinden und Materialien überwiegend händisch bewegt werden müssen, soll sich die Bauzeit laut BVG auf etwa vier Monate belaufen.
Sanierung 2026: Auswirkungen auf den Linienbetrieb am Nollendorfplatz
Während der Arbeiten wird der untere Bahnhofsteil gesperrt. Dies betrifft die Linien U1, U3 und U4. Die U4 wird für die gesamte Dauer eingestellt, die U3 fährt nur noch zwischen Krumme Lanke und Spichernstraße. Die U1 ist zwischen Wittenbergplatz und Gleisdreieck unterbrochen, bleibt jedoch auf ihren übrigen Abschnitten in Betrieb.
Eine besondere Rolle übernimmt in dieser Zeit die U2, die am Nollendorfplatz oberirdisch verläuft. Sie soll während der Bauzeit ohne Einschränkungen fahren. Die U2 wird somit zum Rückgrat der Ost-West-Verbindung und soll tagsüber im Vier-Minuten-Takt verkehren. Die BVG verweist darauf, dass neue Fahrzeuglieferungen die Zuverlässigkeit der Linie weiter erhöhen sollen.
Berliner Westen: Ersatzverkehr und Umleitungsmöglichkeiten während der Sperrung
Für die unterbrochenen Strecken richtet die BVG mehrere Ersatzangebote ein. Zwischen Spichernstraße und Wittenbergplatz verkehren Busse, ebenso entlang der gesamten Linie U4. Fahrgäste können zudem an den Bahnhöfen Wittenbergplatz und Gleisdreieck auf die U2 umsteigen. Zusätzlich bietet sich die U7 als südliche Umfahrung an, während die U9 Verbindungen aus nördlichen und südlichen Stadtteilen ermöglicht.
Zur Begleitung der Bauphase kündigt die BVG eine umfassende Informationskampagne an. Neben digitalen Hinweisen werden Teams an wichtigen Knotenpunkten eingesetzt, Hauswurfsendungen verteilt und vor Ort Fahrgastlenkungen eingerichtet. Laut BVG-Chef Henrik Falk soll die Maßnahme deutlich machen, dass die Stabilität des Netzes Vorrang habe und die Fahrgäste möglichst verlässlich durch die Bauzeit geführt werden sollen.
Quellen: BVG, rbb, Berliner Morgenpost
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2 Kommentare
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Was ist eigentlich aus der Gleiskurve geworden, mit der Züge kommend von der Möckernbrücke auf die Trasse Richtung Bülowstraße einbiegen können? Das hätte das Manöver, das jetzt unternommen wird, doch wahrscheinlich stark entschärft. Oder? Aber so ist das mit der BVG leider …. Oder?
Hätte man im Berliner Westen in den 60ern nicht wie besessen Tramgleise aus dem Boden gerissen, wäre die Sperrung des Nollendorfplatzes wahrscheinlich gar kein Problem gewesen. Aber leider ist genau das passiert. Und es sieht nicht danach aus als würde man wieder vermehrt auf die Tram setzen.