Nach monatelangen Diskussionen nimmt das Projekt „Kiezblocks für Mitte“ wieder Fahrt auf. Statt der ursprünglich geplanten zwölf Kiezblocks werden nun zunächst vier Wohngebiete mit neuen Verkehrsregelungen ausgestattet. Was sich jetzt ändert.
Flottwellstraße
Kurfürstenstraße
Soldiner Straße
Biesenthaler Straße
Steegerstraße
Koloniestraße
Stephanstraße
Quitzowstraße
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
Nach einem monatelangen Konflikt um die Zukunft der Kiezblocks in Berlin-Mitte beginnt nun die Umsetzung erster Maßnahmen. Bezirk und Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt haben sich auf vier Kieze verständigt, in denen der Durchgangsverkehr künftig reduziert werden soll. Statt der ursprünglich geplanten zwölf Kiezblocks werden zunächst der Flottwellkiez, zwei Bereiche des Soldiner Kiezes und der Stephankiez umgestaltet.
Die Maßnahmen sollen im Sommer 2026 umgesetzt werden. Vorgesehen sind vor allem neue Einbahnstraßenregelungen, die den Verkehr in den Wohngebieten neu lenken sollen.
Das Projekt ist ein Modellvorhaben für den Fußverkehr nach § 58 des Berliner Mobilitätsgesetzes. Ziel der Kiezblocks ist es, Wohnstraßen vom Durchgangsverkehr zu entlasten und den öffentlichen Raum sicherer und ruhiger zu gestalten.
Wo entstehen die neuen Kiezblocks?
Betroffen sind vier Bereiche im Bezirk Mitte: der Flottwellkiez, der Soldiner Kiez Ost, der Soldiner Kiez West und der Stephankiez.
- Flottwellkiez:
Einbahnstraße in der nördlichen Flottwellstraße
Einbahnstraße in der westlichen Kurfürstenstraße - Soldiner Kiez Ost:
Einbahnstraße in der westlichen Soldiner Straße
Einbahnstraße in der Biesenthaler Straße
Einbahnstraße in der Steegerstraße - Soldiner Kiez West:
Einbahnstraße im südlichen Teil der Koloniestraße - Stephankiez:
Gegenläufige Einbahnstraßen in der Stephanstraße
Einbahnstraße in der westlichen Quitzowstraße
Warum werden zunächst nur vier Kiezblocks umgesetzt?
Ursprünglich wollte das Bezirksamt nach einem Beteiligungsverfahren zwölf Kiezblocks realisieren. Das Projekt geriet jedoch ins Stocken, nachdem die Senatsverwaltung die Finanzierung im Jahr 2025 gestoppt hatte. Es folgte eine politische Auseinandersetzung über die weitere Umsetzung.
Nach Gesprächen einigten sich Bezirk und Senat schließlich auf eine kleinere Auswahl. Entscheidend war, dass sich die vier nun ausgewählten Kieze mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen wie Einbahnstraßenregelungen verkehrsberuhigen lassen.
Parallel dazu untersucht der Bezirk weitere Bereiche: Insgesamt sollen 28 Kieze auf ihre Eignung geprüft werden. Verkehrszählungen und Beteiligungen sollen zeigen, wo zusätzliche Verkehrsberuhigung den größten Effekt haben könnte.
Was ändert sich für Autofahrer?
Die Straßen werden nicht gesperrt. Anwohner können weiterhin zu ihren Häusern fahren, auch Lieferverkehr, Müllabfuhr und Rettungsdienste bleiben gewährleistet. Allerdings können sich die Fahrwege verändern, da einzelne Straßen künftig nicht mehr als Durchfahrt genutzt werden sollen.
Ziel ist es, den sogenannten Schleichverkehr zu verringern und dadurch mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrende zu schaffen. Hintergrund ist der wachsende Nutzungsdruck auf den öffentlichen Raum: In den vergangenen 20 Jahren sind nach Angaben des Bezirksamts rund 80.000 Menschen nach Mitte gezogen.
Wie wird der Erfolg überprüft?
Nach der Umsetzung sollen Verkehrszählungen, Beobachtungen und Befragungen zeigen, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen. Ein Planungsbüro wird dazu erneut vor Ort Rückmeldungen aus den Kiezen aufnehmen.
Auf Grundlage der Ergebnisse will der Bezirk entscheiden, ob weitere Anpassungen notwendig sind.
Quellen: Kiezblocks Mitte, Bezirksamt Mitte
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3 Kommentare
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In der Steegerstraße werden dann hoffentlich noch ein paar Moabiter Kissen ergänzt, sonst wird die Straße zur Rallyefahrerstrecke, vor allem nachts.
in welche richtung ist eine einbahnstraße in der steegerstr. geplant?
ich bin selbst junge radfahrerin aber auch autobesitzerin und kenne deswegen beide seiten.
ich finde diese idee absolut undurchdacht und vom zeitpunkt DERMASSEN daneben gewählt.
es staut sich vorne an der steegerstr schon täglich extrem wegen der dauerbaustelle an der wollankstr, welche noch über ein jahr dort sein wird.
dort ist in beide seiten dauerhaft stau, welcher dadurch immens zunimmt, wenn man in nur eine richtung rein/rauskann.
hat das niemand in betracht gezogen? es wird ein chaos, keiner kommt mehr voran und alles ist verstopft, die leute werden wütend und das alles zu welchem preis? ich verstehe in keinster weise warum das durchgesetzt wurde und bin fassungslos.
ich wohne hier und wurde nicht gefragt, bitte bei der evaluation bei mir melden.
Da wird Sie sicher niemand fragen kommen: Die müssen sich schon selber informieren und von sich aus einbringen, wenn man das Wort Kiez benutzen möchte.