Beim HAFUN in Hamburg-Bahrenfeld entsteht eine bis zu 18 Meter tiefe Baugrube. 50.000 Kubikmeter Erde müssen für den Forschungsbau weichen.

Visualisierung HAFUN Hamburg

Das Forschungsgebäude HAFUN soll künftig rund 200 Forschenden des Exzellenzclusters Quantum Universe moderne Labor- und Arbeitsflächen bieten und die Spitzenforschung in der Science City Hamburg Bahrenfeld stärken. / © Visualisierung: Sprinkenhof GmbH, C.F. Møller Architects

© Titelbild: Sprinkenhof GmbH, C.F. Møller Architects

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Von außen sind vor allem Bagger, Bohrgeräte und eine gewaltige Baugrube zu sehen. Doch unter der Erde entscheidet sich bereits jetzt, was im neuen HAFUN in Hamburg-Bahrenfeld später möglich sein wird. Für den Forschungsbau der Universität Hamburg entsteht eine ungewöhnlich tiefe und technisch aufwendige Grube. Ein Blick auf die Mega-Baustelle zeigt Dimensionen, die selbst für große Hamburger Bauprojekte bemerkenswert sind.

  • Bezirk: Altona
  • Adresse: Luruper Chaussee 149, Gebäude 620, 22761 Hamburg;
  • Projektstatus: Im Bau
  • Fertigstellung: Ende 2029 vorgesehen
  • Besonderheiten: Bis zu 18 Meter tiefe Baugrube, Gravity-Labore, Observatorium und Gebäude als Teil physikalischer Messungen
  • Kosten: Rund 247 Millionen Euro

Auf dem Gelände der Science City Hamburg Bahrenfeld hat sich seit dem ersten Spatenstich im Januar viel verändert. Wo später Labore, Büros und große Versuchsanlagen stehen sollen, reicht die HAFUN-Baustelle inzwischen tief in den Hamburger Boden. Rund 50.000 Kubikmeter Erdreich wurden insgesamt ausgehoben und abgefahren. Das entspricht etwa 100.000 Tonnen.

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Die tiefste Stelle der Baugrube erreicht bis zu 18 Meter. Projektleiter Hubert Kaninck erklärt die enorme Tiefe mit den besonderen Anforderungen der späteren Forschung. In einzelnen Bereichen reichen die unterirdischen Bauteile nach seinen Angaben bis auf vier Ebenen hinab.

HAFUN in Bahrenfeld: 20 Meter lange Träger sichern die Baugrube

Damit die Wände der tiefen Baugrube während der Arbeiten stabil bleiben, entsteht eine umfangreiche Sicherung. Sprinkenhof nennt dafür unter anderem 20 Meter lange Stahlträger, Holzverbauten, eigens geschweißte Metallelemente sowie Erdanker. Die Verankerungen reichen ebenfalls bis zu 20 Meter tief in den Boden. Nach Angaben Kanincks werden die Anker schräg in das Erdreich gebohrt und stabilisieren anschließend den Verbau.

Besonders aufwendig war bereits die Vorbereitung. Bevor die Bagger große Mengen Erde entfernen konnten, mussten senkrechte Träger mit einem Großbohrgerät tief in den Boden eingebracht und in Beton fixiert werden. Für Kaninck gehört dieser Arbeitsschritt zu den technisch interessantesten Teilen der Baustelle. Solche Dimensionen seien auch für ihn als Architekten nicht alltäglich.

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Die Baugrube soll nach Angaben des Projektleiters im September 2026 fertiggestellt sein. Danach rückt der Rohbau stärker in den Mittelpunkt. Für den erweiterten Rohbau ist die Übernahme einer Teilfläche der Baugrube mit drittem und viertem Untergeschoss spätestens zum 21. September 2026 vorgesehen. Weitere technische Gewerke laufen anschließend über mehrere Jahre.

Mega-Baustelle HAFUN wurde bereits vor dem Aushub digital geplant

Noch bevor das erste Großgerät auf dem Gelände arbeitete, existierte der Neubau bereits als digitales Modell. Sprinkenhof setzt beim HAFUN auf Building Information Modeling, kurz BIM. Dabei werden Gebäude, Bauteile und technische Abläufe digital zusammengeführt. Gerade bei einem Forschungsbau mit aufwendigen Laboren und komplexer Gebäudetechnik soll das helfen, Planung und Bau früh aufeinander abzustimmen.

Der Aufwand unter der Erde hängt unmittelbar mit der späteren Nutzung zusammen. Der Neubau selbst soll Bestandteil wissenschaftlicher Experimente werden soll. Integrierte Sensoren sollen das Gebäude zu einem Messinstrument machen. Geplant sind unter anderem sogenannte Gravity-Labore für Forschungen zu Gravitationswellen und kosmischer Strahlung.

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Wie speziell die Räume ausfallen, zeigt ein weiteres Detail: In einem Labor soll ein neun Meter hohes Pendel auf einem luftgefederten Experimentiertisch stehen. Außerdem entsteht laut Universität im Erdgeschoss eine rund 36 Meter lange und elf Meter breite Halle mit neun Metern Höhe. Dort können die Forschenden große Versuchsaufbauten errichten.

Rund 200 Forschende sollen künftig im HAFUN arbeiten

Nach der geplanten Fertigstellung Ende 2029 sollen rund 200 Forschende im HAFUN arbeiten. Acht Arbeitsgruppen der Experimentalphysik sollen dort unter anderem das Higgs-Boson, Dunkle Materie und Gravitationswellen untersuchen. Auf dem begrünten Dach ist zudem ein Observatorium geplant, das auch für Bildungsangebote genutzt werden kann.

Damit wächst in Bahrenfeld nicht nur ein weiterer Universitätsbau. Das HAFUN ergänzt bestehende Physikgebäude der Universität und liegt in direkter Nachbarschaft zum DESY. Der aktuelle Blick in die Baugrube macht allerdings deutlich: Ein großer Teil dieses Forschungsgebäudes entsteht zunächst dort, wo später von außen kaum noch etwas davon zu sehen sein wird.

HAFUN – Hamburg Fundamental Interactions Laboratory
In der Science City Hamburg Bahrenfeld entsteht mit dem HAFUN ein neuer Forschungsbau der Universität Hamburg für Teilchenphysik und Kosmologie.

 

Quellen: Sprinkenhof GmbH, Freie und Hansestadt Hamburg, Universität Hamburg

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