Der Neubau „Berlin Modern“ am Kulturforum gehört zu den wichtigsten Museumsprojekten der Hauptstadt. Doch Feuchtigkeitsschäden im Rohbau bringen den Zeitplan erneut ins Wanken. Auch die Kostenentwicklung bleibt unklar. Wurde die Gefahr des zu feuchten Baugrunds ignoriert?

Visualisierung "Berlin Modern"

Visualisierung zeigt, wie der Neubau „Berlin Modern“ am Kulturforum künftig aussehen soll. Die Eröffnung war zuletzt für das Jahr 2029 geplant, wann das Museum tatsächlich eröffnet werden kann, bleibt jedoch unklar. / © Herzog & de Meuron / Katharina Sieverding

© Foto: Wikimedia Commons, Leonhard Lenz, CC0

ANZEIGE

 

Am Kulturforum, zwischen Neuer Nationalgalerie und Philharmonie, entsteht mit dem „Berlin Modern“ ein zentraler Museumsneubau. Das Gebäude soll die bestehende Neue Nationalgalerie erweitern und künftig Werke der Kunst des 20. Jahrhunderts aufnehmen. Gleichzeitig verfolgt das Vorhaben das Ziel, das Kulturforum im Ortsteil Tiergarten städtebaulich weiterzuentwickeln.

Die Grundlage dafür wurde bereits 2016 gelegt. In einem zweistufigen Wettbewerbsverfahren setzte sich der Entwurf des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron durch. Die Entwurfsplanung wurde im Sommer 2019 abgeschlossen und anschließend weiter überarbeitet, insbesondere mit Blick auf soziale Aspekte, ökologische Anforderungen und eine breitere Zugänglichkeit.

ANZEIGE

Baufortschritt am Museumsneubau: Vom Spatenstich bis zur Grundsteinlegung

Der erste Spatenstich erfolgte im Dezember 2019. Mehrere Jahre später, am 9. Februar 2024, wurde der Grundstein gelegt. Damit wurde ein zentraler Bauabschnitt abgeschlossen, während die Arbeiten am Rohbau weitergeführt werden. Nun stagniert das Projekt jedoch.

Die ursprünglich angestrebte Eröffnung war zuletzt für das Jahr 2029 vorgesehen. Dieser Termin muss sehr wahrscheinlich erneut verschoben werden. Aktuelle Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich die Fertigstellung weiter verzögern wird.

Feuchtigkeitsschäden im Rohbau des „Berlin Modern“: Ursachen und Folgen für den Zeitplan

Aus einem Bericht von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an den Haushaltsausschuss des Bundestages, über den t-online berichtet, geht hervor, dass im Zuge der Bauarbeiten Schäden festgestellt wurden. Insbesondere in den unteren Geschossen traten ausgeprägte Feuchtigkeitsschäden an neuen Betonoberflächen auf.

ANZEIGE

Als Ursache wird eine hohe Luftfeuchtigkeit im vergangenen Jahr genannt, vor allem in den Wintermonaten. Nach der Untersuchung der Schäden wurde ein Sanierungskonzept beauftragt, dessen Ergebnisse bislang noch nicht vorliegen. Eine genaue Anpassung des Zeitplans ist daher derzeit nicht möglich. Es wird jedoch mit spürbaren Auswirkungen und einem mehrmonatigen Verzug gerechnet – mindestens.

Kostenentwicklung des Kulturprojekts in Mitte: Steigende Ausgaben und anhaltende Unsicherheit

Neben dem Zeitplan rückt auch die Kostenentwicklung erneut in den Fokus. Ursprünglich war das Projekt mit Kosten von rund 200 Millionen Euro einkalkuliert worden, inzwischen liegen die veranschlagten Kosten bei über 500 Millionen Euro.

Wie hoch die Kosten für die Beseitigung der Schäden sein werden, lässt sich derzeit noch nicht beziffern. Zudem war laut Tagesspiegel bereits im Vorfeld klar, dass auf dem Grundstück ein erhöhtes Nässerisiko besteht.

ANZEIGE

Vor diesem Hintergrund bleibt offen, wer die Kosten für die Reparatur der Schäden übernehmen soll. Demnach bleiben sowohl der Zeitplan als auch die endgültigen Gesamtkosten des Projekts weiterhin offen.

Quellen: Stiftung Preußischer Kulturbesitz, t-online, Der Tagesspiegel 

Jetzt PLUS-Kunde werden

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.

Tags (Schlagwörter) zu diesem Beitrag

5 Kommentare

  1. a.t. 27. März 2026 at 15:01 - Reply

    Lustig wird, wenn sich herausstellt, dass von außen nur normale Bitumenbahnen (ohne Metalleinlage) benutzt wurden oder nicht baubegleitend entfeuchtet hat… Denn dem könnte ich nämlich eher was abgewinnen können als dem Märchen von erhöhter und nicht erwartbarer Luftfeuchtigkeit.
    Man will es nicht hoffen, denn in sowas ist nie Schadenfreude angebracht. (Gerade wenn es wieder um das geliebte Steuergeld geht). Aber sollte es von dieser Sorte sein, dann „Anschnallen, bitte!“…

    Nun, von der Verschwendung öffentlicher Mittel von 200 auf 500 Mio. € (hat schon wieder was BER-haftes) braucht man schon fast nicht mehr reden…Liegt wohl in den Genen.

    Herr Hoeneß hat 18,5 Mios hinterzogen und ist zu Recht, wenn auch nur kurz, eingefahren. Hier ist schon wieder das 16-fache (!!!) weg, die der Allgemeinheit fehlen werden (eine kleine Wenigkeit von ein paar Kitas und Spielplätzen z.B.).
    Fragt man sich doch glatt, warum zwei völlig identische Geldmittelvernichtungen unterschiedlich in der Gesellschaft gesehen und angegangen werden.

  2. Franz 27. März 2026 at 15:49 - Reply

    Mich erinnert es irgendwie an die sehr lang andauernde Baustelle des Marie Elisabeth Lüders Hauses des Deutschen Bundestages. War da nicht auch Lellerfeuchtigkeit im Spiel. Liege ich da richtig? Und war das nicht der Auftakt von mehreren Insolvenzen, die dss ganze Vorhabrn noch träger machten? Was war damals die Ursache und gab es daraus eine Art Lernkatalog für öffentliche Bauherren in Berlin? Oder ist es einfach handwerklicher Pfusch aus gewollter Renditemaximiering? Und es wundert mich, warum im Bericht noch nichts von einrm zivilrechtlichen Beweissicherungsverfshren steht. Ok, wenn es null Wahrscheinlichkeit für Baufehöer gibt … Ansonsten müsste man doch die Vermögensinteressen des Bauherrn wahren, um nicht strafrechtliche Schritte befürchten zu müssen. Oder liege ich hier völlig falsch?

  3. Franz 27. März 2026 at 15:50 - Reply

    Kellerfeuchtigkeit natürlich. Sorry für die Tippfehler

  4. Böhme 29. März 2026 at 00:21 - Reply

    „Feuchtigkeitsschäden an neuen [ja was denn sonst als „neue“ Betonflächen, das Gebäude wird kaum mit „alten“ Betonflächen errichtet werden} Betonoberflächen in den unteren Geschossen aufgrund einer hohen Luftfeuchtigkeit, insbesondere in den Wintermonaten“.

    Eine lächerlichere Begründung kann einem nicht einfallen. Man ist nur fassungslos! Wenn sich aufgrund erhöhter Luftfeuchtigkeit an Betonoberflächen Feuchtigkeitsschäden entwickeln können, dann wäre das billigste Bauphysik, die jeder Architekt, jeder Bauingenieur beherrschen muss. Dann muss man Luftfeuchtigkeit messen und die Räume mit entsprechenden Heizlüftern trocken halten. Gut, bei Herzog & de Meuron kann man kaum was anderes erwarten, die hätten besser Gartenarchitekten werden sollen, da helfen eine hohe Luftfeuchtigkeit und die sich daraus ergebenden „Niederschlagsmengen“.

    Aber irgendwie beherrschen die meisten großen Architekten die Zeichnung von Gebäuden (ohne dass das zwingend schöne Entwürfe werden müsssen – siehe diese Museumsscheune), nur von Bauphysik verstehen sie nichts.

    Und am Wenigsten verstehen die in den zuständigen Baubehörden tätigen Beamten irgendetwas von Bauphysik, regelmäßig noch nicht mal etwas von Architektur. Die sehen einen zehn Zentimeter breiten und zwei Meter langen Riss in einem Gemäuer nicht und bescheinigen bei der Abnahme dem Bauwerk Mangelfreiheit!

    So wirken die bei öffentlichen Bauten üblichen Kräfte wie beim BER, beim Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, bei Stuttgart 21 wie auch der S-Bahn-Linie S21 usw. usf. Gegebenenfalls wirken da auch Geldbewegungen in die eine oder andere Richtung!?!

  5. Böhme 4. April 2026 at 05:01 - Reply

    Die Zeit meldet, dass man schlicht nicht weiß, woher das Wasser im Bau kommt. Die Behauptung, es handele sich um Feuchtigkeitsschäden aufgrund erhöhter Luftfeuchtigkeit insbesondere im Winter ist also offensichtlich gelogen!!!

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.