Am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte soll Anfang 2026 ein vertikaler Parkturm entstehen, das verantwortliche Unternehmen verspricht eine kompakte, effiziente und elektrisch betriebene Lösung. Die Idee scheint simpel: Parken auf engstem Raum nach dem Paternoster-Prinzip, um innerstädtische Flächen für neue Nutzungen freizumachen. Und es gibt in Berlin noch weitere Flächen, die für dieses Prinzip infrage kommen.

Der Platz rund um den Hackeschen Markt ist eng und umkämpft, Abhilfe soll ein neuartiges Parksystem schaffen. / © Foto: Depositphotos.com

© Visualisierung Titelbild: Beta Realities / VePa Vertical Parking GmbH
© Foto: Depositphotos.com

 

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Um die Verteilung der knappen Flächenressourcen wird mit zunehmendem Eifer gerungen, denn das Bauland wird vor allem in urbanen Räumen immer knapper. Gleichzeitig sollen Stadtplanerinnen und Stadtplaner aber auch auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren und für eine zunehmende Entsiegelung urbaner Räume sorgen.

Wie ein sinnvoller und innovativer Umgang mit den heute als Parkflächen genutzten Freiräumen aussehen kann, hat das Münchner Unternehmen VePa Vertical Parking GmbH in Zusammenarbeit mit dem in Berlin ansässigen Lindner Planungsbüro schon vor fast drei Jahren erarbeitet. Das Unternehmen setzt darauf, die Parkflächen zu vertikalisieren und somit große Flächeneinsparungen zu erreichen.

Innovatives Zukunftskonzept: Vertikales Parken in urbanen Räumen

Statt Parkplätze wie bisher ebenerdig nebeneinander anzulegen, sieht VePa die Möglichkeit, die Autos in Parktürmen unterzubringen, wo sie wetter- und diebstahlgeschützt stehen könnten. Nach Angaben des Unternehmens könnten so auf einer Fläche von 45 Quadratmetern insgesamt bis zu 12 Parkplätze untergebracht werden – je nach Höhe des Parkturms.

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Die Parktürme sind schnell konstruiert und können in nur wenigen Tagen errichtet werden, so das Unternehmen. Das vertikale Parksystem basiert auf dem Umlaufprinzip der etablierten Paternoster-Technologie. Die einzelnen Plattformen, auf denen die Autos stehen, rotieren auf einer kleinen Grundfläche und werden von einem Elektromotor angetrieben.

Berlin-Mitte: Am Hackeschen Markt soll ein vertikaler Parkturm entstehen

Ursprünglich sollte diese Idee erstmalig im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg umgesetzt werden, unweit vom Platz der Vereinten Nationen, scheiterte schließlich jedoch an Vorbehalten der Behörden. Nun soll es einen neuen Anlauf für die neuartige Technologie geben, und zwar am Hackeschen Markt in Berlin-Mitte, direkt am Stadtbahnbogen der S-Bahn gelegen.

Nach Informationen des Unternehmens soll der Parkturm bereits Anfang 2026 eröffnet werden, es wäre das erste Projekt des Unternehmens in Berlin. Bislang konnte VePa zwei Vorhaben realisieren, unter anderem ist ein Parkturm im Münchner Werksviertel entstanden, weitere Potenzialflächen hat das Unternehmen laut einem Bericht der Berliner Morgenpost im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf ausgemacht.

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Nachhaltige Parktürme: Autos werden im Paternoster-Prinzip eingelagert

In den Parktürmen können auch Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge integriert werden. Genauso wie Autos können natürlich auch Motorräder, Roller oder Fahrräder in den Türmen abgestellt werden. Die in den Türmen untergebrachten Stellflächen sollen per App steuer- und buchbar sein.

Die Parktürme können sowohl mit einer Dachbegrünung als auch mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet werden. In vielen deutschen Städten gibt es sowohl Wohngebiete als auch gewerblich genutzte Areale, in denen noch immer große Flächen versiegelt sind und als Parkplätze genutzt werden.

Durch vertikales parken sollen Flächen gewonnen und neu genutzt werden

Durch den Bau mehrerer Parktürme können große Flächen gewonnen und demzufolge vollkommen neu und anders genutzt werden, entweder zur Schaffung entsiegelter Freiflächen oder zur neuerlichen Bebauung mit Wohngebäuden oder anderen Projekten.

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Die Vision vertikaler Parktürme ist dabei keine reine Zukunftsutopie. In Berlin-Spandau hat das Unternehmen WE Tower am S-Bahnhof Stresow in diesem Jahr seinen ersten vollautomatisierten Turm zum Laden und Parken von Elektroautos eröffnet.

 

Vertikales Parken könnte auch in Berlin zur effizienteren Nutzung von bislang versiegelten, ebenerdigen Parkflächen genutzt werden. Die Idee wurde vom Münchner Unternehmen VePa entwickelt. / © Visualisierung: VePa Vertical Parking GmbH, Lindner Planungsbüro

Quellen: Beta Realities, Berliner Morgenpost, VePa Vertical Parking GmbH, Lindner Planungsbüro

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18 Kommentare

  1. M.Hillen 12. September 2025 at 10:47 - Reply

    Hervorragender Beitrag zum Thema: Wie können wir Berlin noch häßlicher machen?!

  2. Tim Schulz 12. September 2025 at 10:55 - Reply

    Was für eine dämliche Idee. Autos raus aus den Städten und nicht mehr Platz für Autos in den Städten. Und dann noch direkt neben einem Bahnhof, der per Definition gut zu erreichen ist…

  3. Tobias Baumann 12. September 2025 at 13:14 - Reply

    @M.Hillen: Volltreffer! Man fragt sich wirklich, ob die betreffenden Mitarbeiter der Berliner Verwaltung, die so etwas genehmigen, noch zurechnungsfähig sind. Die Areale vor dem Hackeschen Markt könnte man 36 Jahre nach dem Mauerfall besser endlich mal hochwertig und angemessen beplanen, als sie mit hässlichen Provisorien vollzustellen.

  4. S. W. 12. September 2025 at 14:45 - Reply

    Interessant, ich dachte, dass das Areal um den Hackeschen Markt Fußgängerzone werden soll? Dazu gibt es jedenfalls einen BVV-Beschluss und das wurde auch schon durchgeplant, soweit ich weiß. Hoffentlich ist das hier konzeptionell berücksichtigt…

  5. Ewald Karl 12. September 2025 at 15:20 - Reply

    Krass auch, dass die Firma VePa eine uns Innovation vorstellt, die bereits 1937 in Chicago umgesetzt wurde – so lange gibt es Paternoster-Parkhäuser schon. In Japan, glaubt man dem Netz, längst Standard.
    Ob die Firma weiß, dass es rund um den Fernsehturm abgesehen von den Fußgängerzonenplänen mehrere Großparkhäuser gibt, die seit Anbeginn niemals ausgelastet waren?
    Der Plan klingt absolut nach Verkehrspolitik a la Bonde, der regierenden Doppelnull-Auto-Agentin.

  6. R. Wolf 12. September 2025 at 21:34 - Reply

    So ein Parkhaus ist keine innovative Idee, sondern der Versuch, weitere Flächen für den (hier dann ruhenden) individuellen motorisierten Autoverkehr bereit zu stellen. In einem Gebiet, dass sehr gut vom ÖPNV erschlossen ist und den Fußgängern vorbehalten bleiben sollte.
    Für die Zuführung der Kfz zu den Parktürmen sind dann die Straßen vierspurig auszubauen? Die den Kfz-Verkehr dann behindernden Straßenbahnen stillzulegen (fehlen schon auf dem Bild)? Ist das die innovative Zukunft für Berlin?

  7. Frank Gossow 13. September 2025 at 16:24 - Reply

    Die Autohasser kommentieren hier ja wieder ungebremst. Aber, dass wir Autofahrer vom Kindergarten bis zu Euren Radwegen alles mit unseren üppigen Steuern (Kfz-, Versicherungs-, Mineralöl-, Mehrwertsteuer und Park-, Bewohnerausweis-, TÜV-gebühren) finanzieren, ist diesen kleinen verblendeten Ideologen wohl entgangen !

    • Bus Fahrer 14. September 2025 at 08:46 - Reply

      Eine Stadt ohne Autos wird es nie geben. Klar kann der Grünwähler die Öffis nutzen und sich ein Taxi leisten. Aber als Normalverdiener der auch Beruflich ein Auto braucht sind Parkplätze knapp da sind solche Parkhäuser natürlich sehr interessant. Handwerker werden in Zukunft die Innenstadt meiden weil es keine Parkplätze mehr für Transporter gibt. Dann können die Grünwähler und Pollerbeführworter ihre Klos und ihre Elektrik selbst reparieren. Ach ne die können ja nur Apps programmieren.

      • Tim 17. September 2025 at 15:07 - Reply

        Haha was haben den bitte „Mineralöl-, Mehrwertsteuer und Park-, Bewohnerausweis-, TÜV-gebühren“ mit der Finanizierung von Gehwegen zu tun? Fast gar nichts. Kein Handwerker wird irgendwohin nicht fahren, wenn es Arbeit dort gibt. Und – kurz nachgedacht – gestiegene Parkticketpreise kommen (x3) direkt auf die Rechnung mit drauf. Motorisierter Individualverkehr sollte in den Städten reduziert werden. Das schließt Feuerwehr Polizei etc aus. Das sagt selbst so ein Mensch-gewrdener-Porsche- wie Ulf Poschard.
        Schöne Grüße
        Ach ja ich hoffe ihr beide benutzt keine Apps für gar nichts – weil die sind ja so sinnlos ;)

    • Ewald Karl 18. September 2025 at 09:18 - Reply

      Als Autofan scheint man ja amüsante Vorstellungen von der Finanzierung von Kindergärten und Gehwegen zu haben. Alles von den KfZ-Steuern?
      Wenn Sie recherchieren könnten, wüssten Sie, dass die Kosten für die reine KfZ-Infrastruktur weitaus höher sind als Ihre Ausgaben für Ihre Steuern rund um´s Auto.
      Es verhält sich nämlich genau andersherum: Ich und die Millionen Nicht-Autofahrer finanziere Ihr Hobby mit von meinen Steuergeldern.
      Hey, und an Bus Fahrer:
      Wenn weniger Privatautos die Stadt durchfahren, kommt der Handwerker schneller in die Innenstadt zum Kunden. Wobei für die Reparatur meines Klos in den vergangenen Jahren auch ein klitzekleiner Ruckack gereicht hätte, da Schwimmer und Rohrzange nicht sooooo schwer sind…. ;-)

  8. M.Hillen 16. September 2025 at 19:20 - Reply

    Parkhäuser gehören in der Stadt grundsätzlich unter die Erde… da nehmen sie keinen potentiellen Raum für Stadtgrün oder Raum für Wohngebäude weg…. und sie beleidigen unter der Erde auch nicht mein ästhetisches Feingefühl!

    • Tim 17. September 2025 at 15:09 - Reply

      M.M.n gibt es in Berlin relativ viel freie Parkfläche in vorhandenen Parkhäusern. Der ist zwar relativ teuer. Aber vllt. kann das für Anwohnende vom Senat bezuschusst werden. Ich meine so einen Modellversuch gibt/gab es in Neukölln

      • Ewald Karl 18. September 2025 at 09:22 - Reply

        Richtig. Abgesehen davon ist nicht davon auszugehen, dass die Firma VePa ihre extrem aufwändigen Parkplätze zum Schnäppchenpreis vermietet. Da geht es um superteure Dauerabstellflächen für vermögende Immobilienbesitzer. Der Handwerkr auf dem Weg zur Kloreparatur profitiert davon null, nada, niente.

      • Helmut Zangenberg 21. September 2025 at 12:05 - Reply

        Dieses Parkhaus ist kein ästhetisches Highlight. Es verschandelt die Gegend rund um den Hackeschen Markt noch mehr. Hier dreht es sich nur um den Versuch einer Profitmaximierung

  9. BenzCruiser 17. September 2025 at 23:07 - Reply

    Ich würd ja mit den Öffis zum Hackeschen fahren… Da bleibt der Benz lieber in der Garage.

  10. Cornelia 18. September 2025 at 13:03 - Reply

    Könnten die anscheinend verfeindeten Lager der Öffis und Kfz nicht einfach mal ein bisschen toleranter sein? Öffentlicher Verkehr ist ja gut aber leider oft nicht komfortabel. Als Beispiel – wenn ich von zu Hause zum Hackeschen Markt möchte, wären das 15 min Auto, 16 min Fahrrad, 32 min Öffis, wovon 21 min Fußweg sind. Der Fußweg ist für mich heutzutage noch machbar, für manchen aus gesundheitlich Gründen aber auch nicht. Und wieso soll ich mit Öffis mehr als doppelt so lange unterwegs sein? Ich würde mich heute für das Fahrrad entscheiden, aber was, wenn das Wetter schlecht ist oder die Gesundheit das nicht zulässt, oder ich meinen Hund mitnehmen möchte? Es gibt viele verschiedene Gründe, aus denen man sich mal für das eine, mal für das andere Verkehrsmittel entscheidet. Sollten dann in einer Stadt wie Berlin nicht auch alle Verkehrsmittel zugelassen sein ohne diese ewigen schwarz/weiß Diskussionen?

  11. Chris 25. Dezember 2025 at 18:50 - Reply

    Meckern,meckern und meckern…
    Der Deutsche ist nur am meckern!
    Eventuell wird mal Energie in die gut laufenden Sachen gesteckt.
    Ich finde das Projekt sinnvoll.
    Übrigens ist diese Seite mit den Kommentaren gut aufgebaut. Einfach mal der erste Kommentar oben und dann alle weiteren folgend. Am Ende kann mann seine Gedanken dazuschreiben.
    Sehr gut gelungen und danke für die Infos!

  12. Zangenberg 13. April 2026 at 17:37 - Reply

    Ich wohne in der Windmühle Rochstr.9. In 350m vor meinem Fenster soll dieses grauenhafte Projekt verwirklicht werden. Es sind genügend Parkhäuser in der Nähe. Das ist eine architektonische und umwelttechnische Katastrophe.

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