Unter der Alten Brücke in Frankfurt öffnen sich bald Räume, die lange verborgen waren: die historischen Fischerhallen werden erstmals seit Jahrzehnten wieder genutzt. Noch in diesem Sommer sind erste Veranstaltungen geplant.

Fischerhallen

© Titelbild: Wikimedia Commons, Simsalabimbam, CC BY-SA 4.0

 

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Die Alte Brücke in Frankfurt am Main zählt zu den zentralen Verbindungen zwischen der Innenstadt und Sachsenhausen und ist zugleich der älteste erhaltene Mainübergang in Frankfurt am Main. Weniger sichtbar als die Brücke selbst sind die Fischerhallen am westlichen Brückenkopf.

Hinter einer kaum wahrnehmbaren Stahltür verbirgt sich ein bauliches Relikt, das tief in die Stadtgeschichte zurückreicht und lange Zeit fast vergessen war.

Fischergewölbe am Main ist seit den 1950er-Jahren ungenutzt

Die sogenannten Fischergewölbe wurden 1826 aus rotem Sandstein errichtet. Sie bestehen aus hintereinanderliegenden Tonnengewölben und umfassen rund 400 Quadratmeter. Ursprünglich waren sie Teil der Brückenkonstruktion und zugleich Arbeits- und Lagerort der Frankfurter Fischerei. Über schmale Kanäle waren sie direkt mit dem Main verbunden, sodass kleine Boote unmittelbar in die Gewölbe einfahren konnten.

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Heute, 200 Jahre später, sind die vier Tonnengewölbe trockengelegt und nur über eine unscheinbare Stahltür erreichbar. Seit den 1950er-Jahren finden dort keine regelmäßigen Nutzungen mehr statt. Die bis zu 4,50 Meter hohen Räume mit unebenem Sandboden wirken wie ein eingefrorener Stadtraum, der nur selten im Rahmen von Führungen zugänglich ist.

Neues Leben für die Fischerhallen: Zwischennutzung als Pilotprojekt

Nun soll sich das ändern. Die Stadt Frankfurt am Main, vertreten durch das Mobilitätsdezernat, hat gemeinsam mit den Initiativen „making frankfurt“ und dem Umwelt-Exploratorium eine Zwischennutzung der Fischerhallen vereinbart. Grundlage ist ein Gestattungsvertrag, der die Räume im Bestand belässt und damit ihren ursprünglichen Charakter erhält. Ein zuvor diskutierter Umbau war 2025 politisch nicht weiterverfolgt worden.

Ziel ist eine zunächst temporäre Öffnung für kleinere Formate wie Workshops, Kulturveranstaltungen und Bildungsangebote. Erste Veranstaltungen sollen bereits Ende Mai starten. Ein gemeinsamer Aufräumtag am 23. April markierte den Auftakt der Aktivitäten vor Ort.

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Geschichtsträchtiges Gewölbe an der Alten Brücke wird temporärer Veranstaltungsort / Stadt Frankfurt und „making frankfurt“ in Kooperation mit Umwelt-Exploratorium unterzeichnen Vertrag für Zwischennutzung

Das 200 Jahre alte Gewölbe an der Alten Brücke soll temporärer Veranstaltungsort werden. Die Stadt Frankfurt und „making frankfurt“ in Kooperation mit Umwelt-Exploratorium unterzeichneten den Vertrag für eine Zwischennutzung. / © Foto: Stadt Frankfurt am Main

Experimenteller Raum am Mainufer – „Aquanauten“-Werkstatt bezieht Fischerhallen

„making frankfurt“ koordiniert die Zwischennutzung und lädt Kulturschaffende ein, Konzepte für eine Nutzung der Fischerhallen einzureichen. Im Fokus stehen dabei auch Fragen des Umgangs mit der bestehenden Infrastruktur sowie eigenverantwortliche Veranstaltungsformate. Die Initiative versteht den Ort als Ergänzung zum nördlichen Mainufer und als Raum für experimentelle Stadtproduktion.

Das Umwelt-Exploratorium verlegt zudem seine „Aquanauten“-Werkstatt in die Hallen, nachdem der bisherige Standort aufgegeben werden musste. Für die kommenden Monate entsteht damit ein Ort, der bewusst mit seinen Einschränkungen arbeitet: ohne klassische technische Infrastruktur, mit rohem Raumcharakter und begrenzten Zugängen. Die weitere Entwicklung soll auf Basis der ersten Erfahrungen im Sommer bewertet werden.

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Quellen: Stadt Frankfurt am Main, Brückenbauverein Frankfurt, Frankfurter Stadtevents, Wikipedia, Journal Frankfurt

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