Die Verlängerung der S25 von Teltow Stadt nach Stahnsdorf rückt näher. Nach Abschluss der Vorplanung hat das i2030-Bündnis einen Variantenentscheid getroffen, der erstmals einen klaren Rahmen für den möglichen Streckenausbau setzt. In den kommenden Jahren beginnt damit eine neue Phase eines regional bedeutsamen Infrastrukturvorhabens.

Die S25 an ihrem aktuellen Endpunkt Teltow Stadt, wo künftig eine neue zweigleisige Verbindung Richtung Stahnsdorf anschließen könnte. / © Foto: Wikimedia Commons, Auto1234, CC BY-SA 3.0
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Die Pläne für eine Verlängerung der S25 von Teltow Stadt nach Stahnsdorf haben eine nächste Stufe erreicht. Die DB InfraGO AG hat die Vorplanung abgeschlossen und gemeinsam mit den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Verkehrsverbund Berlin Brandenburg eine bevorzugte Ausbauvariante festgelegt. Derzeit werden die Ergebnisse mit den Kommunen Teltow und Stahnsdorf abgestimmt. Eine umfassende öffentliche Information ist für Anfang 2026 vorgesehen.
Das Vorhaben ist Teil des Infrastrukturprogramms i2030. Die Finanzierung der aktuellen Planungsstufe ist durch Mittel der beiden Länder gesichert. Brandenburg trägt rund 27,9 Millionen Euro für den Abschnitt zwischen Teltow Stadt und Stahnsdorf, während Berlin 18,8 Millionen Euro in den Ausbau zwischen Südende und Lichterfelde Ost investiert. Für die bauliche Umsetzung wird eine Bundesförderung über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz angestrebt.
S-Bahn-Strecke zwischen Teltow Stadt und Stahnsdorf: Zweigleisiger Ausbau soll Takt und Stabilität erhöhen
Die Projektpartner haben sich darauf geeinigt, die neue Strecke vollständig zweigleisig zu errichten. Dieser Ausbau soll einen Zehn-Minutentakt ermöglichen und die Betriebsqualität nachhaltig verbessern. In Teltow wird die Trasse im Bereich der Ruhlsdorfer- und Whitehorsestraße offen, aber unterhalb des Straßenniveaus geführt. Der Straßenverkehr bleibt dort unverändert.
An anderer Stelle fällt die Wahl anders aus. Die S-Bahn soll die Iserstraße nahezu auf Straßenniveau queren. Nach Angaben der Projektpartner wird diese Lösung die Eingriffe in Stadtbild und Nachbarschaft verringern. Die Unterführung für Fuß- und Radverkehr bleibt erhalten, während der motorisierte Verkehr künftig über die Biomalzspange geführt wird. Dort entsteht eine Überführung über die Gleise.
Neue Stationen in Stahnsdorf sollen Erreichbarkeit erhöhen
Zwischen Iserstraße und Biomalzspange ist der Bau einer neuen Station vorgesehen, die vorläufig ebenfalls den Namen „Iserstraße“ trägt. Sie wird barrierefrei zugänglich sein und soll ein hohes Fahrgastpotenzial bedienen. Am geplanten Endpunkt in Stahnsdorf entsteht eine weitere Station mit dem Arbeitstitel Sputendorfer Straße.
Parallel dazu sind betriebliche Verbesserungen vorgesehen. In Stahnsdorf sollen neue Abstellgleise für vier S-Bahnzüge entstehen. Zudem wird der bisher eingleisige Abschnitt zwischen Berlin Südende und Berlin Lichterfelde Ost zweigleisig ausgebaut. Aus wirtschaftlichen Gründen bleibt die Strecke zwischen Lichterfelde Süd und Teltow Stadt jedoch eingleisig.
Debatten über Verkehrsführung in Teltow halten an
Die geplanten Änderungen betreffen mehrere Wohngebiete und Verkehrsachsen, insbesondere die Iserstraße in Teltow. Dort gab es intensive Diskussionen, da eine Untertunnelung als schonendere Lösung galt. Die Bahn verwies jedoch auf Mehrkosten von rund 80 Millionen Euro, die deutlich über der nun gewählten Variante gelegen hätten. Eine Überbrückung wurde aufgrund angrenzender Privatgrundstücke ausgeschlossen.
Die Gespräche zwischen den Kommunen und der Deutschen Bahn werden fortgeführt. In Stahnsdorf wird zusätzlich über einen möglichen Gebietstausch mit Teltow nachgedacht, um der Nachbarstadt mehr planerische Optionen rund um den künftigen Bahnhof zu ermöglichen. Bis zur öffentlichen Auslegung der Pläne im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wird noch einige Zeit vergehen. Der Beginn ist derzeit für Ende 2027 geplant.
Quellen: VBB, Tagesspiegel
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