Potsdam hat seine erste Fahrradzone. Auf 2,7 Kilometern zwischen Golm und Werder gelten nun neue Regeln für den Verkehr. Die Maßnahme ist Teil der geplanten Verkehrswende, mit der Potsdam den Anteil von Bus, Bahn, Rad- und Fußverkehr bis 2040 deutlich erhöhen will.

Die erste Fahrradzone Potsdams soll den Radverkehr stärken und die Verbindung zwischen Golm und Werder sicherer machen. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: Landeshauptstadt Potsdam/Christine Homann
Auf dem Golmer Damm und dem Galliner Damm ist seit Freitag die erste Fahrradzone Potsdams eingerichtet. Auf dem rund 2,7 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Geiselbergstraße und der Grabow Werft soll der Radverkehr künftig sicherer und besser vorankommen. Die Strecke ist eine wichtige Verbindung zwischen Golm und Werder und wird sowohl im Alltag als auch für den Freizeitverkehr genutzt.
Dafür wurde die Fahrbahn auf vier Meter verbreitert und an mehreren Stellen saniert. Das soll vor allem das Begegnen von Fahrzeugen erleichtern. Wegen des Baumbestands bleiben allerdings einzelne Engstellen bestehen. Zu Beginn und am Ende des Abschnitts weisen rote Markierungen und Verkehrsschilder auf die neue Fahrradzone hin.
Potsdams erste Fahrradzone: 30 km/h und Radverkehr im Mittelpunkt
In der Fahrradzone gelten ähnliche Regeln wie in einer Fahrradstraße. Radfahrende dürfen grundsätzlich nebeneinander fahren, die Höchstgeschwindigkeit liegt für alle Verkehrsteilnehmenden bei 30 km/h. Der Autoverkehr bleibt zugelassen, auch Anlieger können die Strecke weiterhin nutzen.
Der wesentliche Unterschied zur Fahrradstraße liegt im räumlichen Umfang. Eine Fahrradzone kann mehrere Straßen und damit einen größeren zusammenhängenden Bereich umfassen. Gekennzeichnet wird sie durch entsprechende Verkehrszeichen am Anfang und Ende der Zone.
Für die baulichen Arbeiten investierte die Stadt nach eigenen Angaben rund 240.000 Euro. Hinzu kommen etwa 11.700 Euro für Beschilderung und Markierungen. Mit der neuen Regelung soll nicht nur das Radfahren attraktiver werden, sondern auch die allgemeine Verkehrssicherheit auf der Verbindung zwischen Golm und Werder steigen.
Stadtentwicklungskonzept Verkehr 2040: Fahrradzone als Teil der Verkehrswende
Die neue Radverbindung passt zu den größeren verkehrspolitischen Plänen der Stadt. Das derzeit vorliegende Stadtentwicklungskonzept Verkehr 2040 sieht vor, den Anteil der Wege ohne Auto bis 2040 auf 80 Prozent zu erhöhen. Heute werden in Potsdam einschließlich des Verkehrs über die Stadtgrenze hinweg rund 73 Prozent der Wege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurückgelegt.
Das Konzept sieht dafür Investitionen von insgesamt rund 728 Millionen Euro vor. Mehr als 400 Millionen Euro sollen in Bus und Bahn fließen, knapp 181 Millionen Euro sind für den Rad- und Fußverkehr vorgesehen. Geplant sind unter anderem neue Straßenbahnverbindungen, dichtere Takte sowie zusätzliche Brücken für den Fuß- und Radverkehr.
Mit der Fahrradzone am Golmer und Galliner Damm ist nun eine dieser Maßnahmen bereits umgesetzt. In Verbindung mit der Fuß- und Radbrücke nach Werder soll die Strecke eine durchgängige Verbindung zwischen beiden Orten schaffen. Wie weit die weiteren Vorhaben des Verkehrskonzepts tatsächlich umgesetzt werden können, hängt allerdings auch von der Finanzierung ab.
Geiselbergstraße
Golmer Damm
Grabow Werft
Quellen: Landeshauptstadt Potsdam
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