Seit mehr als zwei Jahren wird die Krausenstraße in Berlin-Mitte grundlegend umgebaut. Während erste Abschnitte bereits fertiggestellt sind, bleibt auf weiten Teilen der rund 700 Meter langen Baustelle noch viel zu tun. Die neue Krausenstraße hat breitere Gehwege, mehr Stadtgrün und eine schmalere Fahrbahn.

Auch an der Kreuzung Krausenstraße/Jerusalemer Straße wurden neue Pflanzflächen und Bäume angelegt. Sie sollen langfristig zu mehr Grün und einem angenehmeren Stadtklima beitragen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
© Titelbild: ENTWICKLUNGSSTADT
In Berlin-Mitte zieht sich die Baustelle entlang der Krausenstraße über mehrere hundert Meter. Die Fahrbahn ist großflächig aufgerissen, Abschnitte liegen offen, Leitungen sind freigelegt. Gleichzeitig scheinen nur wenige Bauarbeiter im Einsatz zu sein. Der Baufortschritt wirkt jedenfalls nicht rasant.
- Bezirk: Berlin-Mitte
- Straße: Krausenstraße
- Länge: rund 700 Meter zwischen Friedrichstraße und Axel-Springer-Straße
- Bauzeit: Juni 2024 bis voraussichtlich Juni 2027
- Kosten: rund 6,4 Mio. Euro zzgl. Versorgungsleitungen
Dennoch lassen sich vor Ort die Ergebnisse der bereits abgeschlossenen Baumaßnahmen sehr gut beobachten. Schon seit Juni 2024 laufen die Arbeiten. Ziel ist eine grundhafte Erneuerung der Krausenstraße zwischen Friedrichstraße und Axel-Springer-Straße auf rund 700 Metern Länge.
Krausenstraße in Berlin-Mitte: Kompliziertes Verkehrsprojekt auf 700 Metern Länge
Neben der Fahrbahn werden auch Gehwege, Parkflächen und Versorgungsleitungen vollständig neu gebaut. Die Maßnahme gehört zu den größeren Straßenbauprojekten im zentralen Bereich von Berlin-Mitte. Seit dem 15. Oktober 2025 läuft der zweite Bauabschnitt der Baustelle.
Dieser Abschnitt reicht von der Jerusalemer Straße bis zur Charlottenstraße. Für den Verkehr bedeutet das erhebliche Einschränkungen. Die Krausenstraße ist in diesen Bereichen vollständig gesperrt. Parkplätze entfallen komplett. Ersatzflächen für Menschen mit Behinderung stehen im Umfeld zur Verfügung. Lieferverkehr und Entsorgung bleiben möglich, allerdings nur eingeschränkt.

Neue Bäume, bepflanzte Flächen und eine schmalere Fahrbahn: Der bereits erneuerte Abschnitt zeigt, wie die Krausenstraße nach Abschluss des Umbaus aussehen soll. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Breitere Gehwege, schmalere Fahrbahn: Neue Aufteilung für die Krausenstraße
Die Krausenstraße erhält eine komplett neue Aufteilung. Die Fahrbahn wird auf 5,50 Meter reduziert. Dadurch entstehen breitere Gehwege von etwa sechs Metern. Zusätzlich sind beidseitige Parkbuchten aus Großsteinpflaster geplant.
Gleichzeitig wurden neue Bäume und Pflanzen in die Erde gebracht, die zukünftig zu einem angenehmeren Klima in der Straße beitragen sollen. Im östlichen, bereits fertiggestellten Bereich an der Axel-Springer-Straße, kann man diese neuen Pflanzen bereits sehen, hier ist die Straße wieder in Nutzung.
Berlin-Mitte: Neue Leitungen und Ladesäulen für Elektromobilität werden installiert
Auch die Infrastruktur wird modernisiert. Leitungen werden neu verlegt oder umgebaut. Zudem entstehen Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Für den Busverkehr wird die Endhaltestelle angepasst, damit wartende Fahrzeuge den Verkehr weniger behindern.
Beim Blick auf die noch bestehende Baustelle fällt auf: Große Flächen sind vorbereitet, doch es passiert tatsächlich wenig. Maschinen stehen teilweise still, nur einzelne Gewerke arbeiten an Leitungen oder Bordsteinen. Ob die Bauarbeiten wie geplant bis Juni 2027 abgeschlossen werden, bleibt vorerst abzuwarten. Die Kosten für den Straßenbau liegen bei rund 6,4 Millionen Euro. Hinzu kommen separate Ausgaben für Versorgungsleitungen.

Im östlichen Abschnitt der Krausenstraße ist der Umbau bereits weitgehend abgeschlossen. Die erneuerte Fahrbahn wird von neuen Grünflächen und Baumpflanzungen begleitet. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Noch nicht überall ist der Umbau abgeschlossen: In weiteren Abschnitten der Krausenstraße bestimmen offene Fahrbahnen, Absperrungen und vorbereitete Gehwegflächen weiterhin das Straßenbild. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Krausenstraße (Berlin-Mitte)
Quellen: Verkehrsinformationszentrale, Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt
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7 Kommentare
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Sieht gut aus. Als ehemaliger Anwohner der Krausenstraße wünsche ich mir allerdings, dass neben der Umsetzung auch ausreichend finanzielle Mittel für die langfristige Pflege und den Erhalt eingeplant werden – zum Beispiel für die Holzbegrenzungen. Meine Erfahrung zeigt leider, dass nach der Fertigstellung häufig kaum noch Geld für Instandhaltung und Reparaturen vorhanden ist. Dann bleiben defekte Lampen, beschädigte Bänke oder kaputte Zäune über längere Zeit bestehen. Eine schöne Neugestaltung ist wichtig, aber ebenso wichtig ist, dass sie auch dauerhaft gepflegt und erhalten werden kann.
Guter Kommentar. Berlin schafft überall Grünanlagen und überlässt sie der Natur.
Bisschen dürftig das ganze. Nach meinem Geschmack hätte man ruhig mehr Bäume Pflanzen können. Mit Blick auf den Untergrund ist das wohl nicht immer möglich.
Trotzdem schön das in Berlin mal was gemacht wird.
Dieses Bauvorhaben ist aus mehrfacher Sicht ein ziemliches Ärgernis, und Berlin-typisch. Wir wohnen quasi um-die-Ecke und haben das zweifelhafte Vergnügen, den schneckenartigen Baufortschritt zu beobachten. Wie auch auf vielen anderen Berliner Straßenbaustellen ist meistens niemand zu sehen, und wenn doch, dann werkeln 2-3 Leute irgendwo auf der hunderte Meter langen Baustelle vor sich hin. Gleichzeitig steht überall teures Baugerät herum, totes Betriebskapital, ein einziges Rätsel. Offensichtlich ist das alles eingepreist, die Baufirma hat keinerlei Eile. Man arbeitet eben, wenn man woanders gerade nichts zu tun hat. So ist der Eindruck. Die Ausschreibungen der öffentlichen Hand scheinen das alles zuzulassen. Abgesehen davon muß die Frage erlaubt sein, ob nicht woanders das Tiefbaugeld besser aufgehoben wäre. Die Krausenstraße hatte noch einen etwas holprigen Belag aus DDR-Zeiten, viel Autoverkehr hat es hier aber nie gegeben. Fußgänger hat die Straße auch kaum. So wirkt die Absicht, den Fußgängern mehr Platz zu gewähren, etwas abwegig. Im Gegensatz zur parallelen Schützen- oder Zimmerstraße oder gar der Kochstraße ist hier wenig los. Sehr viel sinnvoller wäre gewesen, die Straße als Teil eines Fahrradstraßenzugs auszubauen, als Parallele zur Koch/Oranienstraße, wo sich sehr viele Radler mit Bussen, Paketdiensten und Pkws die Fahrbahn teilen. Noch etwas: Der Grünstreifen ist intelligenterweise so gestaltet, daß man als Pkw-Beifahrer beim Aussteigen an vielen Stellen ins Grün treten muß; man sieht auf dem gerade fertigen Teil bereits zertrampelte Stellen.
„Noch etwas: Der Grünstreifen ist intelligenterweise so gestaltet, daß man als Pkw-Beifahrer beim Aussteigen an vielen Stellen ins Grün treten muß“
Aha. Autofahrende können nicht anders, als den Grünstreifen zu zertrampeln.
Anscheinend sind Fahrzeugbesitz und Rücksicht unvereinbar?
Tipp: Notfalls Fahrertür benutzen.
Hier zeigt sich wieder, warum müssen auf Hauptstraßen Fahrradwege verlaufen, wenn auf Nebenstraßen Platz dafür wäre?
Gute Frage, einfache Antwort:
Weil Fahrradfahren genauso wichtige Mobilität wie Autofahre n ist, bloß weniger störend.
Übrigens ist die Krausenstraße definitiv keine Hauptstraße.