Die Diskussion um eine neue Nahverkehrsverbindung zwischen Spandau und Tegel geht in eine neue Phase. Der Berliner Senat prüft derzeit, ob neben der bereits geplanten Straßenbahn auch eine Magnetschwebebahn infrage kommen könnte. Eine Entscheidung ist jedoch erst nach weiteren Untersuchungen und einer umfassenden Machbarkeitsanalyse zu erwarten.

Im Berliner Nordwesten wird über eine neue Verbindung zwischen Tegel und Spandau diskutiert. Der Senat prüft eine Magnetschwebebahn, während weiterhin bereits erfolgte Pläne für eine Straßenbahnverbindung sprechen. / © Foto: depositphotos.com
© Visualisierung Titelbild: GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
Im Berliner Nordwesten wird weiterhin über eine neue Nahverkehrsverbindung zwischen dem ehemaligen Flughafen Tegel und dem Bahnhof Spandau diskutiert. Während bislang vor allem eine Straßenbahn als bevorzugtes Verkehrsmittel galt, prüft der Berliner Senat nun zusätzlich den Einsatz einer Magnetschwebebahn. Grundlage dafür ist eine Erweiterung des bereits vorliegenden Verkehrsmittelvergleichs für die Strecke zwischen der Urban Tech Republic und Spandau.
Die Verbindung gilt als zentral für die künftige Erschließung mehrerer großer Entwicklungsgebiete. Neben der Urban Tech Republic auf dem ehemaligen Flughafen Tegel gehören dazu auch neue Wohnquartiere wie das Neue Gartenfeld oder die Wasserstadt Oberhavel. Die Entscheidung über das geeignete Verkehrssystem soll jedoch erst nach weiteren Untersuchungen getroffen werden.
Senat prüft Magnetschwebebahn zwischen Tegel und Spandau in neuer Studie
Der Senat plant, den bestehenden Vergleich verschiedener Verkehrsmittel um die Option einer Magnetschwebebahn zu ergänzen. Dabei sollen mögliche Trassenführungen untersucht und bewertet werden, um eine belastbare Grundlage für eine spätere Entscheidung zu schaffen.
Die Auswertung dieses erweiterten Vergleichs könnte nach Angaben der Verkehrsverwaltung bis Mitte 2026 abgeschlossen werden. Sollte sich dabei die Magnetschwebebahn als bevorzugte Variante herausstellen, wäre anschließend eine technische Machbarkeitsstudie erforderlich. Diese Untersuchung würde prüfen, ob das System unter den konkreten Bedingungen des Berliner Stadtraums tatsächlich umsetzbar ist.
Entscheidung über Tram oder Magnetschwebebahn könnte erst 2027 fallen
Im Anschluss an eine mögliche technische Machbarkeitsstudie wäre eine sogenannte Nutzen-Kosten-Untersuchung vorgesehen. Diese bewertet unter anderem Baukosten, Betriebskosten sowie mögliche Verkehrsverlagerungen. Erst auf Grundlage dieser Untersuchung könnte eine endgültige Entscheidung über das Verkehrssystem getroffen werden.
Nach aktuellem Stand könnten sowohl die Machbarkeitsstudie als auch die Wirtschaftlichkeitsprüfung im Laufe des Jahres 2027 abgeschlossen werden. Erst danach wäre eine politische Grundsatzentscheidung über die konkrete Umsetzung der Verbindung zwischen Tegel und Spandau möglich.
Kostenvergleich: Magnetschwebebahn und Straßenbahn zwischen Tegel und Spandau
Zu den möglichen Kostenunterschieden zwischen den Verkehrssystemen liegen bislang nur grobe Orientierungswerte vor. Für eine Magnetschwebebahn werden derzeit etwa 19 Millionen Euro pro Kilometer angenommen. Diese Schätzung basiert auf Angaben des Herstellers des Systems sowie auf Projektannahmen aus anderen Städten.
Für eine Straßenbahn liegen die Baukosten in Berlin nach bisherigen Erfahrungen zwischen etwa 15 und 25 Millionen Euro pro Kilometer. Eine genaue Kostenschätzung für die konkrete Strecke im Nordwesten Berlins steht allerdings noch aus und soll Teil der weiteren Untersuchungen sein.
Straßenbahnplanung zwischen Urban Tech Republic und Spandau bereits weit fortgeschritten
Parallel zur Prüfung einer möglichen Magnetschwebebahn existieren bereits umfangreiche Vorarbeiten für eine Straßenbahnverbindung. Die Grundlagenermittlung für eine Tramstrecke zwischen der Urban Tech Republic, der Insel Gartenfeld und dem Bahnhof Spandau begann im Jahr 2021 und wurde 2023 abgeschlossen. In diesem ersten Verkehrsmittelvergleich wurde die Straßenbahn als geeignetes Verkehrssystem bewertet. Der Nutzen-Kosten-Indikator der geplanten Strecke liegt bei etwa 1,2 und erfüllt damit grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Förderung durch Bund und Land.
Entlang der vorgesehenen Trasse wurden zudem bereits planerische Vorleistungen berücksichtigt. In mehreren Entwicklungsgebieten wurden Trassenfreihaltungen in Bebauungsplänen festgesetzt, und auch Infrastrukturmaßnahmen wurden teilweise auf eine spätere Straßenbahn ausgelegt. So wurde etwa eine Brücke über die Havel bereits für eine mögliche Tramverbindung dimensioniert, zudem ist auf dem Gelände der Urban Tech Republic ein Standort für einen Straßenbahn-Betriebshof vorgesehen. Ob diese Vorleistungen auch bei einer möglichen Magnetschwebebahn genutzt werden könnten, soll erst im Rahmen der weiteren Untersuchungen geklärt werden.

Für eine Straßenbahn zwischen der Urban Tech Republic und dem Bahnhof Spandau wurden entlang der Strecke bereits planerische Vorleistungen geschaffen. / © Visualisierung: gmp Architekten
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Tagesspiegel, Firmengruppe Max Bögl, dpa, Berliner Verkehrsseiten, rbb, magnetbahn.org, Wikipedia, Berliner Morgenpost, CDU Berlin, GRAFT Gesellschaft von Architekten mbH
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12 Kommentare
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Die Kombination aus Leistungsfähigkeit und Kosten ist zusammen mit den geografischen und baulichen Gegebenheiten vor Ort ausschlaggebend für die Wahl des Verkehrsträger.
Am leistungsfähigsten ist die U-Bahn, aber sehr teuer durch den Tunnel.
Tram und Magnetschwebebahn geben sich von der Leistungsfähigkeit nichts, wenn die Tram ihre eigene Spur bekommt. Jedoch sind die Kosten für die Tram geringer im Bau als auch Betrieb.
Bus ist das ungünstige ÖPNV Verkehrsmittel, aber immer noch deutlich besser als Individual-PKW-Verkehr.
Die Betriebs- und vor allem Instandhaltungskosten sollten bei der Tram geringer sein: bereits geschultes Personal vorhanden, Ersatzteile gut verfügbar, ebenerdig sind Reparaturen einfacher als in luftiger Höhe,…
Das scheint mir in der Kalkulation nicht mit bedacht worden sein.
Standardlösungen sind günstiger.
Hinzu kommt die Möglichkeit bei Ausfällen (Material als auch Personal) von anderer Stelle im bestehendem System zu unterstützen. Das geht viel einfacher, günstiger und umfassender beim Verbleib bei den bestehenden Systemen.
Berlin ist einfach zu arm um sich ein solches alleinstehendes System von einem Monopolanbieter, der anschließend die Preise diktieren kann, leisten zu können.
Hinzu würden bei der Strecke Tegel – Spandau die bereits geleisteten Vorarbeiten, sowohl planerisch als auch baulich, und deren Kosten völlig wertlos werden.
Betrachtet man das, ist die Entscheidung zwischen Tram und Magnetschwebebahn in Hinblick auf den Transport eindeutig zu Gunsten der Tram.
Ihre Betrachtung bzw Abwägung ist absolut richtig. Sie machen jedoch den Fehler zu glauben, dass es dem Senat um eine Abwägung gehen würde.
Tatsächlich will er nur die Tram verhindern. Die Magnetschwebebahn ist nur ein Vorwand.
Déjà-vu
Täglich grüßt das Murmeltier
Es gab schon mehrere Berichte mit fast gleichem Inhalt.
Im Bericht wird die Magnetschwebebahn angepriesen und etwas mit Tram verglichen.
In den Kommentaren ist die Mehrheit für Tram, weil verfügbar (auch ohne Monopol) und kompatibel sowie bereits erfolgte Vorarbeiten.
Wie oft soll der Bericht noch kommen bevor der Senat das bereits mehrfach dokumentierte Meinungsbild pro Tram einsieht.
Anstatt immer wieder das gleiche Projekt anzubringen, wäre es interessanter was mit den anderen passiert:
– Friedrichstraße
– Checkpoint Charlie
– Tram über die Leipziger
– Leipziger Park
– Umbau Alexanderplatz
– Anschluss Märkisches Viertel
– Anschluss BER Flughafen
– Tram Potsdamer Platz – Botanischer Garten
– Tram Schöneweide
– Baustelle Köpenick
– Kiezblocks (Finazierubg durch Senat)
– Masterplan historische Mitte (Online-Beteiligung)
– Touristen
– u. v. m.
Auch wenn der Senat schweigt – wir erinnern uns.
Bei der plötzlichen Einbeziehung der Magnetschwebebahn geht es doch nur wieder darum Zeit zu schinden um das Geld dafür erst später ausgeben zu müssen. Das so „gesparte“ Geld wird für die eigenen (Schnaps-) Ideen ausgegeben und das dringend notwendige Projekt der nächsten Regierung vor die Füße zu kippen. Aus der Opposition heraus wird dann wiederum gestänkert, warum das Projekt noch nicht fertig ist…
Asterix und Obelix Passierschein A38!
Ich weiß nicht, ob die ideologische Verkehrssenatorin schon darüber nachgedacht hat, dass zum Bau einer Magnetbahn auf Stelzen unerwartet viel Platz benötigt wird?
Die Stelzen müssen nämlich genau wie bei jeder anderen Hochbahn auf eine möglichst kurvenarme Trasse gestellt werden. Wie bei jeder anderen Hochbahn kommt man um den Umbau von Straßen, das Fällen von Bäumen und den Abriss von Häusern nicht herum. Das ist alles nicht so simpel wie auf dem Werksgelände von Max Bögl…
Gut, wenn die Verkehrsverwaltung ab diesem Herbst wieder von pragmatischen Profis geleitet wird. Und schade um 3,5 verlorene Jahre.
Bevor man sich für ein System entscheidet, muss man definieren, was man eigentlich möchte: Schnell fahren auf weiter Strecke oder nur kurze Wege, zusätzlichen Verkehrsraum schaffen oder den bestehenden umverteilen?
Muss man viel Rücksicht nehmen auf empfindliche Anwohner?
Wenn eine Hochbahn zumutbar ist, kann man auch Tram oder U-Bahn in Hochlage führen.
Eine Tram ist langsamer und behindert den anderen Verkehr und wird von diesem behindert. Sie hat schlechteren Fahrkomfort als eine U-Bahn oder Vollbahn. Ferner gibt es Einschränkungen durch Demonstrationsrecht. Oder die Demonstranten fühlen sich eingeschränkt, weil eine Sperrung der Tram Verdruss erzeugt und dadurch Anti- Werbung für das Anliegen.
Eine Hochbahn, egal mit welchem System, ist schneller, störungsärmer, eine echte Steigerung der Kapazität des gesamten Transportwesens. Damit ist es auch einen höheren Preis wert.
Nach der Argumentation müssen wir eine U-Bahn bauen. Noch besser als Tram.
Wird in China gebaut … Aber das ist weit weg.
Wie auch immer, als so ein Kurzdistanzstopper wie Tram oder Bus kann ich mir das System mittlerweile nicht mehr vorstellen. Finde, das paßt eher zu so etwas wie die S-Bahn. Die Trassen und Brücken sind vorhanden. Wenn man nicht gleich total zuschlagen will, könnte man zunächst die geplanten S-Bahnerweiterungen ins Brandenburger Umland mit Parallelhalts dafür auslegen oder Neuaktivierungen wie die Siemensbahn, die dann auch nach Tegel rübergezogen werden könnte…Die Expo hätte dann damit auch für Deutschland ein Aufhängerprojekt.
Aber eins sollte Deutschland um Gottes Willen nicht machen, und zwar diese Technologie wieder daherschenken, nur weil es wie gewöhnlich in die Berliner Zerquatschermühle abdriftet. Wir haben außer neuerdings Lithium und ein bisschen Fracking-Gas keine Bodenschätze und leisten uns so etwas wie Bürgergeld. Das wird man mit Tourismus und Landwirtschaft nicht gebacken bekommen… Technologien müssen her. Reicht schon, dass unser Flugzeugbau in ganz Europa verteilt wurde und der Fahrzeugbau auf ähnlichen Pfaden wandelt. Über Stahlproduktion und viele weitere Industrien braucht man gar nicht erst anzufangen.
Egal, Hauptsache ist, dass das Teil hier in Größenordnungen gebaut wird…und nicht nur in China.
Muss ja nicht Berlin sein, wenn man sich hier wieder sich mit Händen und Füßen wehrt.
Können die nicht einfach einen scheiss BUS fahren lassen?! Das wird doch alles wieder nur eine Katastrophe!
Diese Verbindungen zum ehemaligen TXL sind doch für die Menschen in Reinickendorf und Spandau nicht wirklich interessant. Interessant wäre eine Verbindung von Alt Tegel über das Wasser nach Spandau in die Alt Stadt oder an den hochgelegen Ubhf Ruhleben…..
Zum Campus Tech Urban Republic passt eine innovative Lösung, etwas modernes Neues. Inspiration. Das ist mit Sicherheit nicht die Straßenbahn, zudem diese geplante Trasse wohl bisher keine Anbindung an das bestehende Berliner Netz hat. Dazu müssten weitere Strecken gebaut werden. Die Straßenbahn ist nach derzeitigen offiziellen Schätzungen teurer im Bau und Betrieb, zudem wartungsanfälliger. Eine Magnetschwebebahn verbraucht weniger Energie und kann autonom fahren. Eine Steuerung der Bahn ist zentral möglich. Unterhalb der Stelzentrasse kann der Platz anderweitig genutzt werden. Zudem ist die Magnetschwebebahn äußerst geräuscharm.
Pro Magnetschwebebahn.