Berlins Verkehrspolitik steht zum Jahreswechsel zwischen ambitionierten Investitionsankündigungen und anhaltender Kritik. Während die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt für 2026 Milliardeninvestitionen in Infrastruktur und ÖPNV plant, wirft der Rückblick auf das vergangene Jahr ein Schlaglicht auf politische Konflikte, Verzögerungen und umstrittene Entscheidungen.

Die Freigabe des westlichen Brückenteils verzögert sich erneut, sodass der Verkehr weiterhin über provisorische Lösungen geführt wird. Für das Umfeld der Spreequerung bedeutet dies anhaltende Staus und weitere Einschränkungen für alle Verkehrsteilnehmer. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt kündigt für das Jahr 2026 eine deutliche Ausweitung der Investitionen an. Insgesamt stehen rund 2,83 Milliarden Euro zur Verfügung, die aus dem Berliner Doppelhaushalt sowie aus dem Sondervermögen des Bundes stammen. Für das Jahr 2027 sind weitere 2,92 Milliarden Euro eingeplant. Mit diesen Mitteln will der Senat die bestehende Infrastruktur stabilisieren, sanieren und zugleich gezielt ausbauen.
Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) erklärte, man kenne den schlechten Zustand vieler Anlagen und nehme die Kritik aus der Stadtgesellschaft ernst. Zugleich betonte sie, dass der Senat andere Schwerpunkte setze als zuvor und Berlin wieder auf Straße, Schiene, Brücken und Wasserwegen verlässlich mobil machen wolle. Für 2026 plane die Verwaltung einen beschleunigten Investitionshochlauf, der auch in den Folgejahren fortgesetzt werden solle.
Brücken und Straßen in Berlin: Sanierung, Neubau und mehr Ordnung im öffentlichen Raum
Ein zentraler Schwerpunkt liegt im kommenden Jahr auf der Brücken-Infrastruktur. Für Sanierungen, Ersatz-Neubauten und Neubauten stehen 2026 knapp 108 Millionen Euro zur Verfügung, während für 2027 rund 122 Millionen Euro vorgesehen sind. Mit dem angekündigten „Masterplan Brücken“ will die Senatsverwaltung Planungs- und Umsetzungsprozesse deutlich beschleunigen. Die Senatorin verwies darauf, dass jüngste Projekte gezeigt hätten, wie schnell Fortschritte möglich seien.
Konkret sollen 2026 mehrere zentrale Vorhaben vorankommen. Dazu zählt die Freigabe des nordwestlichen Teilbauwerks der Elsenbrücke sowie die Fortführung der Arbeiten an der Mühlendammbrücke. Auch der Verkehrsknoten Marzahn, die Tunnel-Überbauung an der Schlangenbader Straße und die Brücken am Breitenbachplatz stehen im Fokus. Zusätzlich setzt der Senat Straßenbaumaßnahmen an der Petersburger Straße und der Krausenstraße fort. Für mehr Ordnung im öffentlichen Raum kündigt die Verwaltung zudem eine neue Sharing-Strategie für Leihräder, E-Scooter und Mietwagen an.
Öffentlicher Nahverkehr und Schienen-Verkehr in Berlin: Wachstum, Stabilisierung und neue Verbindungen
Parallel zum Straßenbau rückt der öffentliche Nahverkehr stärker in den Mittelpunkt. Aktuelle Zahlen zeigen, dass immer mehr Menschen Bahn und S-Bahn nutzen. Besonders das Ostkreuz verzeichnete 2024 mit mehr als 250.000 Reisenden pro Tag einen Zuwachs von fast 20 Prozent gegenüber 2015. Auch der Berliner Hauptbahnhof, die Friedrichstraße, Gesundbrunnen und das Südkreuz legten bei den Fahrgastzahlen deutlich zu.
Diese Entwicklung soll sich fortsetzen. Seit Dezember sorgt die wiedereröffnete Dresdner Bahn für eine schnellere Anbindung an den Flughafen BER. Ab Ende März 2026 soll zudem die neue S-Bahn-Linie S15 zwischen Nordring und Hauptbahnhof in Betrieb gehen. Für die BVG investiert das Land Berlin ab 2026 jährlich mehr als 1,3 Milliarden Euro, ergänzt durch rund 680 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes. Damit soll eine stabile Grundlage für den Nahverkehr geschaffen werden.
Rückblick auf das vergangene Jahr in Berlin: Konflikte, Kritik und politische Spannungen
Dem ambitionierten Ausblick steht ein durchwachsenes Verkehrs-Jahr gegenüber. Innerhalb der schwarz-roten Koalition kam es wiederholt zu Spannungen, insbesondere in der Verkehrspolitik. Das Chaos rund um die Eröffnung des 16. Bauabschnitts der A100 belastete das Verhältnis zwischen CDU und SPD zusätzlich. Hinzu kamen Debatten über Tempo-Regelungen, Ideen zu Magnetschwebebahnen sowie Stillstand beim Anwohner-Parken.
Besonders umstritten war der Stopp der Finanzierung von Kiezblocks. Die Verkehrsverwaltung wies den Bezirk Mitte an, ein laufendes Modellprojekt sofort zu beenden, und stellte die Förderung stadtweit ein. Zur Begründung verwies die Senatorin auf Sicherheits- und Erreichbarkeitsfragen. Vertreterinnen und Vertreter von SPD und Grünen widersprachen dieser Darstellung deutlich und kritisierten fehlende Abstimmung sowie rechtliche Risiken.
Verkehrspolitik zwischen Neuausrichtung und offenen Fragen in Berlin: Ausblick auf das neue Jahr
Der Stopp der Kiezblocks führte zu finanziellen Folgen für die Bezirke und verschärfte die politischen Konflikte. Mahnbescheide, zusätzliche Kosten und offene Verträge belasteten den Landeshaushalt und sorgten für weitere Kritik. Gleichzeitig blieb unklar, wie Verkehrsberuhigung künftig gestaltet werden soll.
Mit den angekündigten Milliarden-Investitionen setzt der Senat nun auf eine pragmatische Verkehrspolitik, die alle Verkehrs-Teilnehmenden berücksichtigen soll. Ob es gelingt, die ambitionierten Vorhaben umzusetzen und zugleich Vertrauen zurückzugewinnen, wird sich im neuen Jahr zeigen. Sicher ist jedoch, dass die Verkehrspolitik eines der zentralen Themen der Berliner Stadtentwicklung bleibt.
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, ARD-aktuell / tagesschau, Der Tagesspiegel, S-Bahn Berlin, Changing Cities, CDU Berlin, Autobahn GmbH des Bundes
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Ein sehr sauberes Statement (klingt stark nach Eigenpropaganda) dafür, dass der Berliner Senat und die Verkehrsverwaltung absolut nicht verstanden haben, was die Probleme sind und vor allem wie man sie lösen kann – und dass sie eben Wasser predigen und Wein trinken: denn die Verkehrspolitik funktioniert rein ideologisch, sonst würde man die ganzen extrem teuren Verkehrsprojekte (A100, Schlangenbader Tunnel, Magnetschwebebahn), die kaum nutzen für die Bürger der Stadt haben, nicht in den Fokus stellen, sondern den ÖPNV und Radverkehr, weil dieser viel effizienter und enorm ausbaufähig ist. Kein Pragmatismus sondern unsinniger Autowahn, gepaart mit fehlendem Verständnis für moderne Verkehrspolitik. Ich kann nur hoffen, dass dieser Senat die Quittung in der Wahl 2026 bekommt und die Verkehrsverwaltung danach wieder mit Fachpersonal besetzt wird.