Im Schillerkiez setzt das Bezirksamt Neukölln in Kürze mehrere Maßnahmen des neuen Verkehrskonzepts um. Da der Durchgangsverkehr seit Jahren stark zugenommen hat, verfolgt das Bezirksamt das Ziel, die Wohnstraßen zu entlasten und gleichzeitig sichere Wege für Fuß und Radverkehr zu schaffen. Die nun beginnenden Schritte beruhen auf einem umfangreichen Beteiligungsverfahren.

Am Herrfurthplatz entsteht ein verkehrsberuhigter Bereich, um den Autoverkehr gezielt umzuleiten, dadurch mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen und gleichzeitig eine durchgehende Radroute entlang der nördlichen Platzkante zu ermöglichen. / © Foto: Wikimedia Commons, Sludge G, CC BY-SA 2.0
© Titelbild: Wikimedia Commons, Benoît Prieur, CC0
Das Bezirksamt Neukölln startet in den kommenden Wochen mit der Umsetzung der ersten Maßnahmen des „Verkehrskonzepts Schillerkiez“, das die Straßen entlasten und den Durchgangsverkehr zurück auf umliegende Hauptstraßen lenken soll. Dadurch sollen unübersichtliche Abschnitte klarer werden und der Fuß- und Radverkehr bessere Bedingungen erhalten. Die Planungen entstanden nach einer Grundlagenermittlung und nach mehreren Gesprächen mit Anwohnenden.
Da der Schillerkiez in den vergangenen Jahren immer stärker von ausweichendem Verkehr betroffen war, verfolgt das Bezirksamt einen Ansatz, der die Verkehrsführung an entscheidenden Punkten verändert. Die Maßnahmen greifen schrittweise und orientieren sich an den verfügbaren Mitteln, sodass sich die Veränderungen nach und nach im Straßenraum zeigen.
Neue Verkehrsführung in Fontanestraße und Weisestraße: Neue Einbahnstraßen als zentrale Maßnahmen
Die Fontanestraße wird künftig als Einbahnstraße in Richtung Norden genutzt, wodurch eine Einfahrt vom Columbiadamm nicht mehr möglich ist. Damit entsteht eine klare Verkehrsführung, die das Umfahren der Hermannstraße verhindert. Gleichzeitig bleibt der Radverkehr in beide Richtungen erlaubt und wird baulich gesichert, um die Situation für Radfahrende zu verbessern.
Zwischen Herrfurthstraße und Allerstraße erhält die Weisestraße eine gegenläufige Einbahnstraßenregelung. Diese Veränderung soll verhindern, dass sich Umgehungsverkehr durch die schmale Wohnstraße schiebt. Dadurch entsteht eine ruhigere Verkehrsführung, die die Wohnqualität im Quartier stärkt.
Bauliche Maßnahmen des „Verkehrskonzepts Schillerkiez“: Sicherheit an Kreuzungen und verkehrsberuhigte Bereiche am Herrfurthplatz
An der Kreuzung Kienitzer Straße und Weisestraße entstehen neue Querungsmöglichkeiten, damit sich die Sicherheit auf den Schulwegen zur Karl-Weise-Schule erhöht. Zusätzlich installiert das Bezirksamt Fahrradbügel, wodurch der Bereich übersichtlicher wird und mehr Ordnung im Straßenraum entsteht.
Rund um den Herrfurthplatz wird der nördliche Platzbereich verkehrsberuhigt, da Poller den Autoverkehr zurück nach Norden leiten und das Befahren des nördlichen Platzes verhindern. Dadurch entsteht mehr Aufenthaltsqualität und gleichzeitig eine Grundlage für eine Radroute, die die Fahrradstraße zum Tempelhofer Feld sinnvoll ergänzt.
Beteiligungsverfahren im Schillerkiez: Finanzierung und politische Einordnung des Konzepts
Bezirksstadtrat Jochen Biedermann (Bündnis 90/DIE GRÜNEN) erklärte, dass die Maßnahmen genau das umsetzen, was gemeinsam mit vielen Anwohnenden erarbeitet worden sei. Er verwies darauf, dass zahlreiche Rückmeldungen auf starken Durchgangsverkehr hingewiesen hätten und dass die Veränderungen sichere Wege fördern sollen.
Die Ergebnisse des Beteiligungsverfahrens wurden Anfang 2024 vorgestellt und im Juli beschlossen. Die Finanzierung erfolgt über Städtebaufördermittel aus dem Programm „Lebendiges Quartier Schillerpromenade“.
Fontanestraße
Kreuzung Kienitzer Straße/Weisestraße
Herrfurthplatz
Quellen: Bezirksamt Neukölln, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
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