Am Verkehrsknoten Marzahn fahren die Straßenbahnen wieder über die Landsberger Allee. Das Baustellenupdate zeigt die neue Haltestelle, die aktuelle Verkehrsführung und den Stand der Brückenarbeiten.

Am Verkehrsknoten Marzahn führen mobile Absperrungen und Betonblöcke den Autoverkehr an den laufenden Brückenarbeiten vorbei. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Zwischen Kränen, Bauzäunen und dichtem Autoverkehr fallen am Verkehrsknoten Marzahn inzwischen schon einige Neuerungen auf. Eine davon: Eine moderne, neue Station für die Straßenbahnen. Für Fahrgäste hat sich die Lage damit deutlich verbessert. Wer mit dem Auto über die Landsberger Allee oder die Märkische Allee fährt, braucht dagegen weiterhin Geduld.
- Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
- Ort: Landsberger Allee / Märkische Allee
- Projektstatus: Bauarbeiten an allen drei Brückenknoten
- Baubeginn des Gesamtprojekts: Dezember 2022
- Geplante Fertigstellung: 2030
Vor Ort zeigt sich, wie eng die unterschiedlichen Verkehrsarten derzeit zusammenrücken. Autos passieren den Knoten auf verschwenkten und teilweise verengten Fahrstreifen. Mobile Leitpfosten, gelbe Markierungen und rot-weiße Absperrgitter führen den Verkehr durch die Baustelle. Direkt daneben verlaufen die provisorischen Straßenbahngleise. Über dem gesamten Bereich spannt sich ein dichtes Netz aus Fahrleitungen, während mehrere Kräne an den neuen Bauwerken arbeiten.
Die Straßenbahnlinien M6 und 16 fahren seit Ende Mai wieder durchgehend zwischen der Innenstadt und Marzahn. Dafür wurde die Trasse seitlich verschwenkt und vorübergehend auf die nördliche Straßenbrücke gelegt. Diese Sonderkonstruktion ersetzt die frühere Gleisführung, nachdem das alte Straßenbahnbauwerk zurückgebaut worden war. Nach Angaben der Senatsverwaltung soll das Provisorium ungefähr eineinhalb Jahre genutzt werden.

Die neue Straßenbahnhaltestelle am Verkehrsknoten Marzahn verfügt über ein gläsernes Wartehäuschen, Rampen und neue Beleuchtung. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Verkehrsknoten Marzahn erhält neue Straßenbahnhaltestelle
Die neue Haltestelle hebt sich deutlich von der provisorischen Umgebung ab. Sie besitzt einen erhöhten Bahnsteig, neue Geländer, Beleuchtungsmasten und ein gläsernes Wartehäuschen mit gelbem Dach. Fahrgäste erreichen die Station über lange, flach angelegte Rampen. Damit entsteht bereits während der Bauzeit ein geordneter Zugang zu den Straßenbahnen.
Vollständig fertig wirkt der Bereich aber noch nicht. An den Bahnsteigen stehen weiterhin Bauzäune, einzelne Flächen tragen noch keinen abschließenden Belag und Arbeiter sind zwischen Gleisen und Haltestelle unterwegs. Dennoch erfüllt die Station bereits ihre wichtigste Funktion: Die Straßenbahnen können wieder halten, während wenige Meter entfernt am eigentlichen Brückenneubau weitergearbeitet wird.
Das Gesamtprojekt Verkehrsknoten Marzahn reicht weit über die Straßenbahn hinaus. Die Senatsverwaltung lässt drei Brücken am Verkehrsknoten Marzahn erneuern. Der Bereich umfasst die Landsberger Allee, die Märkische Allee sowie die darunterliegenden Fern- und S-Bahngleise. Viele der bisherigen Ingenieurbauwerke und der Fußgängertunnel befanden sich nach offiziellen Angaben in einem schlechten Zustand. Zudem galt die alte Führung für Autos, Fußgänger und Radfahrer als unübersichtlich.

Mehrere Baukräne prägen den Verkehrsknoten Marzahn, während Autos und Lastwagen die verengten Fahrstreifen nutzen. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Autofahrer müssen am Verkehrsknoten Marzahn weiter mit Stau rechnen
Für den Straßenverkehr bleibt der Verkehrsknoten Marzahn ein Engpass. Besonders auf der Märkischen Allee drängen sich die Fahrzeuge auf wenigen Spuren. Dort führt die Baustellenverkehrsführung den Verkehr weiterhin mit jeweils einer Spur pro Richtung unter einem bereits errichteten Teil des neuen Brückenüberbaus hindurch. Die Verkehrsverwaltung hatte diese Führung mit Beginn der vierten Bauphase eingerichtet, um Platz für den nächsten Überbau zu schaffen.
Die Senatsverwaltung weist selbst darauf hin, dass sich Rückstaus während der Bauzeit nicht vollständig vermeiden lassen. Die Reduzierung von drei Fahrstreifen auf einen Fahrstreifen begrenzt die Kapazität erheblich. Eine möglichst lange Führung ohne weitere Ampeln soll verhindern, dass der Verkehr vollständig zum Erliegen kommt. Als Ausweichroute nennt die Behörde unter anderem die Allee der Kosmonauten.
Am westlichen Brückenknoten laufen Arbeiten an der Straßenbahnquerung. Weiter östlich entstehen neue Straßen- und Brückenteile über der Märkischen Allee und den Bahnanlagen.

Große Erdbauflächen zeigen den Umfang der Arbeiten zwischen den einzelnen Brückenabschnitten am Verkehrsknoten Marzahn. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Neue Verkehrsführung soll Rampen am Verkehrsknoten Marzahn ersetzen
Nach dem Umbau soll sich auch die Grundstruktur des Knotens ändern. Die innenliegenden Auf- und Abfahrtsrampen werden zurückgebaut. An ihre Stelle tritt eine höhenungleiche Stadtstraßenkreuzung mit Ampelsteuerung. Die benachbarten Gewerbegebiete von Knorr-Bremse, in dem auch das neue Wohnquartier „Konnekt“ entsteht, und ALBA sollen künftig über eine geregelte Kreuzung erreichbar sein. Zudem plant das Land die Instandsetzung des Fußgängertunnels an der Straßenbahnhaltestelle.
Das der offizielle Zeitplan der Senatsverwaltung nicht zu halten sein wird, ist unterdessen jetzt schon klar. Während die Projektseite weiterhin von einer Gesamtbauzeit von 2022 bis voraussichtlich 2029 ausgeht, nennt das neu aufgestellte Bauschild auf er Landsberger Allee einen Zeitraum bis 2030.
Fest steht aber: Mit der zurückgekehrten Straßenbahn und der neuen Haltestelle funktioniert ein wichtiger Teil des Verkehrsknotens Marzahn wieder. Die aufwendigste Arbeit liegt jedoch weiterhin zwischen den Fahrbahnen, Gleisen und Brückenbauwerken. Für Autofahrer bleibt der Knoten deshalb auf absehbare Zeit ein Nadelöhr.

Neue Beton- und Stahlkonstruktionen entstehen am Verkehrsknoten Marzahn vor der Kulisse der umliegenden Wohnquartiere. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
Verkehrsknoten Marzahn
Quellen: Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, Verkehrsinformationszentrale Berlin
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3 Kommentare
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Das dauert alles viel zu lange ,früher wurde schnell gebaut.
Ja früher, früher waren die Randbedingungen auch anders und es gab nicht so viele „Grüne“. Die neue Lösung ist auf die hohe Ingenieurkunst zurück zu führen um eine innovative und langfristige Haltbarkeit zu garantieren. Hierbei spielen Erfahrungen eine große Rolle sodass, Fehler aus der Vergangenheit nicht zwingend wiederholt werden. Eben das neue Heute. Früher wurde schneller gebaut, jedoch auch vieles falsch gemacht sonst müsste man ja jetzt nicht Gegensteuern.
Es nervt.
Ich fahre da nicht erst seit Baubeginn regelmässig lang.
Keine Ahnung wieviele Leute da arbeiten, also wirklich arbeiten.
Gefühlt sind es 10-15 Menschen.
Nix geht voran, nur wer über einen längeren Zeitraum da nicht lang fährt, entdeckt überhaupt Fortschritt.
Aber watt willste machen, änderst ja wieso nüscht.