Schäden an der Bahnbrücke über der Lewishamstraße in Berlin-Charlottenburg könnten zu einer Sperrung führen. Derzeit wird das Bauwerk gründlich untersucht.

Lewishamstraße (Charlottenburg)

© Titelbild: Wikimedia Commons, Bodo Kubrak, CC BY 4.0

 

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Die Bahnbrücke über der Lewishamstraße in Charlottenburg-Wilmersdorf steht derzeit unter besonderer Beobachtung. Fachleute haben schon in den vergangenen Jahren Schäden am Bauwerk festgestellt und prüfen nun die Tragfähigkeit. Noch ist offen, welche Maßnahmen folgen. Klar ist jedoch: Eine mögliche Sperrung würde einen zentralen Verkehrspunkt im Westen Berlins betreffen.

  • Bezirk: Charlottenburg-Wilmersdorf
  • Ort: Lewishamstraße nahe Adenauerplatz
  • Bauwerk: Bahnbrücke der Berliner Stadtbahn
  • Status: Schäden festgestellt, vertiefte Prüfung läuft

Die Brücke über der Lewishamstraße verbindet nicht nur wichtige Bahnstrecken, sondern überspannt zugleich eine stark genutzte Straße. Rund um den Adenauerplatz kreuzen sich mehrere Verkehrsströme. Entsprechend sensibel reagiert das System auf Störungen.

Das Problem: Die Bahn lässt die Brücke laut Berliner Morgenpost bis zum Sommer umfassend kontrollieren. Geprüft werden beide Seiten: von oben über die Fern- und S-Bahnsteige, von unten von der Straße und den Gehwegen aus.

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Seit 2019 ist der Zustand der Brücke über der Lewishamstraße „schlecht“

Ein aktueller Bericht zu verschiedenen Berliner Bahnbrücken zeigt: Seit 2019 bekommt das Bauwerk jedes Jahr die Zustandsnote 4 („schlecht“). Früher sah das anders aus: Nach der Inbetriebnahme 1971 lag die Bewertung lange Zeit bei Note 2.

Eine Sanierung sei deshalb bereits vorgemerkt. Sie soll aus dem Instandhaltungsbudget der Deutschen Bahn finanziert werden. Doch reicht das aus? Oder hat sich der Zustand weiter verschlechtert? Es wäre nicht die erste Brücke in Berlin, die von jetzt auf gleich vollgesperrt werden würde. Auch bei der Ringbahnbrücke oder der Wuhlheide-Brücke führten ähnliche Prüfungen zu einer sofortigen Schließung.

Nach Angaben aus Verwaltungskreisen wird derzeit geprüft, wie stark die Substanz des Brücken-Bauwerks über der Lewishamstraße beeinträchtigt ist. Experten analysieren die Tragfähigkeit und bewerten, ob kurzfristige Sicherungsmaßnahmen nötig sind. Eine endgültige Einschätzung liegt noch nicht vor.

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Charlottenburg Brücke Lewishamstraße mögliche Sperrung

Sollte sich der Zustand als kritisch erweisen, könnten zunächst Einschränkungen für den Verkehr folgen. Denkbar sind reduzierte Geschwindigkeiten für Züge oder eine teilweise Sperrung der Straße unter der Brücke. Solche Maßnahmen sollen die Belastung reduzieren und Zeit für weitere Entscheidungen schaffen.

Im ungünstigsten Fall steht auch eine vollständige Sperrung im Raum. Das würde sowohl den Bahnverkehr als auch den Straßenverkehr betreffen. Besonders im Bereich der Lewishamstraße hätte das unmittelbare Folgen. Die Unterführung ist eine wichtige Verbindung zwischen dem Kurfürstendamm und angrenzenden Straßen. Fällt sie weg, müsste der Verkehr großräumig umgeleitet werden.

Neben dem Straßenverkehr spielt die Brücke eine zentrale Rolle im Bahnnetz. Über die Trasse verlaufen wichtige Verbindungen der Berliner Stadtbahn. Diese Strecke gehört zu den meistgenutzten Ost-West-Achsen der Stadt. Einschränkungen würden sich daher weit über Charlottenburg hinaus auswirken.

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Quelle: Berliner Morgenpost

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3 Kommentare

  1. Löwe 24. April 2026 at 12:09 - Reply

    Daneben gibt es noch eine Brücke über der Windscheidstraße, und die ist wohl baugleich(?) was dort sofort auffällt es ist sehr dunkel, und an vielen Stellen tropft es von der Decke, dazu nisten dort wohl auch viele Vögel was man am zahlreichen Vogelkot am Boden sieht. Man möchte dort einfach nur schnell durch, ein geradezu unheimlicher Ort.

  2. Neu 25. April 2026 at 22:14 - Reply

    Ein herrlicher Ort
    Die Alano Pizzeria neben dem Stutti Spielplatz im Eingang zu dem „unheimlichen Ort“ lebt seit Jahren nicht nur von den erschwinglichen Preisen, sondern gerade vom Fluidum des Brückenfeelings, das bereits Siegfried Kracauer kurz nach dem Durchbruch der Stadtbahn Anfang des letzten Jahrhunderts in seinem Essayband „Straßen in Berlin und anderswo“ beschrieben hat.
    Übrigens findet von mir jährlich im September die temporäre SpielstraßenFete gerade dort statt-bei schlechtem Wetter skatet und amüsiert es sich dort wunderbar.

  3. Neu 25. April 2026 at 23:00 - Reply

    https://amylang.jimdofree.com/articles/culture/%C3%BCber-den-stra%C3%9Fenrausch-von-kracauer/
    (7) Die Unterführung

    (FZ 11. März 1932)

    Mit einem „Gefühl des Grauens“[44] durchmisst der Flaneur die Unterführung dicht beim Bahnhof Charlottenburg, die er auch „eine klirrende Höllenpassage“[45] nennt. Auf der Suche nach den Ursachen des Grauens, das über diesen unterirdischen Wegstück regiert, stellt er die Konstruktion und die Menschen in ihr einander gegenüber. Dem strengen Bau fehlt zwar „jede Heiterkeit“[46], doch zeichnet er sich trotz seiner Finsterkeit durch einen düsteren Zusammenhang seiner Elemente aus, der „für alle Zeiten gefügt ist“[47] und der ihnen eine Funktion, somit einen Sinn, eine Aufgabe, verleiht. Passanten hingegen eilen hindurch, ohne voneinander, oder den „Dauerbewohner[n]“[48] der Unterführung Kenntnis zu nehmen. Letztere scheinen dem erzählenden Betrachter eher mit der Mauer zu verschmelzen, aus ihr hervorzuquellen, als untereinander eine Einheit zu formen. Im Gegenteil: die erfolglosen Bettler und der Bäcker werden als „auseinandergesprengte Teile (…), unzusammen-hängende Splitter eines Ganzen, das nicht vorhanden ist“[49] wahrgenommen.

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