Vor der Jane-Goodall-Grundschule im Friedrichshainer Ostkreuz-Kiez hat sich der Straßenraum deutlich verändert. In der Scharnweberstraße wurde eine Schulzone eingerichtet, die den Autoverkehr ausschließt und mehr Platz für Kinder und Nachbarschaft schaffen soll. Die Maßnahme ist Teil eines größeren Verkehrsberuhigungskonzepts im Kiez.

In der Scharnweberstraße wurden mehrere Elemente installiert, die den Straßenraum neu strukturieren. Nun schaffen Blumenkübel, Bänke sowie eine Tischtennisplatte zusätzliche Aufenthalts- und Bewegungsmöglichkeiten. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT
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Die Scharnweberstraße im Berliner Ortsteil Friedrichshain hat sich in den vergangenen Monaten sichtbar verändert. Vor der Jane-Goodall-Grundschule wurde eine sogenannte Schulzone eingerichtet, in der kein regulärer Autoverkehr mehr zugelassen ist. Mit der Maßnahme soll die Sicherheit für Kinder erhöht und der Straßenraum stärker für Fuß- und Radverkehr geöffnet werden.
Die Schulzone ist Teil eines umfassenderen Verkehrsberuhigungskonzepts für den Ostkreuz-Kiez. Bereits seit 2023 arbeitet das Bezirksamt daran, Maßnahmen zu entwickeln, die den Durchgangsverkehr reduzieren und die Aufenthaltsqualität im Quartier verbessern sollen. Grundlage dafür waren Verkehrszählungen sowie Beteiligungsprozesse mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Gewerbetreibenden und weiteren Interessierten.
Ostkreuz-Kiez in Friedrichshain: Konzept zur Verkehrsberuhigung mit Schulzonen
Im Rahmen dieses Konzepts wurden mehrere Standorte für Schulzonen identifiziert. Neben der Scharnweberstraße betrifft das auch Abschnitte der Simplonstraße vor der Modersohn-Grundschule sowie der Jessnerstraße an der Grundschule am Traveplatz. Die Idee dahinter ist, Straßenräume vor Schuleingängen so umzugestalten, dass Kinder sicherer zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule gelangen können.
Zugleich soll der Straßenraum klar als Schulumfeld erkennbar sein. Dadurch sollen Verkehrsteilnehmende ihre Aufmerksamkeit erhöhen und das Unfallrisiko sinken. Darüber hinaus erwartet das Bezirksamt auch positive Effekte für Lärm- und Luftbelastung sowie eine insgesamt ruhigere Verkehrssituation im Kiez.
Scharnweberstraße: Schulzone mit Bänken, Spielangeboten und Fahrradständern
Die konkrete Umsetzung der Schulzone in der Scharnweberstraße erfolgte im Frühjahr 2025. In den Monaten Mai und Juni wurden mehrere Elemente installiert, die den Straßenraum neu strukturieren. Dazu gehören Bänke, Blumenkübel sowie eine Tischtennisplatte, die zusätzliche Aufenthalts- und Bewegungsmöglichkeiten schaffen sollen.
Auch gestalterische Elemente wurden umgesetzt. Eine farbige Straßenbemalung markiert Anfang und Ende der Schulzone und macht den Bereich deutlich sichtbar. Zudem wurden neue Fahrradständer installiert, um mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder von Schülerinnen, Schülern und Anwohnern zu schaffen.
Planung der Schulzone: Beteiligung der Nachbarschaft und gesicherte Zufahrten
Der Planung ging ein mehrstufiger Beteiligungsprozess voraus. Im Juli 2024 fand eine öffentliche Veranstaltung statt, bei der Anwohnerinnen und Anwohner sowie weitere Interessierte Vorschläge zur Gestaltung der Schulzone einbringen konnten. Die Ergebnisse flossen laut Bezirksamt in die endgültige Planung ein.
Trotz der Sperrung für den regulären Autoverkehr bleibt die Straße weiterhin für notwendige Fahrten zugänglich. Das Bezirksamt erklärte, dass Rettungsfahrzeuge, Müllabfuhr und Lieferverkehr weiterhin passieren können. Auch die Belieferung der Schule sei sichergestellt worden.
Für Schulbusse, etwa für Schwimmunterricht oder Ausflüge, wurden Haltezonen in der nahegelegenen Jungstraße und Finowstraße eingerichtet. Diese liegen auf derselben Straßenseite wie die Schule, sodass Kinder die Straße nicht überqueren müssen.
Quellen: Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg, mein Berlin.de
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7 Kommentare
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Bevor jetzt hier über Für und Wider gestritten wird: Ich kann jedem empfehlen, den Ort (auch und insbesondere am Wochenende) zu besuchen. Ich wohne selbst im Nordkiez freue mich aber jedes Mal, wenn ich vorbeikomme und sehe, wie großartig der Ort von den Menschen angenommen wird. Ein echter Gewinn für den Kiez.
Da nun von einer, aus meiner Sicht kleinen aber lauten Minderheit die Gegenargumente kommen. Ja, das Projekt ist demokratisch über die BVV Wahl und deren Beschlüsse legitimiert. Ja, eine umfangreiche Beteiligung hat stattgefunden. Jeder kann die entsprechenden Dokumente einsehen (siehe https://xhain-beruhigt.berlin/). Ja, die Autofahrenden sind eine Minderheit im Bezirk (siehe Auswertung Mobilität in Städten der TU Dresden). Ja, es gibt sogar einen Gerichtsbeschluss, der die Maßnahmen bestätigt.
Es wurde eine echte Verbesserung des Ortes geschaffen. Gerne mehr davon und nicht von der BZ und koordinierten Kampagnen abbringen lassen!
Starker Kommentar
Da kann ich jedes einzelne Wort zu 100 % bestätigen. Über die eine oder andere Maßnahme zur Verkehrsberuhigung lässt sich sicherlich streiten, aber gerade die Schulzonen und einige der Einbahnstraßenregelungen tragen spürbar zur Steigerung der Lebensqualität im Kiez bei.
Kritiker sollten sich zunächst einmal selbst ein Bild vor Ort machen.. aber bitte nicht um 21 Uhr an einem Winterabend bei minus fünf Grad, wenn ohnehin niemand freiwillig draußen unterwegs ist.
Vernichtende Kritik, dass die Schulzohne überhaupt nicht angenommen wird, nach solchen „Begehungen“, habe ich nämlich auch schon erlebt.
auch Zustimmung meinerseits! schön, nun dort vorbeizukommen und das Leben auf der Straße mitzubekommen!
Und ich radel durch das verkehrsbelastete Steglitz/Friedenau und atme Abgase ein, Autos überall. Warum gibt es hier keine Kiezblöcke und Schulzonen?
Das ist der größte Mist, der hier verzapft wurde. Bin Anwohner der Kinzigstraße, der Verkehr fließt hier jetzt in beide Richtungen. Eine Verkehrsplanung, wo man nur den Kopf schütteln kann.Danke für Nichts!
Warum wird der Brandbrief der Jane Godall Schule vom 04.03.2026 aus der BZ hier nicht erwähnt?Die Lehrer sind machtlos, wo sind wir hingeraten…..
Ausserdem sind Menschen aufs Auto angewiesen. Denn es gibt sie noch, welche täglich arbeiten!
Diese Poller sind einfach nur eine einzige Katastrophe und dieser Grünen Bezirk ebenfalls.
Die nächste Wahl kommt schon bald!
Leider gibt es nicht nur eitel Sonnenschein in der Schulzone. Bei einem Balkonbrand konnte die Feuerwehr nicht direkt zum Brandort. Bei einem medizinischen Notfall in der Schule könnte der Rettungswagen ebenfalls nicht vor die Schule fahren. Nach Aussage eines Gewerkschaftsvertreters der Polizei gab es keine Beteiligung von Polizei und Rettungsdiensten an dem Konzept.
Als Berlins Straßen vereist waren, wurde in der Schulzone nicht geräumt.
Es durfte sich nur ein geringer Teil der betroffenen Anwohner:innen an der Planung beteiligen, da die Befragung nur durch Mund- zu-Mund Propaganda veröffentlicht wurde. Ca. 620 ausgesuchte Befragte können nicht für ca. 40.000 Anwohnende repräsentiv sein. Xhain beruhigt sich zu Lasten anderer Straßen im Kiez. Verkehrsverlagerung ist keine Verkehrsberuhigung. Im Übrigen gibt es bereits die ersten Mieterhöhungen in der Schulzone aufgrund der Verkehrsberuhigung. Partylärm ist leider kein wohnwertsenkendes Merkmal.