Am Frankfurter Tor sollte eine neue Ampel den Verkehr sicherer machen. Doch offizielle Antworten zeigen: Viele Effekte sind noch offen, Verstöße bleiben schwer messbar.

Am Frankfurter Tor soll eine neue Ampel den Verkehr sicherer machen. Offizielle Antworten zeigen jedoch, dass die Wirkung der neuen Verkehrsführung noch nicht belastbar bewertet werden kann. / © Foto: depositphotos.com
© Titelbild: depositphotos.com
Am Frankfurter Tor hat Berlin Mitte April 2026 die Ampeltechnik erneuert und die Verkehrsführung geändert. Die Maßnahme sollte den Verkehr sicherer machen. Kritiker bezweifeln allerdings, dass sie tatsächlich eine spürbare Verbesserung bringt. In einer Schriftlichen Anfrage wollen die Abgeordneten Antje Kapek und Vasili Franco (Grüne) deshalb wissen: „Wo bleibt die Verkehrssicherheit?“ Die Antwort des Senats zeigt: Viele zentrale Fragen bleiben offen.
Am Frankfurter Tor treffen mehrere Hauptverkehrsstraßen, Tramverkehr, Fußverkehr und Radverkehr aufeinander. Genau dort sollte eine neue Ampel mit Kamera den Verkehr besser ordnen. Die Technik soll erkennen, ob Fahrzeuge Tramgleise blockieren, und die Grünphasen entsprechend anpassen. Zusätzlich erfassen Induktionsschleifen das Verkehrsaufkommen in den Zufahrten.
Verkehr am Frankfurter Tor: Zahlen zeigen viele Unfälle
Denn die Unfallzahlen bleiben relevant. Am Frankfurter Tor registrierte die Polizei vor Installation der neuen Ampeltechnik 2024 insgesamt 132 Unfälle, 2025 waren es 101. Bis zum 31. März 2026 kamen 22 Unfälle hinzu.
Auf dem Abschnitt der Karl-Marx-Allee zwischen Frankfurter Tor und Strausberger Platz wurden 2024 insgesamt 181 Unfälle erfasst. 2025 waren es 169, bis Ende März 2026 weitere 37. Hat sich diese Lage seit dem Bau der neuen Ampelanlage Mitte April verbessert?

Am Frankfurter Tor wurden in den letzten Jahren zahlreiche Verkehrsunfälle verzeichnet. Ob sich dies durch die neue Ampelanlage tatsächlich verbessert hat, bleibt vorerst abzuwarten. / © Foto: depositphotos.com
Neue Ampel am Frankfurter Tor: Wirkung noch nicht belastbar
Der Senat erklärt, eine seriöse Bewertung der neuen Verkehrsführung sei so kurz nach der Umsetzung noch nicht möglich. Eine Vorher-Nachher-Untersuchung erfolge in der Regel erst Jahre später. Frühestens nach einem Jahr könne eine Tendenz entstehen.
Auch bei der Einhaltung der neuen Regeln bleibt das Bild unvollständig. Nach sporadischen Beobachtungen werde das Linksabbiegeverbot Richtung Karl-Marx-Allee teilweise nicht beachtet. Seit dem 16. April 2026 gab es zwar einen polizeilichen Schwerpunkteinsatz zu Abbiegeverstößen. Genaue Daten zum verbotenen Linksabbiegen kann die Polizei laut Senat aber nicht auswerten.
Frankfurter Tor: Keine weiteren Maßnahmen geplant
Weitere verkehrsregelnde Maßnahmen plant der Senat derzeit nicht. Auch zum Stauaufkommen im erweiterten Bereich Frankfurter Tor und Strausberger Platz liegen laut Antwort keine Erkenntnisse vor. Beim Ausweichverkehr geht der Senat davon aus, dass sich der Verkehr auf mehrere Wege verteilt.
Damit bleibt die neue Verkehrsführung zunächst ein laufender Versuch. Ob sie tatsächlich zu mehr Sicherheit oder einem besseren Verkehrsfluss führt, soll erst eine spätere Auswertung zeigen.
Frankfurter Tor
Quellen: Schriftliche Anfrage an das Abgeordnetenhaus Berlin, Drucksache 19/26247, Verkehrsinformationszentrale
Jetzt PLUS-Kunde werden
Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein PLUS-Abonnement.


